Jüdische Gemeinde Niedenstein

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Spätestens seit dem Jahre 1822 gab es in Niedenstein eine jüdische Synagoge und ab 1832 einen jüdischen Friedhof.

Ein Schwerpunkt des Altenburg- und Stadtmuseums (Obertor 5) in Niedenstein ist die Geschichte der Niedensteiner Juden.

Geschichte

Die Entstehung der jüdischen Gemeinde geht in Niedenstein bis in das 17. Jahrhunderts zurück. Bereits 1664 gab es zwei, 1676 drei jüdische Familien am Ort.

Im 18. Jahrhundert stieg die Zahl der jüdischen Familien dann von fünf (1731) auf zehn (1776) und mehr Familien. Besonders im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner von 26 jüdische Familien im Jahre 1812 auf zeitweise 147 Einwohner (22,9 % von der insgesamt 643 Einwohnern) im Jahre 1861 und lag auch zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch über 16 % der Gesamtbevölkerung (1905: 101 von 597 und 1910 98 von 587 Menschen).

Die jüdische Haushaltsvorsteher waren Mitte des 19. Jahrhunderts oft als Händler tätig (12), mehrere Männer hatten ein Handwerk erlernt (genannt werden um 1850 je zwei Schneider, Metzger und Drechsler sowie je ein Färber, Küfer und Schuhmacher).

Als Einrichtungen der jüdischen Gemeinde bestanden eine Synagoge, eine jüdische Schule, ein rituelles Bad und ein Friedhof. Die Gemeinde hatte einen Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war.

Die jüdische Gemeinde in Niedenstein bestand bis 1938/42.

Jüdischer Friedhof

Der jüdische Friedhof in Niedenstein liegt im südlichen Ortsteil links an der Friedensstraße.

Die Toten der jüdischen Gemeinde Niedenstein wurden zunächst in Obervorschütz beigesetzt. Der Friedhof in Niedenstein wurde 1832 angelegt mit einer Friedhofsfläche von 26,34 ar.

siehe auch

Weblinks