Isaac Prager

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Isaac Prager (1847 - 1905) wurde in Lendzin in Oberschlesien geboren und studierte am Jüdisch-Theologischen Seminar in Breslau, wo er auch promovierte. Ab 1877 war er Direktor der jüdischen Religionsschule in Hannover, 1880 wurde er Direktor der Lehrerbildungsanstalt (für jüdische Lehrer) in Hannover. Von 1885 bis zu seinem Tod 1905 war er als Landesrabbiner im Regierungsbezirk Kassel der preußischen Provinz Hessen-Nassau tätig. In Kassel lebte er zunächst in der Wolfsschlucht, später am Grünen Weg, an der heutigen Erzbergerstraße) und die letzten Jahre in der Rothenditmolder Straße.

Der Rabbiner

Isaac Prager war als Prediger offenbar stadtbekannt. Sogar nicht-jüdische Bürger sollen in die Synagoge gekommen sein, um dem Landesrabbiner zuzuhören. Zudem soll Prager sich sehr für die Armen engagiert haben.

Sein Grab

Prager starb im Jahr 1905. Er wurde aus dem jüdischen Friedhof in Bettenhausen begraben. Auf seinem Grabstein ließ die damalige Israelitische Gemeinde Cassel eingravieren: "Dem aufopfernden Führer, dem begeisterten Verkünder der göttlichen Lehre, dem selbstlosen Förderer werktätiger Verehrung und dauernder Dankbarkeit." Und: "Die Klugheit Ihres Geistes/ Die Güte Ihres Herzens waren zum Segen in unserer Gemeinde."

Sein Nachlas

Fast 3000 Bücher finden sich in der Murhardschen Bibliothek. Der Großteil der Sammlung sind zeitgenössische rabbinische Literatur auf Deutsch und Hebräisch, darunter eines aus dem Jahr 1545. Es finden sich aber auch viele Werke zu Geschichte, Philosophie und Pädagogik.

Weblinks und Quellen

Hessische Allgemeine vom 31. Oktober 2014: "Alter Schatz, neu entdeckt. Büchersammlung eines Kasseler Rabbiners schlummerte 100 Jahre in Murhardscher Bibliothek".