Jan Hoet

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Jan Hoet in Kassel.

Der Belgier Jan Hoet (1936-2014) inszenierte im Jahr 1992 die documenta in Kassel. Er war Kunsthistoriker und Ausstellungskurator.

Familie

Hoet wurde am 23. Juni 1936 in Leuven, Belgien, geboren. Er wuchs mit sechs Geschwistern in Gent auf. Sich für Kunst zu begeistern lernte er von seinem Vater, einem Psychiater, der nebenbei auch Kunstsammler war. Hoet war verheiratet, hatte drei Kinder und sieben Enkelkinder. Seine Familie lebt in Gent.

Werdegang

Nach dem Studium der Kunstgeschichte und Archäologie in Brüssel promovierte er zum Thema Victor Servranckx und die Ersten Abstrakten.

Seit 1969 ist Hoet Kunsthistoriker an der Universität Gent.1970 übernahm er eine Professur für Ästhetik an der dortigen Kunstakademie. Im Jahr 1975 übertrug man ihm die Leitung des neu gegründeten Museums van Hedendaagse Kunst in Gent. Unter schwierigen finanziellen Verhältnissen baute Hoet dort die bedeutendste belgische Sammlung zeitgenössischer Kunst auf und organisierte mit einem minimalen Budget 19 Ausstellungen: unter anderem von Künstlern wie Panamarenko, Broodthaers, Barbara Beuys, Michael Buthe, Kemps und Jan Vercruysse.

Anlässlich des 50. Jahrestages des Atombombenabwurfs in Hiroshima und Nagasaki war er 1995 Generaldirektor der Ausstellung, Ripple Across the Water in Japan. Zwischen 2001 bis Ende 2008 etablierte Hoet das MARTa Herford Museum als künstlerischer Direktor zu einem angesehenen Kunstzentrum. Von 2009 bis 2010 konzipierte er in der Galerie Abart in Stuttgart die Ausstellung (Z)art und den COLOSSAL-Parcours für das Museum Kalkriese in Osnabrück, der bis Ende 2011 zu sehen war.

Ausstellungsleiter der documenta

Dem Belgier ging es bei der documenta IX darum, die Vielfalt der Ausdrucksformen zu spiegeln. Er gilt als derjenige, der die Ausstellung als großes Erlebnis bislang zum letzten Mal organisierte.

Hoet bezog erstmals Künstler ein, die nicht dem westeuropäisch-amerikanischen Kulturraum angehören. Als Erinnerung ist die Skulptur Man walking to the Sky (Himmelsstürmer) in Kassel geblieben.

Kassel blieb Jan Hoet auch als Kuratoriumsmitglied der Stiftung 7000 Eichen verbunden.

Auszeichnung

Für seinen "Mut, Kunst auf ungewöhnlichen Wegen der Öffentlichkeit nahe zu bringen", zeichnet Bundespräsident Horst Köhler am 7. Oktober 2009 den Ausstellungsmacher Jan Hoet auf Schloss Bellevue mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland aus.[1]

Tod

Hoet starb im belgischen Gent im Alter von 77 Jahren nach langer Krankheit.

siehe auch

Weblinks und Quellen

  1. Aus art-magazin.de vom 7. Oktober 2009: SPÄTE GENUGTUUNG