Immenhausen

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Immenhausen
Immenhausen04.jpg
Das historische Rathaus
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Kassel
Höhe: 339 m über NN
Fläche: 28,53 qkm
Einwohner: 6.956 (31. Dezember 2011)
Postleitzahl: 34376
Vorwahl: 05673
Kfz-Kennzeichen: KS
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 1
34376 Immenhausen
Website: Immenhausen
Bürgermeister: Jörg Schützeberg
(parteilos)

Immenhausen ist eine Stadt im Landkreis Kassel in Nordhessen mit etwa 7.300 Einwohnern.

Geografie

Lage

Immenhausen liegt nördlich von Kassel am südwestlichen Rand des Reinhardswalds.

Durch Immenhausen fließt die Holzkape, die in der benachbarten Stadt Grebenstein in die Esse mündet.

Stadtteile

Geschichte

Aus der Stadtgeschichte

Die erste nachweisbare Besiedelung stammt aus der Zeit um 5000 vor Christus. Erkenntnisse über die Epoche der Jungsteinzeit in Immenhausen und Umgebung gründen auf Ausgrabungen eines jung-steinzeitlichen Siedlungsplatzes auf dem heute bebauten Mühlenanger, die 1999 erfolgten.

Der Ort lag im Mittelalter an der "Königsstraße", einer alten Handelsstrasse, die von der Fulda im Süden, über Immenhausen, Hombressen und Gottsbüren zur Weser führte.

Erstmals urkundlich erwähnt wird die Stadt im 13. Jahrhundert als Emmenhusin, seit 1298 sind Stadtrechte nachweisbar (Urkunde vom 2. Novem­ber 1298). Schon zuvor ist der Sitz der "Edelherren von Immenhausen" unter der Herrschaft des Erzbistums Mainz belegt.

Obwohl der Besitzanspruch durch das Erzbistum Mainz bestritten wurde, baute Landgraf Heinrich I. von Hessen den Stützpunkt im 13. Jahrhundert zu einer wehrhaften Stadt aus mit Stadtmauer und Wehrtürmen (wie dem Eulenturm und dem Hufeisenturm), nachdem er den Besitz von den Erben der Herren von Dassel im Jahre 1297 erwor­ben hatte.

Ausschlaggebend dafür waren strategische Gründe gegenüber dem mainzischen Riegel, den Calden, die Burg Haldessen und Hofgeismar bildeten, sowie die Geltendmachung von Territorialansprüchen in dem Bereich westlich des Reinhardswaldes. Urkundlich wird eine größere Zahl von adeligen Burgmannen genannt, die den Landgrafen bei der Sicherung der Stadt am Rande des Reinhardswalds unterstützten, darunter Hanns von Stockhausen oder Heinrich von Uffeln.

Blick zum Eulenturm

Aus dieser Zeit stammt auch die ehemalige Pascheburg, die Ende des 13. Jahrhunderts im Auftrag des Landgrafs errichtet wurde. Die Fundamente der Burg, die kriegsbedingt bereits im Jahre 1385 niederbrannte, wurden inzwischen freigelegt. Die Burg befand sich einst auf dem Areal hinter der Stadtkirche.

Die Altstadt, die früher komplett von einem Mauerring umschlossen war, wurde vor gut 700 Jahren befestigt. Aber schon im Juli 1385 wurde die landgräfliche Stadt Opfer kriegerischer Auseinandersetzungen und - anders als die deutlich stärker befestigte Nachbarstadt Grebenstein – fast gänzlich zerstört. Auch die Burg wurde ein Opfer des Kriegs und danach nicht wieder aufgebaut.

In der Folge wurden Grebenstein und Immenhausen an den Erzbischof von Mainz verpfändet und erst 1399 an den Landgrafen von Hessen zurückgegeben.

Die Stadt hatte ursprünglich drei Stadttore: das Kasseler, das Holzhäuser- oder Mündener Tor und das Leutenhäuser Tor, die um 1840 bei Straßenverbreiterungen abgerissen wurden. Zumindest ist heute das Kasseler Tor als Durchfahrt durch die Stadtmauer mit zwei Pfeilern gekennzeichnet.

