Kölnische Straße

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Die Kölnische Straße beginnt am Königsplatz. Foto: HNA

Diese relativ geradlinig verlaufende Straße in Kassel, am Königsplatz beginnend und in westlicher Richtung fast parallel zu den Gleisen des Hauptbahnhof verlaufend, ist mal vom Charakter eine Allee, mal mit offener Bebauung besäumt. Sie ist eine Parallelstraße der Friedrich-Ebert-Straße.

An ihr stehen unter anderem Verwaltungsgebäude der Bahn, auch das Kasseler Hauptgebäude der Hessischen Straßenbauverwaltung befindet sich dort.

Verlauf

Nach der Kreuzung mit der Querallee und gegenüber der Schenkendorfstraße zweigt die Kölnische Straße kurz nach der Achenbachstraße nach rechts ab. Ab hier ist der bisherige gradlinige Verlauf nicht mehr zu erkennen. Der Verlauf lehnt sich nun der natürlichen Gegebenheit des Tannenwäldchens an. Zuvor findet sich ein Verwaltungsgebäude der früheren EAM und dem heutigen Diakonischen Werk.

Kirche St. Familia

Ein wichtiges und auch imposantes Gebäude - noch vor dem "Straßenbauamt", ebenfalls auf der linken Seite ist die relativ junge katholische Kirche St. Familia, ihre prismatisch ausgebildete und mit Kupfer belegte Turmdachform gibt ihr ein eigenes prägnantes Aussehen.

Brauerei und Brandkasse

Aber auch Versicherungen und sogar eine Brauerei, die Martini Kropf-Brauerei hat hier an der "Kölnischen" ihren Standort. Nicht zu vergessen, dass direkt im Bereich zwischen Kölnischer Straße und Hauptbahnhof schon um 1970 ein Hochhausbau neben der "Brandkasse" entstand, der das Stadtbild im Bahnhofsbereich prägte.

Bundesbahndirektion

Sicher, auch das dem Bereich der Martinibrauerei gegenüberliegende und mit seinem etwas größerem Straßenabstand, auch mit seiner architektonischen Ausführung fast palastartig erscheinende Vierseitgebäude des ehemaligen Bahnpräsidiums (korrekt Bundesbahndirektion und heute Sozialverwaltung der DB), noch aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, ist ein stattlicher Bau. Diesem ebenfalls auf der linken Seite vorgelagert, steht das eindrucksvolle Backsteingebäude der Bundesknappschaft, als Versicherungssitz für die Bergleute der Region.

Seit Juli 2013 ist das ab 1897 errichtete Gebäude für die damalige Königliche Eisenbahndirektion und den späteren Dienstsitz der Bundesbahndirektion an der Kölnischen Straße 81 endgültig in privater Hand. Ein Tochterunternehmen des Kasseler Immobilienentwicklers Brunsch & Meyer Grund und Boden AG hat den denkmalgeschützten Gebäudekomplex zwischen Bismarck- und Westendstraße von der Aurelis Real Estate GmbH & Co. KG gekauft. Die Deutsche Bahn ist zwar nicht mehr mit einer Direktion, wohl aber mit einigen Tochtergesellschaften in dem klassizistischen Baudenkmal ansässig. Weiterer Hauptmieter ist die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di Nordhessen.[1]

Das Gebäude war zuletzt im Jahr 2000 mit großem Aufwand in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege für 5 Millionen Euro saniert worden. Das beauftragte Kasseler Architekturbüro Bieling ließ unter anderem Holzfenster nach altem Vorbild einsetzen, gab den abgehängten Decken ihre ursprüngliche Höhe zurück, entfernte störende Einbauten aus den 1970er-Jahren und gab dem Gebäude damit einen Teil seines Glanzes zurück.

Tannenwäldchen

Auf der linken Seite finden sich hauptsächlich Einfamilienhäuser. Im Bereich Tannenwäldchen, ab der Achenbachstr. hat diese Straße ihren Alleen-Charakter. Zum Schluß mündet die Kölnische Str. in die Teichstr., nachdem sie zuvor rechter Seite größere Mehrfamilienhäuser passiert hat. Linkerseits dort mehrere Reihenhäuser.

