Jägerkaserne

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Eingangsbereich hinter getöntem Panzerglas: Das ehemalige Geheimdienstgebäude auf dem Gelände der Jägerkaserne steht seit Jahren leer und wird wahrscheinlich abgerissen. Archivfoto: HNA/Fischer

Das ehemalige Gelände der Jägerkaserne, ehemals Husarenkaserne in Kassel, ist ein ehemaliger Standort des Bundesnachrichtendienstes BND. Das Gebäude in der Bosestraße hatte den Tarnnamen Heckenrose-Kurfürst. Von den Anwohner wird das Gebäude auch MAD-Haus genannt. (MAD = Amt für den militärischen Abschirmdienst) [1] [2]


Standort

JaegerkaserneInfografik.jpg
  • Bosestraße Kassel, Kasernengelände Park Schönfeld und Auestadion
  • Den genauen Standort sieht man hier[3]

Geschichte

  • 1910 wurde mit dem Bau der Kaserne begonnen.[4]
  • Auf dem Gelände steht noch heute eine Gedenksäule, die an die gefallenen Soldaten des Zweiten Weltkriegs erinnert. Bis zu 3000 Soldaten des Infanterie_Regiments 167 fielen im Krieg.[5]
  • Hier soll in einem schwer gesicherten Block der Funkverkehr des Ostblocks ausgewertet worden sein, den Lauschantennen auf dem Meißner einfingen. Nach außen lief die Einrichtung als Bundesstelle für Fermeldestatistik (BFSt). [6] [7]
  • Auf dem Gelände befand sich außerdem das Kreiswehrersatzamt, das heutige Karrierecenter der Bundeswehr.[8]

Nazivergangenheit des BND

  • Archivfoto: HNA/Fischer
    Der 1979 gestorbene frühere Wehrmachtsgeneral und späterer BND-Chef Reinhard Gehlen hatte unter Hitler als Leiter der Abteilung „Fremde Heere Ost“ jahrelang Informationen über die Rote Armee zusammengetragen. Nach dem Krieg machte half Gehlen mit, die für Amerikaner eine Spionagetruppe aufzubauen. [9]
  • Erst Anfang 2010, als BND-Präsident Ernst Uhrlau geheime Akten freigab, wurde auch der Öffentlichkeit klar: Etwa 200 der damals 2450 Mitarbeiter Gehlens hatten eine Nazi-Vergangenheit. Darunter war auch ein früherer Kripo-Mann, der mit einem Sonderkommando nach dem deutschen Einmarsch Tausende Polen erschoss und später als Referatsleiter bei der Gestapo in Kassel Juden und Kommunisten jagte. 71 der durchleuchteten Spione mussten wegen „nachweisbarer Teilnahme an NS-Gewaltdelikten“ gehen.[10]

Das Gebäude heute

Die Immovation AG hat das Gebäude gekauft. Das Unternehmen hat auf dem Nachbargrundstück bereits mehrere Stadtvillen gebaut. [11] Die alten Gebäude wurden von Grund auf saniert. In einem Teil findet sie der Werkhof und bietet dort verschiedenen Angebote für Behinderte an. [12]

  • Auch das ehemalige BND-Gebäude soll abgerissen werden. [13]

siehe auch

Quellen

  1. Google Books
  2. HNA.de vom 21. Februar 2011: Die Nazi-Vergangenheit des BND: Auch Spuren nach Kassel
  3. Google-Maps: Standort
  4. Aus HNA.de vom 8. August 2014: Kassel der Kasernen: Auf Spurensuche mit einem Experten
  5. Aus HNA.de vom 8. August 2014: Kassel der Kasernen: Auf Spurensuche mit einem Experten
  6. HNA.de vom 21. Februar 2011: Die Nazi-Vergangenheit des BND: Auch Spuren nach Kassel
  7. HNA.de vom 21. Februar 2011: Auf diesem Gelände in Kassel soll Spionage betrieben worden sein
  8. Aus HNA.de vom 8. August 2014: Kassel der Kasernen: Auf Spurensuche mit einem Experten
  9. HNA.de vom 21. Februar 2011: Die Nazi-Vergangenheit des BND: Auch Spuren nach Kassel
  10. HNA.de vom 21. Februar 2011: Die Nazi-Vergangenheit des BND: Auch Spuren nach Kassel
  11. HNA.de vom 7. Mai 2010: Immovation AG investiert acht Mio. Euro auf früherem Gelände der Jägerkaserne
  12. Aus HNA.de vom 8. August 2014: Kassel der Kasernen: Auf Spurensuche mit einem Experten
  13. HNA.de vom 21. Februar 2011: Auf diesem Gelände in Kassel soll Spionage betrieben worden sein