Siebenbergen

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Die Blumeninsel Siebenbergen wurde im Jahr 1710 infolge der Entstehung des großen Bassins mit der Schwaneninsel angelegt.

Blumeninsel Siebenbergen
Blick von der Blumeninsel zum Aueteich
Blumeninsel Siebenbergen

Geschichte

Zur Entstehung des Namens gibt es zwei Erklärungen. Die eine besagt, dass die Insel als letzter - siebter - künstlicher Hügel angelegt wurde, die andere, dass der Name wegen der vielgliedrigen, mehrere Kuppen bildenden Gestalt der Insel entstand. Denn zur Insel gehörten anfangs mehrere kleine Ausblicksberge, ehe diese Anfang des 19. Jahrhunderts teilweise abgetragen wurden und das kleine Eiland im Sinne des Landschaftsgartens natürlich modelliert und neu bepflanzt wurde. Die Insel am südlichen Ende der Karlsaue ist heute noch weitgehend so erhalten, wie sie in der Zeit von 1832 bis 1864 angelegt wurde.

Denkmal für Hentze, "Schöpfer dieser Anlagen"

Maßgebend beteiligt an der Gestaltung der Blumeninsel war der Hofgartendirektor Wilhelm Hentze, der von 1822 bis 1864 in der Karlsaue wirkte. Er ließ viele Pflanzensammlungen auf der Insel Siebenbergen anlegen. Er hatte die Aufgabe, die vorhandenen Anlagen nach den Regeln und Prinzipien englischer Landschaftsgärten umzugestalten. Hentze ließ die Insel neugestalten und mit festen Wegen versehen. Sein besonderes Augenmerk galt den sogenannten "Bodenblühern" (Geophyten) im Frühjahr. Neben exotischen Pflanzen ließ er auch zahlreiche einheimische Stauden neu pflanzen. Bei Exkursionen durch Nordhessen sammelte er seltene, heimische Wildstauden und pflanzte sie an geeigneten Plätzen auf Siebenbergen. Sein Ziel war es, ihnen Bedingungen zu schaffen, wie sie auch an ihren natürlichen Standorten bestanden.

Fähre, die zur Blumeninsel führte

Früher erreichte man die Blumeninsel Siebenbergen mit einer Fähre. Diese wurde mit Muskelkraft an einem Seil gezogen und bot bis zu 30 Passagiere Platz. Zeitzeugen berichten, dass dies "sehr romantisch" gewesen sein solle. Die Idylle fand im im Zweiten Weltkrieg ein Ende. Am 28. August 1942 wurde die Fähre, in der zum Glück niemand saß, von einer Fliegerbombe zerstört.

Zugang zur Insel
Seit der Bundesgartenschau 1955 erreichen Besucher die Blumeninsel über eine Brücke.

Pflanzen und Tiere

Klimatisch günstige Faktoren mit milden Wintern lassen auf Siebenbergen nahezu alle Stauden, Ziergehölze, Rhododendren und seltene Koniferen gedeihen. Ihren „Adelstitel“ – schönste Blumeninsel Hessens – trägt sie nicht zu Unrecht." 1

Für den Fußgänger erschließt sich die Insel auf drei Höhenbereichen. Der Fußweg im unteren Bereich führt an zum Teil seltenen Bäumen vorbei, an rot- und gelbblühenden Hibisken in Kübeln und an Fuchsienbeeten, die mit über 400 Sorten hier vertreten sind. Im Frühjahr hat man vom unteren Weg aus den besten Blick auf die in vielen Farben blühenden Rhododendronsträuche.

Geht man den Weg vom Eingangsbereich hoch zum zweiten Höhenbereich, findet man rechts das sogenannte "Alpinum".

Alpinumbeet rechts

Dieses wurde 1986 angelegt. Hier wächst Hochgebirgsflora, die 120 Staudenarten stammen aus allen 5 Kontinenten. Am Rande des Weges im zweiten Höhenbereich sieht man unter anderem seltenen Koniferen und Farne. Auch hier ist der Blick auf blühende Rhododendren und Azaleen möglich.

Schließlich kann man zum dritten Höhenbereich hochsteigen, dem Plateau der Insel. Hier steht unter anderem eine Zeder, die das smaragdgrüne Rund beschattet und es gibt eine der meistfotografierten Aussichten: die Achse über die Schwaneninsel bis hin zur Orangerie.

Bevor man die gewölbte Brücke zur Insel betritt, findet man nach Passieren des Kassenhäuschen auf der rechten Seite eine Voliere mit verschiedenen Vögel, unter anderem Sittichen und Zebrafinken. Das Pfauenpaar auf der Insel Siebenbergen wurde nach dem Grimmschen Märchen Jorinde und Joringel benannt.

Öffnungszeiten und Eintritt

Die Insel ist jährlich ab 1. April, oder, wenn Ostern vorher ist, ab Ostern bis zum 3. Oktober dienstags bis sonntags von 10 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Gegen Eintritt ist eine Besichtigung möglich. Eintrittspreise: 3,00 €/ 2,00 €, die Saisonkarte kostet 20 €/10 €.

Literatur

Pflanzenführer zur Insel Siebenbergen im Staatspark Karlsaue:
Insel Siebenbergen: Botanische Anlage im Staatspark Karlsaue, Kassel. Planung und Ausführung 18.-20. Jahrhundert (Taschenbuch) von Michael Boßdorf, Bernd Modrow, Karl H. Härtl, Ingrid Wagner, Nikolaus Backes, Kai R Mathieu (Herausgeber). ISBN-13: 978-3795413439.

Weblinks



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