Johann t’Serclaes von Tilly

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Johann t’Serclaes von Tilly war katholischer Heerführer im Dreißigjährigen Krieg (1618 - 1648).

Er wurde im Jahre 1559 auf Schloss Tilly, Brabant/ Wallon (habsburgische Niederlande), seit 1830 Belgien, geboren und starb im Jahre 1632 Ingolstadt (nach einer Verwundung bei einem Gefecht bei Rain am Lech in Bayern).

Belagerung von Hann. Münden

Kupferstich von der Belagerung Mündens im Jahre 1626

Tilly belagerte und eroberte die Stadt Münden im Jahre 1626.

Umstritten ist allerdings die Behauptung, Graf Tilly habe die Stadt Münden dem Erdboden gleichgemacht. Jedenfalls richteten die tillyschen Söldner in den Pfingsttagen des Jahres 1626 ein furchtbares Blutbad an. Erhalten blieb aner die historische Altstadt, die den Dreißigjährigen Krieg nahezu unbeschadet überstand.

Der Dreißigjährige Krieg in Hessen-Kassel

In Hessen-Kassel übernahm Landgraf Wilhelm V. im Jahre 1627 von seinem Vater, Landgraf Moritz ein wirtschaftlich weitgehend ruiniertes und politisch bedeutungsloses Land. Erst die diplomatischen Fähigkeiten des Landgrafen und besonders seiner Gemahlin Landgräfin Amalie Elisabeth haben der Landgrafschaft im Verlaufe des Krieges wieder politische Anerkennung gebracht.

Während des Dreißigjährigen Krieges verbündete sich Wilhelm V. zunächst mit König Gustav Adolf von Schweden - wie er ein Urenkel von Landgraf Philipp I. von Hessen - und unterstellte diesem seine Armee. Auch Wilhelm selbst nahm als Feldherr am Krieg teil.

Als im Dreißigjährigen Krieg 1623 das Heer des Generals Johann t'Serclaes Graf von Tilly in Hessen einfiel, wurde auch die Sababurg besetzt und geplündert und die Zuchtpferde des Gestüts wurden erbeutet.

Nach der von Gustav Adolf gegen den katholischen Heerführer Johann Graf von Tilly gewonnenen Schlacht bei Breitenfeld erhielt Landgraf Wilhelm V. unter anderem die Stifte Fulda, Hersfeld, Paderborn und Corvey und konnte im August des gleichen Jahres Hersfeld und im September auch Fritzlar erobern. Als Gustav Adolf in der Schlacht bei Lützen aber im Jahre 1632 fiel, brach diese politische Koalition zusammen und die katholische Liga gewann an Kraft.

Als Kaiser Ferdinand II. im „Vertrag von Prag“ eine Vielzahl deutscher Fürsten vereinigte, um die ausländischen Mächte aus Deutschland zu vertreiben, beteiligte sich Landgraf Wilhelm V. nicht daran. Nachdem er ein Bündnis mit Frankreich geschlossen hatte, wurde er zum Reichsfeind erklärt. Die antikaiserliche Position des Landgrafen führte zur kaiserlichen Acht mit der Konsequenz, dass die Verwaltung der Landgrafschaft Hessen-Kassel dem kaisertreuen Landgrafen Georg von Hessen-Darmstadt übertragen wurde. Im Jahr 1636 kam es als Straf- und Vergeltungsaktion zum Einmarsch der kaiserlich-bayrischen Armee in das Territorium der Landgrafschaft. Die Jahre 1636 und 1637 gingen als „Kroatenjahre“ in die Annalen ein. Damals sollen in Hessen 18 Städte, darunter Eschwege und Allendorf, 47 Burgsitze und weit über 100 Dörfer zerstört worden und ein Drittel der Bevölkerung zugrunde gegangen sein. Die Stadt Kassel blieb verschont, doch brach hier die Pest aus, der 1440 Menschen zum Opfer fielen.

Nach dem Tod ihres Mannes, Landgraf Wilhelm V. im Jahr 1637 übernahm Landgräfin Amalie Elisabeth die Vormundschaftsregierung für ihren achtjährigen Sohn - den späteren Landgraf Wilhelm VI. – und das in einer Zeit, in der es nicht gut um die Landgrafschaft Hessen-Kassel stand: Die antikaiserliche Position des hessischen Landgrafen Wilhelm V. im Dreißigjährigen Krieg hatten zur kaiserlichen Acht geführt. Kaiser Ferdinand II. hatte in der Konsequenz der Acht die Verwaltung Hessen-Kassels dem kaisertreuen Landgrafen Georg von Hessen-Darmstadt übertragen.

Die Landstände Hessen-Kassels und die Kasseler Räte sollten sich bedingungslos und unter Androhung von Leibesstrafen dem Landgrafen Georg von Hessen-Darmstadt unterwerfen. Diese jedoch vereidigten sich auf die Regentschaft von Amalie Elisabeth, die sich zuerst bei dem hessischen Heer in Westfalen aufgehalten hatte und nun nach Groningen in Holland übersiedelte. Amalie Elisabeth wurde ob der Umstände zu einer energischen Regentin, die alles daran setzte, ihrem Sohn die Landgrafschaft Hessen-Kassel zu erhalten. Wegen der Weigerung der Stände und Räte zur Unterwerfung unter den Landgrafen von Hessen-Darmstadt, gelang es am 23. Januar 1638 in Marburg einen vorläufigen Vergleich abzuschließen, der unter anderem die Regentschaft Amalie Elisabeths durch Georg anerkannte und zu einer vorübergehenden Befriedung in Hessen führte. Erst 1643 konnte sie den "Marburger Erbschaftsstreit" durch einen von ihr provozierten Waffenkonflikt endgültig zu Gunsten Hessen-Kassels entscheiden.

Durch geschickte Politik konnte sie dem Kaiser – nunmehr Ferdinand III. – einen zweijährigen Waffenstillstand abtrotzen und schloss ein Jahr später, im Jahr 1639, Bündnisse mit Braunschweig-Lüneburg, 1640 mit Frankreich und konnte schließlich nach Kassel zurückkehren. Sieben Jahre später kam es zur erneuten Bedrohung: Kaiserliche Truppen unter Peter Melander von Holzappel – einem ehemals engen Vertrauten der Landgräfin, der sie angeblich wegen einer von ihr zugesetzten Ohrfeige 1641 verließ und nun offensichtlich Rache übte – eben dieser Melander fiel 1647 in Hessen ein, verwüstete weite Landstriche und schaffte es sogar, am 14. Dezember 1647 Marburg, jedoch nicht das Marburger Schloss mit den Befehlshabern der Armee Hessen-Kassels, einzunehmen. Am 2. Januar 1648 zogen Melander und sein Heer wieder ab, nachdem sie die Stadt Marburg ausgeplündert hatten.

siehe auch