Jérôme Bonaparte

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auch: König „Lustik" Jérôme (Hieronymus)


Jérôme Bonaparte (* 15. November 1784 in Ajaccio; † 24. Juni 1860 in Schloss Villegenis, bei Paris), der jüngste Bruder Napoléon Bonapartes, war von 1807 bis 1813 König des Königreichs Westphalen.

Jérôme diente in der französischen Marine. In den Vereinigten Staaten heiratete er Elizabeth (1785-1879), die Tochter des Baltimorer Kaufmannes Patterson. In England wurde Ihnen ein Sohn, Jérôme Napoleon Bonaparte, geboren. Diese Ehe wurde allerdings später von Napoleon annulliert.

Das ehemalige Königreich Westfalen

Mit der Gründung des Königreichs Westphalen kam Jérôme nach Kassel und residierte dort als König Jérôme von Westphalen. Am 10. Dezember 1807 zog Napoleons jüngster Bruder als König von Westfalen in seine Residenzstadt Kassel ein. Das Schloss Wilhelmshöhe hieß künftig Napoleonshöhe, Schloss Wilhelmsthal nach der neuen Königin Katharinental.

Der König wurde von den Bürgern Kassels als „König Lustik" bezeichnet, da er nur den einen deutschen Satz: „Lustik, lustik, Morgen wieder lustik!" kannte. Sein Spitzname charakterisierte auch seinen Regierungsstil. Im nordhessischen Dialekt bedeutet „Schrohm" auch heute noch Schalk oder Schürzenjäger.

Nachdem das ehem. Landgrafenschloss 1811 abgebrannt war, residierte er im Schloss Wilhelmshöhe im Bergpark, der während der Existenz des Königreichs Westphalen „Napoléonshöhe" hieß.

Nachdem seine Ehe mit Elisabeth Patterson von Napoleon annulliert worden war, heiratete er (standesgemäß) Katharina von Württemberg, mit der er vier Kinder hatte. Von seinem Schwiegervater, dem König von Württemberg, erhielt er den Titel "Prinz von Montfort". Nach der Niederlage Napoleons und der Auflösung des Königreichs Westphalen lehnte Katharina den Rat ihrer württembergischen Verwandtschaft ab, sich scheiden zu lassen. Bis zu ihrem Lebensende blieb sie Jérômes Ehefrau. Nach dem Verlassen Kassels lebte Jérôme mit seiner Familie in Triest, wo er die Villa Necker erworben hatte; daneben besaß er das Schloss Wald bei St. Pölten, das Schlösschen St. Christoph bei Gloggnitz und das Schloss Schönau a.d. Triesting (südlich von Wien).

Nach dem Tod Katharinas heiratete Jérôme in dritter Ehe in Italien, Giustina Pecori-Suárez, die Witwe eines italienischen Adligen. Sein Neffe, Prinz Louis Napoleon, der 1848 französischer Präsident wurde, ernannte Jérôme zum Gouverneur des Invalidendoms. Im Kaiserreich unter Napoleon III. wurde er Marschall von Frankreich und Präsident des Senats. Er durfte wieder den Titel „kaiserlicher Prinz“ tragen. Jérôme Bonaparte starb in Schloss Villegenis (gehört heute zu Massy in Essonne), Frankreich . Seine sterblichen Überreste wurden im Invalidendom in Paris beigesetzt.

Die Nachkommen seiner Söhne sind die einzigen aus der Familie, die noch den Namen Bonaparte tragen.

Wolfgang Schmelzer 2006/01/12

Inhaltsverzeichnis

Literatur

siehe auch

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Das Rondell ist das einzige erhaltene Bauwerk der ehemaligen Schlossanlage an der Fulda.

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