Julius von Bose

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Kriegsheld: Graf Julius von Bose, Ehrenbürger seit 1876. Repro: HNA
Graf Julius von Bose war Militarist durch und durch. Am 12. September 1809 in Sangerhausen geboren, wurde er mit nur 13 Jahren Page am Weimarer Hof und trat mit 17 Jahren in das preußische Heer ein. Doch es war nicht allein seine untadelige, soldatische Gesinnung, die ihm den Ehrenbürgertitel der Stadt Kassel eintrug.

Von Bose stieg auf der Karriereleiter des Heeres unaufhaltsam, aber extrem langsam auf. Fast 31 Jahre verbrachte er in der Adjutantur und im Generalstab. Danach kamen die Dinge für ihn richtig in Gang. Im Jahr 1860 wurde er als Oberst mit der Führung des 40. Infanterie-Regiments betraut, ein Jahr darauf wurde er zum Chef der Abteilung für Armeeangelegenheiten im Kriegsministerium.

Noch vor dem preußisch-deutschen Krieg, in dem Österreich und Preußen um die Führungsrolle im Deutschen Bund stritten, stieg er weiter auf. Militärisches Direktionsmitglied der Zentralturnanstalt, Generalmajor und Kommandeur der 15. Infanterie-Brigade, im Kriegsjahr 1866 schließlich Generalleutnant und als solcher Kommandeur der 20. Division. Als solcher nahm er aktiv am Krieg teil und führte seine Soldaten erfolgreich in den Schlachten von Königsgrätz und Blumenau.

Auch während des deutsch-französischen Krieges 1870/71 war er erfolgreich, erhielt bei der Mobilmachung im Jahr 1870 das in Kassel stationierte XI. Armeekorps. Bei der Schlacht von Wörth wurde er am 6. August 1870 schwer verwundet, sodass er erst 1871 wieder sein Korps übernehmen konnte.

Nach Unterzeichnung des Friedensvertrags zwischen Deutschland und Frankreich kam Graf Julius von Bose am 6. Juli nach Kassel zurück. Fünf Tage später führte er das siegreiche XI. Armeekorps in die Stadt.

Am Tag seines 50jährigen Dienstjubiläums, dem 8. Oktober 1876, wurde von Bose zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. In der Begründung hieß es, er habe sich „als Mitbürger unserer Stadt bewährt in allen Verhältnissen und Beziehungen zur Kommunalverwaltung, durch rege Teilnahme an Kassels geschichtlicher Entwicklung, durch warmes Interesse für alles Edle und Gute, durch Humanität und sein allzeit bürgerfreundliches Wesen gleich ausgezeichnet, in Würdigung der besonderen Verdienste, die er in verhängnisvoller Zeit durch die heldenmütige Führung der hessischen Truppen in den Schlachten bei Weißenburg und Wörth bewies“.

1880 zog sich Graf Julius von Bose aus dem Militärdienst zurück, am 23. Juli 1894 starb er in Wernigerode.


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