Jüdische Synagoge in Kassel

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Synagoge Kassel 2010

Seit Mai 2000 nutzt die Jüdische Gemeinde ihre neue jüdische Synagoge an der Bremer Straße in Kassel, die Platz für 180 Menschen bietet. Zur feierlichen Einweihung kam auch Paul Spiegel nach Kassel, der damalige Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland.

Geschichte

Der 28. Mai 2000 war für die Stadt Kassel ein herausragender Tag. Mit der Einweihung der neuen Synagoge verfügt die Jüdische Gemeinde Kassels und der Region wieder über ein eigenes Gebäude, einen Ort der Andacht, Raum für kulturelle Aktivitäten und für das Feiern fröhlicher Feste.

Die ehemalige Kasseler Synagoge, die am 9. August 1839 in der Unteren Königsstraße / Ecke Bremer Straße eingeweiht worden war, und das jüdische Gemeindezentrum waren im Jahr 1938 von einem durch die nationalsozialistische Führung aufgehetzten Mob zerstört worden. Hunderte sahen damals dabei zu, wie die Große Synagoge am 7. November 1938, bereits zwei Tage vor der Reichspogromnacht, gestürmt wurde. Gebetsrollen, Kultgegenstände, Vorhänge und Stühle wurden auf die Straße geschleppt und angezündet. Anschließend zog die Menschenmenge in die Große Rosenstraße, wo das gleiche im Schul- und Verwaltungsgebäude der Jüdischen Gemeinde geschah.

An der Bremer Strasse in Kassel liegt auch die neue Synagoge, die die Jüdische Gemeinde seit Mai 2000 nutzt. Das Gebäude bietet Platz für 180 Menschen.

Viel Anstrengung, Mut und Kreativität waren erforderlich, um das Geld für die neue Synagoge zusammenzutragen. Neben der Finanzierung durch die jüdische Gemeinde Kassel und die Landesebene wurden Spenden von zahlreichen Firmen, Einzelpersönlichkeiten, des Landes Hessen, der Stadt Kassel und der Landkreise eingeworben. Diese Spenden können die Zerstörung der Synagoge nicht rückgängig machen, sie nehmen nichts weg von der Schuld; sie helfen aber beim Erinnern und dabei, ein Stück Stadtgeschichte wieder zurück zu gewinnen.

siehe auch

Weblinks