Joachim Mecke (um 1556 - um 1612)

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Stadtoberhaupt in großer Zeit

Vorspann: Bürgermeister Joachim Mecke und das Rathaus einer reichen Handelsstadt

Ein Bild von ihm ist nicht erhalten, wenn es denn jemals eins gegeben hat. Wir kennen lediglich das Wappen Joachim Meckes (1556 - 1612).ZEICHNUNG: HEINZ HARTUNG

Das Mündener Rathaus ist selbst nach heutigen Maßstäben ein mächtiger und prachtvoller Bau, den Jahr für Jahr Besucher aus aller Welt bestaunen. Wie muss es erst auf die Menschen vor fast 400 Jahren in ihrer überschaubaren Welt gewirkt haben? Kein Zweifel: eine Stadt, die sich ein solches Rathaus leisten konnte, muss wichtig und äußerst wohlhabend gewesen sein und hat von falscher Bescheidenheit nicht viel gehalten. Als der Umbau zu dem Gebäude begann, das wir heute kennen, war das Jahr 1600 gerade verstrichen und der verheerende 30-jährige Krieg noch nicht in Sicht. Münden stand im Zenit seines Ansehens und seiner Bedeutung. Es erlebte seine wahrscheinlich glanzvollste Zeit als zentral gelegene und privilegierte Handelsstadt an drei Flüssen, die als Verkehrswege eine heute kaum vorstellbare Bedeutung hatten. Das gesamte Gebäude zeigt jene stolze Fröhlichkeit, die zugleich Macht und Reichtum repräsentiert, wie es in den für Münden so erfolgreichen Jahren beabsichtigt war, schreibt Heimathistoriker Erwin May in seinem Münden und Umgebung. Konsul, sprich Bürgermeister war in jener Zeit Joachim Mecke. Als Stadtoberhaupt hatte er mit Sicherheit gewichtigen Anteil an der fortdauernden Blüte Mündens. Er war es auch, der den Umbau des bestehenden Rathauses mit in die Wege leitete. In mehrjähriger Arbeit entstand ein Dokument der Weserrenaissance, wie man es sich schöner nicht vorstellen kann: mit Arbeitskammern der Verwaltung, Fest- und Versammlungsräumen, Ratszimmer und den beherrschenden Saalbauten im Erd- und Obergeschoss. Architektur und Bauschmuck, Türen, Beschlagwerk, Kamine, das alles zeugt von großer Handwerkskunst. Erwin May: Hier verbinden sich funktionelle, repräsentative und schmückende Aufgaben. Die Nordfront wurde zwischen 1603 und 1609 als reich verzierte Schauseite ausgebildet. 1619 schließlich war der gesamte Bau vollendet. Unzählige Male ist er seitdem gemalt, gezeichnet und später fotografiert worden. Wir wissen daneben nicht viel über Joachim Mecke. Nur, dass er sein Amt als 33-Jähriger übernahm und 1612 nach 23-jähriger Amtszeit verstarb. Doch über zwei Jahrzehnte lang Bürgermeister einer Stadt zu sein, war sicherlich auch damals Ausdruck einer höchst geschickten, erfolgreichen Arbeit und eines entsprechend hohen Ansehens. Als Mecke dann die Augen schloss, widmete ihm die dankbare Stadt vor dem Altar der St.Blasius-Kirche eine imposante Grabplatte aus Sandstein und Bronze. So gehörte Mecke zu jenen, die Grundsteine legten zu dem Stadtbild Mündens, wie es sich heute darstellt. (ASC)