Junkers

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Am 3. August 1940 erwarben die Junkers Flugzeug- und Motorenwerke AG ein Industriegelände in Kassel-Bettenhausen und errichten hier ein Zweigwerk zur Herstellung von Zubehörteilen für Flugzeugmotoren. Später werden komplette Flugzeugmotoren in Serie gefertigt.

Die Junkers Flugzeug - und Motorenwerke AG

Prof. Hugo Junkers, geboren 1859 und gestorben 1935 in München, gehörte zu den profiliertesten Flugzeugherstellern der Welt. Er selber ist für die "Junkers Flugzeug– und Motorenwerke AG" nur noch der Namensgeber.

Das Hauptwerk war in Dessau im heutigen Sachsen-Anhalt. Als Junkers aufgrund von Liquiditätsmangel 1931 das Mutterwerk - ein Badeofenwerk - abstieß und der Verkauf des Flugzeugwerkes kurz bevorstand, übernahm das RLM, auch auf Grund der politischen Einstellung Prof. Junkers, die Werke in den Reichsbesitz und setzte Direktor Koppenberg als Leiter ein.

Dieser Schritt brachte zwar eine Sanierung des Unternehmens durch staatliche Subventionen mit sich, hatte aber auch sämtliche Nachteile eines Staatsbetriebes im Gefolge. 1937 wurden die bislang getrennt geführten Unternehmen Junkers Flugzeugwerk AG und Junkers Motorenbau GmbH zu den Junkers Flugzeug- und Motorenwerke AG zusammengeschlossen. Bei Kriegsende waren die Junkers-Werke das größte deutsche Luftfahrtunternehmen. In Kassel wurden an der Lilienthalstraße Flugzeugmotoren produziert, und zwar an der Stelle, an der heute noch die AEG ihren Standort hat. 5000 Zwangsarbeiter wurden von der Firma Junkers beschäftigt, die in den Lagern am Forstbachweg untergebracht waren. (Quelle: Internet)

In Kassel war in der Lilienthalstraße 150 der Junkers, Motorenbau Werk Kassel angesiedelt.

siehe dazu auch: Junkers, Motorenbau Werk Kassel

Zwangsarbeiterlager

Lettenlager

Etwa zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden im Zuge der erhöhten Rüstungsproduktion der Junkers-Flugzeugmotorenwerke feste Behelfswohnungen entlang der Waldkappeler Bahn/Forstbachweg gebaut. Hier waren die Arbeiter untergebracht, die aus vielen Teilen Deutschlands kamen, um in den Junkers-Werken zu arbeiten. Gleichzeitig wohnten auch ca. 200 Lehrlinge mit ihren Betreuern in diesen Steinbaracken. Es handelte sich auch um Fremdarbeiter, die im Ausland angeworben worden waren. Wie ein ehemaliger "Bewohner" aber erzählte, hatte dann während des Krieges niemand mehr die Chance, den Betrieb zu wechseln oder in die Heimat zurückzukehren. Insofern waren praktisch alle - Ausländer wie Deutsche - "Zwangsarbeiter".

In der Nähe waren hier bis Kriegsende auch zwei Zwangsarbeiterlager, die mit hohen Zäunen umschlossen waren. Polnische und russische Zwangsarbeiter der Junkerswerke waren hier untergebracht. Es ist das Gelände, auf dem heute die Immanuelkirche und die Schule Am Lindenberg stehen.

siehe dazu auch: Lettenlager

Weitere Lager für Zwangsarbeiter

Ab 1944 wurden auch in Vaake, im heutigen Landkreis Kassel belgische und niederländische Zwangsarbeiter untergebracht. Sie arbeiteten in Veckerhagen für das Werk II der Junkerswerke. Nach Zeitzeugenberichten wurden Zwangsrarbeiter nicht nur in der ehemaligen Eisenhütte in Veckerhagen sondern auch in der Forst- und Landwirtschaft eingesetzt.

Auch in dem weiteren Junkers-Zweigwerk, das auf dem Flugplatz Fritzlar angesiedelt war, wurden Zwangsarbeiter eingesetzt. So wurde im Februar 1945 ein Arbeitskommando, das aus männlichen Häftlingen des Zuchthauses Ziegenhain bestand, in dem Werk eingesetzt. Vermutlich lebte das Kommando auf oder in der Nähe des Werkes.

Weiterhin wurden zwischen 1940 und 1945 waren in der Gaststätte "Zum Niestetal" in Heiligenrode rund 100 belgische und holländische Zwangsarbeiter untergebracht, die in den Junkerswerken in Bettenhausen arbeiten mussten.

siehe auch

Weblinks