Jost Bürgi

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Jost Bürgi (* 28. Februar 1558 in Toggenburg, † 31. Januar 1632 in Kassel) war Uhrmacher, Instrumentenbauer und von 1579 bis 1604 Hofastronom der Landgrafen von Hessen-Kassel.

Von der Kasseler Sternwarte aus, welche Landgraf Wilhelm IV. als eine der ersten festen dieser Art in Europa auf dem Altan des Kasseler Schlosses eingerichtet hatte, beobachtete er zusammen mit dem Hofmathematiker Christoph Rothmann die Planeten und Sternbilder. Außerdem musste Bürgi die Messinstrumente des Landgrafen warten. Er verbesserte ihre Bauweise, wenn es ihm sinnvoll erschien. Zu den auf diese Weise neu entworfenen Geräten zählen Uhren, Modelle der Planeten und Sternbilder sowie seine berühmten Globusuhrwerke.

Seine Präzision und sein Erfindergeist, besonders bei der Fertigung spezieller Vermessungsinstrumente, übertrafen den Standard seiner Zeit bei weitem. Noch heute kann man sie und einige seiner Globen im Astronomisch-Physikalischen Kabinett mit Planetarium in der Orangerie in Kassel bestaunen.

Bürgis größere Leistung war aber sein Logarithmussystem. Zunächst erstellte er Sinustafeln in Anschluss an Georg von Peuerbach (1423 bis 1461), einem bedeutenden Astronom, um seine Modelle mit den astronomischen Messungen abzugleichen. Ab 1588 errechnete er schließlich am Kasseler Hof das erste bekannte Logarithmensystem, welches er aber nicht veröffentlichte.

Auf Veranlassung des Landgrafen hielt sich Bürgi von 1604 bis 1630 am Hof Kaiser Rudolfs II. in Prag auf, wo Johannes Kepler Hofastronom war. Kepler hielt ihn zur Bearbeitung und Publikation seiner Logarithmentafeln an, aber erst andere Autoren veröffentlichen sie, nach Bürgis Tod. 1631 kehrte er nach Kassel zurück. Jost Bürgi starb am 31. Januar 1632 in Kassel, im Haus Graben Nr. 46.

Siehe auch

Erfindungen

Weblinks