1409 wurde mit der Wiedererrichtung der St. Georgs-Kirche begonnen, die als spätgotische, dreischiffige Hallenkirche - ähnlich wie im benachbarten Grebenstein - in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts entstandt und deren Kirchenschiff und Chor Mitte des 15. Jahrhunderts mit Wandmalereien aus der Leidensgeschichte Christi kunstvoll ausgemalt wurde.

Im Jahre 1462 entstand eine landgräfliche Beginen-Einrichtung für unverheiratete adlige Damen. Im Kloster Mergenhof (mit eigener Kapelle und eigenem Friedhof) galt für die Schwestern vom "Mergenhof" (Marienhof) die Augustiner-Regel, auch wenn es sich bei der Einrichtung um kein Kloster gehandelt hat, in dem ein Gelübde abgelegt werden musste.

Als erster Seelsorger wird Pater Bertold Olshusen genannt. Im Jahre 1489 wurde das Kloster, das er über die Reformation hinaus bestand, dem Kloster Merxhausen unterstellt. Im Jahre 1537 zogen die letzten Schwestern nach Merxhausen und der Besitz wurde säkularisiert.

Ein Schüler Luthers, Bartholomäus Riseberg (auch: Rieseberg) aus der Altmark (1492 bis 1566), war zur Zeit der Reformation einer der ersten evangelischen Prediger im Norden Hessens und in der Stadtkirche von Immenhausen, was ihm eine mehrwöchige Kerkerhaft im "Jungfernturm" von Grebenstein einbrachte, aus der er entfliehen konnte. An ihn erinnert seit 2003 ein Denkmal an der Stadtkirche, das von dem Künstler Roman Krasnitzki geschaffen wurde.

Unter Landgraf Philipp I. dem Großmütigen wurde die Landgrafschaft Hessen in Folge der Homberger Synode protestantisch. Hessen gehörte neben Sachsen und Württemberg zu den mächtigen Vorkämpfern der Reformation im Deutschen Reich. In Immenhausen wurde aus der Kirche St. Georg das Gotteshaus der nunmehr protestantischen Gemeinde.

Evangelische Stadtkirche

Unter dem Dreißigjährigen Krieg hat Immenhausen stark gelitten. Wiederholt wurde die eroberte Stadt geplündert und immer wieder zwischen den Jahren 1631 und 1647 fast vollständig niedergebrannt. Nach dem Ende des Kriegs lebten hier nicht einmal mehr 500 verarmte Bewohner.

In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde das Fachwerk-Rathaus der Stadt als Neubau wieder errichtet. Von außen führt bis heute eine zweiläufige Freitreppe zur Rundbogentür des Haupteingangs.

In den Jahren 1686 und 1687 zogen vorübergehend französische Glaubensflüchtlinge in die Stadt ein, bevor sie im benachbarten Mariendorf einen dauerhaften Wohnsitz fanden. Zu dieser Zeit begann das Siedlungsprogramm des Landgrafen Carl von Hessen-Kassel für die aus Frankreich ausgewiesenen Hugenotten in den nach dem Dreißigjährigen Krieg vielfach zerstörten und entvölkerten Landstrichen im Norden Hessens. Erste neue Dörfer entstanden seinerzeit in Carlsdorf (benannt nach Landgraf Carl) und Mariendorf (benannt nach seiner Ehefrau Maria Amelia).

Unter Kurfürst Wilhelm II. und dessen Sohn Friedrich Wilhelm I. wurde ab 1844 im Kurfürstentum Hessen mit dem Bau der Friedrich-Wilhelms–Nordbahn von Karlshafen über Kassel bis nach Bebra begonnen. Die Friedrich-Wilhelms-Nordbahn war die erste kurhessische Eisenbahnstrecke. Der erste eröffnete Abschnitt war die Strecke von Grebenstein nach Hümme im Jahre 1848. Erst 1884 erhielt auch die Ackerbürgerstadt Immenhausen eine Haltestelle. 1898 entstand auf der gegenüberliegenden Seite eine Glashütte, deren Produktion nach dem Zweiten Weltkrieg von Richard Süßmuth wieder aufgenommen wurde.

