Joseph Beuys
Aus Regiowiki
(1921- 1986)
Der Name Joseph Beuys und dadurch auch sein 'Kunstbegriff' sind insbesondere durch die Weltkunstausstellungen documenta, bei denen Beuys von 1964 bis 1982 kontinuierlich vertreten war, eng mit Kassel verbunden.
In der Neuen Galerie wurde Beuys 1976 (Siehe auch den dortigen Artikel) ein Ausstellungsraum gewidmet. Hier ist auch das Kunstwerk „Das Rudel“ - Multiple mit VW-Bus, 24 Schlitten, Talg, Taschenlampen, Filz und Fett ausgestellt. Dieses wird eng an seinen Kriegserlebnissen bei der Luftwaffe an der Ostfront (Flugzeugabsturz 1943 über der Krim) interpretiert.
Sein Kunstwerk „7000 Eichen - Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung“ "lebt" in Kassel seit der documenta 1982 (Siehe auch den dortigen Artikel). Im Rahmen des Kunstwerks wurden 7000 Bäume, jeweils gekennzeichnet mit einer Basaltstele, an unterschiedlichsten Standorten im Stadtgebiet gepflanzt. Diese Bäume werden in Kassel als Beuys-Bäume bezeichnet.
Beuys prägte, indem er die Grenzen des herkömmlichen Denkens über Kunst sprengte und neue Wege in der künstlerischen Gestaltung ging, den Kunstbegriff neu. Er gilt als eine Leitfigur in der Weltkunstszene.
Biografie
| 1921 | 12. Mai: Joseph Beuys wird in Krefeld als Sohn eines Kaufmanns geboren. |
| 1943 | Zweiten Weltkrieg] stürzt er über der Krim ab. Er entgeht nur knapp dem Tod. Einheimische retten den Verwundeten, salben ihn mit Talg und hüllen ihn in Filz. Diese Erfahrung prägt seine Kunst: Filz und Fett sind neben Wachs und Kupfer seine zentralen Materialien. Der Hut - Beuys unverkennbares Markenzeichen - überdeckt die nach seiner schweren Verletzung eingepflanzte Silberplatte in der Schädeldecke. |
| 1946-1955 | Mitglied im Klevener Künstlerbund. |
| 1947-1952 | Studium der Malerei und der Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf bei Josef Enseling, später Meisterschüler von Ewald Mataré. |
| 1953 | Erste Einzelausstellung von Skulpturen und Zeichnungen in Kranenburg und in Wuppertal. |
| 1957 | Zur Genesung von seinen Depressionen, die ihn infolge seiner Kriegserlebnisse plagen, hält sich Beuys länger in Kranenburg auf. |
| 1961-1972 | Professur an der Kunstakademie Düsseldorf. |
| seit 1964 | Beteiligung an jeder documenta, der Ausstellung für zeitgenössische Kunst, die seit 1955 regelmäßig in Kassel stattfindet. |
| 1965 | Erste Galerieausstellung bei Alfred Schmeler in Düsseldorf. |
| 1967 | 20 Tage nach der Protestkundgebung gegen den Besuch des Schahs in Berlin, bei der der Student Benno Ohnesorg erschossen wurde, gründet Beuys als Reaktion darauf die "Deutsche Studentenpartei". Ziel der Partei ist die Autonomie der Hochschule und ein demokratisches Aufnahmeverfahren der Studenten ohne Prüfung eingereichter Mappen mit eigenen Arbeiten. |
| 1970 | Gründung der "Organisation der Nichtwähler, Freie Volksabstimmung". Das Hessische Landesmuseum Darmstadt stellt das umfassende Gesamtwerk aus Zeichnungen, plastischen Bildern und vielteiligen Rauminstallationen, den sogenannten "Beuys Block", aus. |
| 1971 | Gründer der "Organisation für direkte Demokratie durch Volksabstimmung". Oktober: Beuys nimmt alle Studienbewerber, auch die abgewiesenen, in seine Klasse auf. Beuys und seine Studenten besetzen erstmals das Sekretariat der Kunstakademie Düsseldorf. |
| 1972 | 30. Juni-8. Oktober: Auf der documenta 5 in Kassel stellt Beuys ein Büro seiner "Organisation für direkte Demokratie durch Volksabstimmung" aus. Beuys ist bis zum Ende der documenta jeden der 100 Tage in diesem Büro anwesend. 10. Oktober: Beuys besetzt mit abgewiesenen Bewerbern für das Kunststudium erneut das Sekretaritat der Kunstakademie Düsseldorf. Noch am gleichen Tag schickt ihm der Minister für Wissenschaft und Forschung, Johannes Rau, die fristlose Kündigung zu. In einem offenen Brief protestieren Künstler wie Heinrich Böll, Peter Handke (geb. 1942),Uwe Johnson, Martin Walser und Gerhard Richter gegen die Entlassung. Beuys klagt gegen das Land Nordrhein-Westfalen wegen der fristlosen Kündigung. |
| 1973 | Gründung der "Freien Internationalen Hochschule für Kreativität und interdisziplinäre Forschung". |
| 1976 | Ausstellungsbeiträge zur Biennale in Venedig und zur Zeitgeistausstellung in Berlin. |
| 1977 | Honigpumpe - auf der documenta 6 in Kassel |
| 1978 | Abschluss des Rechtsstreits bezüglich der Professur an der Kunstakademie Düsseldorf vor dem Kasseler Bundesarbeitsgericht. Beuys bekommt Recht, die fristlose Kündigung von 1972 wird für rechtswidrig erklärt. Es wird ein Kompromiss ausgehandelt: Beuys behält den Professorentitel und das Nutzungsrecht für das Atelier. Gastprofessur an der Wiener Hochschule für Angewandte Kunst. |
| 1979 | Retrospektive im New Yorker Guggenheim-Museum. Kandidatur für das Europaparlament. |
| 1980 | Gastprofessur an der Frankfurter Städel-Schule. Kandidatur für den nordrhein-westfälischen Landtag als Vertreter der Grünen. |
| 1982 | 7000 Eichen - Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung , documenta 7 Kassel |
| 1984 | Beuys-Ausstellung im Tokioter Seibu-Museum. |
| 1985 | Ausstellung "Kreuz und Zeichen - Religiöse Grundlagen im Werk von J.B". Teilnahme an der Eröffnung der Londoner Ausstellung "German Art in the Twentieth Century Painting and Sculpture 1905-1985". |
| 1986 | 23. Januar: Joseph Beuys stirbt in Düsseldorf nach einer seltenen Entzündung des Lungengewebes an Herzversagen. |
Weblinks
- 1 nach Deutsches Historisches Museum: Biografie Josef Beuys
- Umfangreiche Site über Beuys vom Leistungskurs Kunst des Immanuel-Kant-Gymnasiums, Münster
- Wikipedia zu Josef Beuys
- http://www.7000eichen.de/


