Jüdischer Friedhof

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Gräber als Spiegel der Geschichte

Bereits seit dem 13. Jahrhundert gibt es in Kassel Friedhöfe für Juden. Die 200 Jahre alte und 20000 Quadratmeter große parkähnliche Anlage am Fasanenweg in Bettenhausen erzählt mit ihren einzigartigen Gräbern und Grabsteinen vom jüdischen Leben in Kassel.

Im ältesten Teil aus dem 17. und 18. Jahrhundert gibt es nur Grabplatten mit hebräischen Inschriften, die neben Namen und Daten auch über den Lebenswandel des Verstorbenen berichten. Priesterhände, Kanne und Beschneidungswerkzeug sind die Symbole.

Im jüngeren Teil gibt es liegende und stehende Grabplatten mit deutschen und lateinischen Inschriften, geschmückt mit Davidstern, Löwe oder Äskulapstab. Neben dem "ewigen Ruherecht" gilt für die Totenbestattung die Ausrichtung der Kopflage nach Jerusalem und das Verbot, während 30 Tagen strenger Trauerzeit nach der Beerdigung das Grab aufzusuchen. Eine Grabpflanzung gibt es nicht, allenfalls Efeu oder Bodendecker wachsen auf den Gräbern. Wer das Grab besucht, hinterläßt dafür zum Zeichen ein Steinchen.

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