Johann Conrad Bromeis

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Johann Conrad Bromeis war Architekt und Hofbaumeister zur Zeit des Kurfürsten Wilhelm II. von Hessen. Er wurde am 21. September 1788 in Kassel geboren und verstarb dort am 19. Juni 1855.

Leben und Wirken

Auf dem Bild (mit Blick über die Nordseite des Friedrichsplatzes) von links: das Weiße Palais, daneben das Rote Palais, das Museum Fridericianum und das Hofverwaltungsgebäude, dahinter der Turm der damaligen Elisabethkirche.
Bergpark Wilhelmshöhe: ehemalige Wache, jetzt Schlosscafé
Bergpark Wilhelmshöhe: Gewächshaus

Beeinflusst wurde Bromeis in jungen Jahren durch die Empire-Epoche, die mit der französischen Besatzung Kurhessens (ab dem Jahre 1808 Teil des Königreichs Westfalen) zusammenfiel. Er gilt als ein Vertreter des architektonischen Klassizismus, dessen Gebäude durch eine Innendekoration im Empirestil geprägt sind.

Ab dem Jahre 1821 war er als Hofbaumeister des Kurfürsten Wilhelm II. von Hessen tätig und wurde 1830 Oberbaudirektor im Kurfürstentum Hessen.

Bauwerke in Kassel

Die Schlosswache im Kasseler Bergpark Wilhelmshöhe wurde nach den Plänen des Hofarchitekten Johann Conrad Bromeis in den Jahren 1824 bis 1826 errichtet.

Als sein Hauptwerk gilt der ehemalige Residenzpalais in Kassel (Weißes Palais) mit farbenprächtiger Innenausstattung im Empirestil.

Nach der Regierungsübernahme Wilhelms II. im Jahr 1821 wurde der von seinem Vater begonnene Neubau eines großen Residenzschlosses eingestellt und statt dessen das kurprinzliche Palais (später das sog. Weiße Palais) nach den Plänen von Bromeis um weitere Repräsentationsräume erweitert: es entstand das Rote Palais, die ehemalige landgräfliche Stadtresidenz in Kassel.

Die nördliche Platzfront am Kasseler Friedrichsplatz wurde dabei als Gesamtheit behandelt: Weißes Palais und Elisabethkirche hatte Bromeis vollständig in einem grau-grünlichen Weißton streichen lassen, das Museum Fridericianum in einem hellen Weiß; für das Rote Palais hatte der Kurfürst eine rote Sandsteinfassade mit Einzelheiten aus hellem Sandstein gewünscht, und das neue Hofverwaltungsgebäude hatte als Gegenstück einen entsprechenden Anstrich erhalten.

Die Arbeiten wurden hauptsächlich von Kasseler Handwerkern ausgeführt, so dass die Bauten vom hohen Stand heimischer Handwerkskunst zeugten; Werner Henschel fertigte mehrere bronzene Öfen, und an den Schreinerarbeiten war unter anderem Carl Lauckhardt beteiligt. Einzelne Ausstattungsstücke wie Uhren bezog man allerdings auch aus Paris, und die Seidentapeten kamen aus Lyon.

Im Schlosspark Wilhelmshöhe entstanden nach der Planung von Bromeis etwa die Wache (jetzt Schlosscafé) oder das Große Pflanzenhaus.

Bromeis wählte für das Große Pflanzenhaus die Baukörpergliederung einer barocken Orangerie. Die Fassade aus Stein und gusseisernen Halbsäulen wird ergänzt durch eine filigrane Eisen-Glas-Konstruktion, die zu den frühesten dieser Art in Deutschland gehörte. Mit dieser Besonderheit diente das Gewächshaus als Vorlage für das Gewächshaus im Frankfurter Palmengarten.

Veränderungen nach seinen Plänen erfuhren auch die Innenausstattung des bis heute erhaltenen Ballhauses oder (im Jahre 1825) das klassizistische Kavaliershaus im Kasseler Bergpark Wilhelmshöhe.

Schloss Beberbeck

Schloss Beberbeck - Hauptfront

In Beberbeck – heute ein Stadtteil von Hofgeismar – ist bis heute die von 1827 bis 1831 erbaute Gestütsanlage erhalten geblieben, die aus sechs Gebäuden, dem Offiziantenhaus, zwei Fruchtböden, zwei Stallgebäuden und dem Fürstenhaus (Schloss Beberbeck) besteht. „Im Schloss“ befindet sich heute ein Altenheim der Evangelischen Altenhilfe Hofgeismar.

Das ehemals kurfürstliche Jagdschloss, etwa 4 km westlich von Sababurg gelegen, wurde als zweigeschossiger, klassizistischer Bau über einem Sockelgeschoss errichtet, mit niedrigeren Seitenflügeln. Den schön gegliederten Mittelteil ziert über dem Haupteingang ein Dreiecksgiebel.

Zur rückwärtigen Seite hin - der Straße und dem Reinhardswald zugekehrt - dominiert ein halbrunder Vorbau.

Im Inneren des Vorbaus befindet sich im Obergeschoss ein ansprechender Kuppelsaal mit gemalter Kassettendecke und einer beeindruckenden Akustik.

Schlösschen Schönburg

In den Jahren 1822 und 1823 wurde das Treppenhaus von Schlösschen Schönburg in Hofgeismar nach der Planung des damaligen Hofarchitekten Johann Conrad Bromeis gestaltet, nach dessen Plänen auch die teilweise noch erhaltene Ausstattung der Innenräume entstand.

Literatur

  • Rolf Bidlingmaier, Die Bauten von Johann Conrad Bromeis im Schloßpark Wilhelmshöhe, 2003

siehe auch

Auch für den Umbau des Ballhauses im Bergpark Wilhelmshöhe war Bromeis verantwortlich.

Weblinks