Aktivitäten einer erstarkenden Arbeiterbewegung fanden Niederschlag in der Gründung des "Arbeiter-Turn- und Sportvereins Jahn 1906", des "Arbeiter-Radfahr-Vereins Flottweg", des Musikvereins "Glashütte 1908" und eines Arbeiter-Sängervereins.


Das Meyersche Konversationslexikon (F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896) beschreibt die Stadt Immenhausen als „Stadt im Kreis Hofgeismar des preuh. Reg.-Bez. Cassel, 11 km im SO. von Hofgeismar, in 244 m Höhe, am westl. Saume des Reinhardswaldes, an der Linie Scherfede-Cassel der Preuß. Staatsbahnen, hat (1890) 1361 meist evang. E., Postagentur, Telegraph, Fernsprechverbindung, eine alte Stadtmauer, schöne got. Kirche (1440); in der Nähe Eisenerzgruben... ."


In der Weimarer Republik entwickelte sich die SPD zur stärksten kommunalpolitischen Kraft und stellte seit Dezember 1929 mit Gustav Tiggemann den Stadtverordnetetvorsteher und ab 1930 mit Gustav Seitz den Bürgermeister.

Riseberg-Denkmal vor dem Turm der Stadtkirche; im Hintergrund (rechts) die ehemalige Jungenschule

Bei den ersten Gemeindewahlen nach dem Zweiten Weltkrieg am 27. Januar 1946 errang die SPD in Immenhausen 66,4% der abgegebenen Stimmen und zwei Sozialdemokraten, Wilhelm Erkelenz und Gustav Tiggemann wurden Stadtverordnetenvorsteher und Bürgermeister.

Der Anteil der katholischen Bevölkerung in dem bis dahin stark protestantisch geprägten Norden von Hessen stieg nach dem Zweiten Weltkrieg stark an, im ehemaligen Kreis Hofgeismar auf mehr als 22.000 Personen. In Immenhausen wurden bereits 1948 mehr als 840 Heimatvertriebene und Evakuierte gezählt.

Heimatvertriebene – zum Beispiel aus Schlesien oder dem sog. Sudetenland – mit zumeist katholischer Konfession kamen im Kreisgebiet an und fanden hier auf Dauer eine neue Heimat. In den 1950-er Jahren entstanden zahlreiche neue katholische Gotteshäuser im ehemaligen Kreisgebiet, darunter auch die Kirche St. Clemens Maria in Immenhausen im Jahre 1952.

Immenhausen gehörte nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst zu den Städten und Gemeinden im ehemaligen Kreis Hofgeismar, später im Zuge der hessischen Gebietsreform zum Landkreis Kassel. Durch die hessische Gebietsreform kam es am 01. Oktober 1970 auch zum Zusammenschluss von Immenhausen mit den umliegenden Dörfern Holzhausen und Mariendorf.

Lilli Jahn, Klara Haase und Gerhard Czaplinski

Seit Mai 2011 wurden auch Immenhausen sogenannte Stolpersteine verlegt. Es sind Pflastersteine mit glänzender Namensplakette, wobei sich jeder Stolperstein auf ein Einzelschicksal bezieht, in Immenhausen auf die Schicksale von Clara Haase, Dr. Lilli Jahn und Gerhard Czaplinksi, die als Verfolgte in der NS-Zeit zuvor in einer Feierstunde in der Gesamtschule gewürdigt worden waren.

Gunter Demnig, der in Kassel Kunstpädagogik studiert und das erste Staatsexamen abgelegt hat,initiierte das bundesweite Projekt "Stolpersteine". Die Tafeln bestehen aus einer goldenen Messingplatte, die auf ein 10cmx10cm großen Betonstein montiert sind. Auf den Tafeln stehen die Daten der Opfer.

Immenhausen-Glasmuseum.JPG

Glashütte Süßmuth

Firmengründer Richard Süßmuth aus dem niederschlesischen Penzig (bei Görlitz) war bereits vor dem Zweiten Weltkrieg international als Glaskünstler bekannt. Nach dem Krieg kam er als Vertriebener nach Immenhausen im ehemaligen Kreis Hofgeismar und baute dort die gleichnamige Glashütte auf.

