Johann Christian Arnold

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(*1758, +1842)

Wissen Sie, woher das Wort Tapete stammt? Es kommt vom lateinischen tapes, was sowohl Teppich, Wandteppich als auch Tapete bedeutet. Die Papiertapete, wie wir sie heute kennen, löste erst im 18. Jahrhundert die Wandbespannung aus Textilien oder Leder ab.

In Kassel entstand 1791 die erste deutsche Tapetenfabrik. Die Familie des Gründers Johann Christian Arnold kam aus Thüringen. Der Vater, Pfarrer im Hessischen, hatte drei Söhne und drei Töchter. Der mittlere der Brüder, Johann Christian, 1758 zu Engelrod im Vogelsberg geboren, wurde der Begründer der Kasseler Papiertapetenfabrik.

Als Buchhalter einer Frankfurter Bank lernte er seine erste Frau, Maria Salome Kramb aus Schlettstadt, kennen. Anfänglich wollte Arnold mit ihr zusammen eine Erziehungsanstalt in Amsterdam gründen, doch zerschlug sich dieser Plan. 1790 übernahm er ein Moden- und Strickereiwarengeschäft am Markt (Brüderstraße) in Kassel.

In der Kattunfabrik Gebrüder Ahnesorge in Bettenhausen lernte er die Technik des Blaudrucks kennen und entdeckte die Möglichkeit, durch den Abdruck von Modeln anstelle von Schablonen Papier zu dekorieren. Um Tapeten in der erforderlichen Länge herstellen zu können, wurden Bögen zusammengeklebt (Endlos-Rollenpapier gab's erst seit 1825).

Glänzende Geschäfte

Arnold richtete seinen Betrieb in einem Haus in der Wildemannsgasse ein. 1803 starb seine Frau, und er ging eine neue Ehe ein. Die Geschäfte gingen so glänzend, daß er schon bald das Haus Wilhelmshöher Platz 4 (heute Brüder-Grimm-Platz) bezog.

Für seine Verdienste um die Entwicklung der Tapetenindustrie wurde er zum "Kommerzienrat" ernannt. Als "Ratsverwandter" (Stadtratsmitglied) gehörte er der Deputation an, die im September 1830 eine Verfassung bei Kurfürst Wilhelm II. durchsetzte. Arnold starb 1842. Zwei Söhne setzten sein Werk fort. Das Unternehmen wurde schließlich 1883 von der Firma Ferres & Fresenius übernommen und endete als Tapetenhandlung.