Kreuzungen

Straßenkreuzungen: "Wolfsschlucht/Mauerstraße, Scheidemannplatz, Engelsstraße (Ecke Straßenbauamt)

Samuel-Beckett-Anlage

In Höhe der Samuel-Beckett-Anlage knickt die Kölnische Straße ab und mündet in einem flachen, langgezogenen Bogen in die Gilsastraße. Über die Breitscheidstraße, die ab der Samuel-Beckett-Anlage weiter in westlicher Richtung geradeaus führt, gelangt man auf direkterem Weg zur Gilsastraße.

siehe auch

Verlorene Stadt

Blick aus dem Haus Kölnische Straße 2 in Wolfsschlucht (links) und Kölnische Straße (rechts)

Ausstellung "Verlorene Stadt " - Station 10: Wolfsschlucht / Kölnische Straße:

Die Aufnahme aus der Zeit zwischen 1910 und 1923 vermittelt einen guten Eindruck vom einstigen Charakter und Verlauf der Wolfsschlucht, an den Gärten und Hintergebäuden der Königsstraße entlang:

  • ganz links der Garten von Königsplatz 55, dann folgen:
  • das Haus Wolfsschlucht 22, um 1840 vom Uhrmacher Nettmann errichtet; das Grundstück war beim Neubau des Gymnasiums vom Lyceumsgrundstück Königsstraße 47 abgetrennt worden;
  • das Friedrichsgymnasium (nach der Aufstockung von 1901);
  • das niedrige Hintergebäude von Königsstraße 45 (fast ganz verdeckt; heute dort die Wohnstadt), aus der Zeit um 1770/71;
  • das weit vorspringende, zweigeschossige Gebäude Wolfsschlucht 16; es hatte bis ca. 1845 zum Grundstück Königsstraße 39 gehört, auf dem seit 1799 eine Tabakfabrik betrieben worden war (Wolfsschlucht 12-14). Alle diese Gebäude reichen wahrscheinlich bis 1799 zurück. Auch das folgende Grundstück Wolfsschlucht 10, mit einem um 1870 errichteten hohen Mietshaus, hatte ursprünglich zum Areal der Tabakfabrik dazugehört.
  • Rechts davon fällt der Blick auf das gleichfalls zweigeschossige Hintergebäude des Palais Waitz von Eschen (Wolfsschlucht 8), aus der Zeit um 1770/71,
  • dann auf die neuen Häuser der Opernstraße.

In der Wolfsschlucht folgen

  • mehrere Mietshäuser,
  • das Gartenlokal „Schaubscher Garten“ (Wolfsschlucht 23; seit 1920 CVJM),
  • die beiden Giebel des Militärkasinos
  • und der Eckerker von Wolfsschlucht 17.

Im Garten am linken Bildrand entstand 1923 der Erweiterungsbau der Darmstädter und Nationalbank (2010 abgebrochen), und Kölnische Straße 3 wurde 1928/29 durch einen Neubau ersetzt (ca. 1965 abgebrochen). Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs wurde die Straßenführung der Wolfsschlucht durch Neue Fahrt und Treppenstraße stark verändert; in der Blickachse der Kölnischen Straße entstand 1954-56 das EAM-Hochhaus.

Verlorene Stadt

Ausstellung: Verlorene Stadt

Rundgang 1: Stationen der Ausstellung "Verlorene Stadt"
Station 1: Wilhelmsstraße | Station 2: Engelsburg | Station 3: Wolfsschlucht 5-11 | Station 4: Opernstraße 15 | Station 5: Gnadengässchen | Station 6: Theaterstraße | Station 7: Wolfsschlucht 19-21 | Station 8: Theaterstraße 4 und 2 | Station 9: Blick auf das Friedrichsgymnasium | Station 10: Wolfsschlucht / Kölnische Straße


Rundgang 7: Stationen der Ausstellung "Verlorene Stadt"
Station 1: Haus Königsstraße 45 | Station 2: Lyceum Fridericianum, Am Friedrichsplatz 19-20 | Station 3: Das Palais der Landgrafen von Hessen Rotenburg um 1910 | Station 4: Der Königsplatz nach Nordosten 1820, ehem. Kaskade | Station 5: Brühlsches Haus um 1890 | Station 6: Obere Königsstraße und Kölnische Straße, um 1898–1905 | Station 7: Königsplatz 34 und Königsstraße 32, um 1905–1911 | Station 8: Die Baugruppe Nr. 38–46, um 1888–1890 | Station 9: Die Baugruppe Königsplatz 57–59, vor 1898 | Station 10: Das Posthaus am Königsplatz vor 1878

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. Aus HNA.de vom 17. Juli 2013: Dienstsitz in privater Hand

Weblinks