Johann Erdmann Hummel

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Seine Vorfahren stammten aus Brandenburg und Anhalt. Johann Erdmann Hummel wurde am 11. September 1769 in Kassel als Sohn eines Schlossermeisters in der Martinstraße - sie lag einst in der Nähe des Friedrichsplatzes - geboren. Bereits im Alter von elf Jahren trat er in die Zeichenklasse der Kasseler Akademie ein, wo er ein Schüler Wilhelm Böttners war. Zwei Jahre später wechselte er zur Bauklasse.

1792 schickte Landgraf Wilhelm IX. Johann Erdmann Hummel zur Fortbildung auf Reisen - und zwar nach Italien. Dort kopierte er Antikes, malte Landschaften und zeichnete Akte. Kurz vor seiner Rückreise aus Rom 1799 radierte er noch eine Folge von Ansichten aus der Umgebung der Stadt, zu denen auch die 1798 entstandene "Einsiedelei in Tivoli" gehört.

Landgraf lehnte ab

Nach seiner Rückkehr nach Kassel, wozu ihn die politischen Umwälzungen in Europa zwangen, malte er das lichterfüllte, strahlende Bild "Blick auf Schloss Weißenstein" (Wilhelmshöhe), das zu den schönsten des Kasseler Klassizismus gehört. Der Landgraf aber lehnte den Kauf dieses Gemäldes ab. So ging Hummel auf Empfehlung der Prinzessin Auguste, Gemahlin des späteren Kurfürsten Wilhelm. II., Tochter des Königs Friedrich Wilhelm II. von Preußen, nach Berlin. Trotzdem aber bewarb er sich 1805 um die Nachfolge seines Lehrers Böttner als Hofmaler und Akademieprofessor. Jedoch ohne Erfolg.

So wurde es nichts mit einer Rückkehr in seine Vaterstadt. Hummel blieb in Preußen. Die 1817 erfolgte Ehrenmitgliedschaft der Kasseler Akademie änderte daran auch nichts mehr. In Berlin hatte man seine Größe längst erkannt und ernannte ihn 1809 zum Professor. Als Lehrer an der Akademie zu Berlin beschäftigten ihn vor allem Untersuchungen über die Perspektive, Optik und Schattenkonstruktionen, worüber er etliche Lehrbücher veröffentlichte.

Große Detailtreue

1808 unternahm Hummel zusammen mit dem Maler Bury eine Reise nach Teplitz und Karlsbad, wo er mit Goethe zusammentraf und die Anregungen zu seinem 1812 ausgestellten Gemälde "Abendandacht böhmischer Landleute auf dem Kreuzberg bei Teplitz" fand, das in seiner Detailtreue schon auf die Kunstrichtung des Realismus hinweist. Sein wohl bekanntestes Bild "Junge Leute beim Schaukeln in einem Garten bei Neapel" entstand 1823 und ist eine Reminiszenz an das Land, wo die Zitronen blühen und das auch ihn geprägt hat. 1831 schuf er drei Gemälde, die die Aufrichtung der Granitschale im Berliner Lustgarten darstellen. Sie rechnet man in der Kunstwelt zu den frühesten Werken des Berliner Realismus (der Franzose Gustave Courbet, 1819-77, hatte den Begriff "Réalisme" zum Programm erhoben), die auch Adolph Menzel beeinflussten. Johann Erdmann Hummel starb 1852 in Berlin.

siehe auch

Weblinks und Quellen