Johann Heinrich Tischbein der Ältere

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Am 3. Oktober 1722 wurde in Kloster Haina der Rokokomaler Johann Heinrich Tischbein (der Ältere) als Sohn des Klosterbäckers in Haina geboren.

Künstlerisches Schaffen und Gechichte

"Die künstlerische Karriere von Johann Heinrich Tischbein d. Ä. (1722-1789) begann im Jahre 1743. Reichsgraf von Stadion entdeckte den Maler auf einer Messe in Frankfurt und ermöglichte ihm langjährige Studienaufenthalte in Frankreich und Italien. Wie viele künstlerische Zeitgenossen zog es Tischbein vorrangig nach Paris, Venedig, Bologna, Florenz und Rom, um Werke der Antike und der alten Meister zu studieren. Er nahm Unterricht bei namhaften Künstlern wie Carle Vanloo, Giovanni B. Piazetta oder Giovanni B. Tiepolo.

1753 ernannte Landgraf Wilhelm VIII. von Hessen-Kassel Tischbein zum Hofmaler. Unter Landgraf Friedrich II. blieb Tischbein erster Hofmaler und gehörte 1777 zu den Gründungsmitgliedern der Kasseler „Maler- und Bildhauerakademie“. Zu seinen Schülern an der Kasseler Akademie gehörten auch seine beiden Neffen Johann Friedrich August und Johann Heinrich Wilhelm Tischbein.

Zur glanzvollen Ausgestaltung im Innern der ersten Elisabethkirche in Kassel trugen die Bilder Tischbeins aus dem Passions- und Himmelfahrtszyklus bei, die auch in der heutigen Elisabethkirche zu bewundern sind.

Das Œuvre des so genannten „Kasseler Tischbein“ umfasste Standesporträts der landgräflichen Familie, Selbstporträts sowie Historiengemälde. Letztere wurden zum Beispiel für die Ausstattung der Schlösser Weißenstein, Schloss Wilhelmsthal und Bad Pyrmont oder für Kunstsammler angefertigt. Tischbeins fürstliche Porträtdarstellungen waren repräsentativ und konventionell. Standesgemäß präsentierten sie sich noch im Rokokostil. Die Porträts Friedrichs II. zum Beispiel wurden seriell hergestellt, einzelne Bildteile hinzugefügt oder wegelassen. Auch die Damenporträts unterlagen einem Schema, in dem die Haltung streng und die Gesichter austauschbar waren. Die Selbstporträts Tischbeins und die Bildnisse seiner Angehörigen hingegen zeigten deutliche Einflüsse des beginnenden klassizistischen Stils. In den Historienbildern griff der Maler beliebte Sujets der Mythologie und Geschichte auf."1)

siehe auch

Kloster Haina - Museum Tischbein

Weblinks