Jacob-Grimm-Schule

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Die Jacob-Grimm-Schule (JGS) ist ein nach dem in Kassel wirkenden Sprachwissenschaftler und Märchensammler Jacob Grimm benanntes Oberstufengymnasium und befindet sich am Beginn der Wilhelmshöher Allee auf dem Grundstück der ehemaligen durch Bomben zerstörten Paul von Hindenburg-Schule in der Innenstadt der nordhessischen Großstadt Kassel.

An dem reinen Oberstufengymnasium werden nur die Jahrgänge 11, 12 und 13 unterrichtet. Die Jahrgangsbreite beträgt etwa 200 Schüler, insgesamt werden demnach ungefähr 600 Schüler unterrichtet. Die Schule zählt damit zu den Schulen mit der größten Jahrgangsbreite in Hessen. Daher besteht ein breites Angebot an Leistungskursen, darunter Musik, Kunst, Informatik, Französisch und Geografie. Einen gewissen Bekanntheitsgrad über Kassel hinaus erlangte die Schule, als die Wochenzeitung DIE ZEIT sechs Abiturienten des Gymnasiums in ihrem im Mai 2005 erschienenen "Studienführer 2005" in einem zwölf Seiten umfassenden Text vorstellte.

Geschichte der Schule

1869 wurde die Einrichtung als Höhere Töchterschule gegründet und 1885 in Höhere Mädchenschule umbenannt. Sie entwickelte sich 1911 zum Lyzeum mit Oberlyzeum und 1923 zum Oberlyzeum. 1938 erhielt die Oberschule für Mädchen den Namen Jacob-Grimm-Schule, wenngleich Jacob Grimm die Schulbank am benachbarten Friedrichsgymnasium gedrückt hatte. 1970 wurde die Jacob_Grimm-Schule durch die Aufnahme auch von Jungen eine Koedukationsschule, 1981 eine reine Oberstufenschule. Bereits 1970 wurde an der Jacob-Grimm-Schule als einer der ersten Einrichtungen in Hessen das Leistungskurs-Modell der Oberstufenreform eingeführt.

Herkunftsschulen und Aufnahme

Die Schule steht im Verbund mit der Heinrich-Schütz-Schule, die bis zur 10. Klasse unterrichtet. Schüler kommen jedoch auch von anderen Schulen an die JGS, sowohl von Gesamtschulen als auch von Gymnasien. Die Grundqualifikation erfolgt durch den Erwerb des „Überganges 11“ in der 10. Klasse, also die Versetzung von der 10. in die 11. Klasse. Die endgültige Auswahl der Schüler von nicht zum Verbund gehörenden Schulen wird vom Direktorat der Jacob-Grimm-Schule vorgenommen. Dabei zählen sowohl schulische Leistungen als auch außerunterrichtliches Engagement. In jüngster Zeit wurde die Jacob-Grimm-Schule auch unter Schülern anderer Kasseler, ebenfalls zum Abitur führender Gymnasien beliebt, die nach der zehnten Klasse auf die JGS wechselten.

Projekte und Angebote

Durch die Lehrer und Schüler der Jacob-Grimm-Schule werden verschiedene Projekte verfolgt.

Jugendzukunftskonferenz

Die Jugendzukunftskonferenz ist ein jährlich stattfindendes Ereignis, bei dem Schüler aller Kasseler Schulen zum themenbezogenen Lernen und Debattieren eingeladen werden. Sie fand zum ersten Mal im Jahr 2000 und wurde seitdem jährlich wiederholt. Gäste der arbeitsorientierten Tagung waren schon Günter Grass, Klaus Hurrelmann, Horst-Eberhard Richter, Rolf Hochhuth und Matthias Berninger, die in Workshops, Diskussionen und Lesungen auf die Schüler trafen. War die Organisation der Konferenz zunächst außerunterrichtlich, so ist sie mittlerweile in eine Arbeitsgemeinschaft integriert.

Schülerzeitung

An der Jacob-Grimm-Schule erschien lange Zeit die Schülerzeitung "neo", die mehrfach vom Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL sowie bei landesweiten Wettbewerben mit ersten Preisen ausgezeichnet wurde. Aus dem Umfeld von "neo" entstand das Internetmagatin streitBar.org, das im Jahr 2005 mit dem renommierten Axel-Springer-Preis des Axel Springer-Verlages geehrt wurde.

Projekt UKULALA

Die JGS unterstützt mit dem Projekt UKULALA das Village Pioneer Project, ein Ausbildungs- und Aufbauprojekt in Nigeria. Die Unterstützung besteht dabei hauptsächlich in regelmäßigen Sammelaktionen. Darüber hinaus werden Praktika angeboten, bei denen ein Schüler für mehrere Monate in Nigera im Projekt mitarbeitet.

Weiteres

Mehrere Arbeitsgemeinschaften (Chemie, Biologie, Erdkunde) haben sehr erfolgreich am Schülerwettbewerb Jugend forscht teilgenommen. Bei Sportwettkämpfen sowie bei Jugend trainiert für Olympia und europaweiten Projekten wie Comenius erzielten Schüler ebenfalls Preise. Regelmäßig werden Schüler in das Programm der Studienstiftung des deutschen Volkes aufgenommen. Die Schule besitzt ein eigenes Bootshaus am Ufer der Fulda (Fluss).

Bekannte Schüler und Lehrer

An der Jacob-Grimm-Schule gingen unter anderem die Schauspieler Ulrike Folkerts und Katharina Wackernagel zur Schule. Der Sänger der Musik-Kombo Milky Chance, Clemens Rehbein, machte 2012 sein Abitur an der Schule.

Weblinks