Vor seinem Tod im Jahre 1974 wandelte Süßmuth die Glashütte in eine Mitarbeitergesellschaft um. Ab dem Jahre 1989 führten dann Hamburger Kaufleute die Glashütte Süßmuth KG bis zu deren Stilllegung im Jahre 1996.

Im umgebauten Generatorhaus wurde im Jahre 1987 durch die Stadt Immenhausen ein attraktives Glasmuseum geschaffen (Am Bahnhof 3, 34376 Immenhausen).

In der Kirche St. Clemens Maria Immenhausen erinnern die Glasfenster an der Westseite (sog. Engelfenster) an die ehemalige Immenhäuser Glashütte. Auch ein Glasfenster in einem Seitenschiff der evangelischen Stadtkirche wurde 1956 von Richard Süßmuth neu gestaltet.

Pächer Eichen

Otto Pächer ist in Immenhausen als der "Vater der Eichen" bekannt. Zusammen mit seiner Frau Marie hat er inzwischen hunderte von Eichen, Birken, Buchen, Weiden, Ahorn und Eschen gepflanzt und auf einer Fläche von etwa 150 mal 30 Metern ist ein schöner Laub-Mischwald im Gemarkungsdreieck Immenhausen/Udenhausen/Grebenstein entstanden [1].

Sprachgrenze

Die Mundart des Ortsteils Holzhausen wurde sprachwissenschaftlich intensiv von Hermann Soost (1920) und Stefan Arend (1990) untersucht. Die Mundart von Holzhausen zählt noch zu den mitteldeutschen Mundarten, in den Nachbarorten Wilhelmshausen und Immenhausen wird (wurde) bereits Niederdeutsch gesprochen. [2]

Von der Hustenburg zur Fachklinik

Vor über 100 Jahren wurde in Immenhausen eine Klinik zur Versorgung Schwerstkranker unter dem Dach der Philippstiftung gegründet, aus der sich heute eine der fortschrittlichsten Lungenfachkliniken Deutschlands entwickelt hat [3].

Immenhäuser Ansichten

Kirchen

Innenansicht der Immenhäuser Stadtkirche

Kultur

Holzhäuser Heckethaler

Der "Holzhäuser Heckethaler" ist ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt Immenhausen, des Ehepaars Garbe und des Kasseler Verleger Rolf Wagner (Prolibris-Verlag), das durch die Stadtsparkasse Grebenstein gefördert wird.

Nachwuchstalente aus dem In- und Ausland tragen beim Heckethaler-Wettbewerb ihre literarischen Texte vor und nehmen an einer Preisverleihung teil, die sich zu einem kulturellen Höhepunkt in der Stadt Immenhausen entwickelt hat.

Immenhäuser Glaspreis

Seit dem Jahr 2000 schreibt die Stadt Immenhausen alle drei Jahre in einem Wettbewerb den Immenhäuser Glaspreis aus.

Unter dem Titel "GLAS 2009" stand der Wettbewerb zum "4. Immenhäuser Glaspreis" im Jahre 2009. Der Wettbewerb zur zeitgenössischen Glaskunst in Deutschland war verbunden mit einer Sonderausstellung im Glasmuseum Immenhausen vom 9. Mai bis 12. September 2009.

Die Ausstellung "GLAS 2012" im Glasmuseum Immenhausen zum 5. Immenhäuser Glaspreis folgte vom 5. Mai bis 29. September 2012.[4]

Literatur

Drei-Türme-Ansicht in Immenhausen: Links der Eulenturm, in der Mitte ein Turm der Stadtmauer, rechts der Turm der Evangelischen Stadtkirche.
  • Friedrich-Karl Baas, Fakten zur Geschichte der Stadt Immenhausen, 1966
  • Kreis Hofgeismar, Handbuch des Heimatbundes für Kurhessen, Waldeck und Oberhessen III, Marburg/ Lahn 1966, S. 150 ff.
  • Werner Wiegand und Stefan Arend, Soldaten aus Immenhausen, Holzhausen und Mariendorf im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg 1776 - 1784, 2. Auflage, Immenhausen 1989
  • Magda Thierling, Auf dem Weg zum gleichberechtigten Staatsbürger, in: Jahrbuch für den Landkreis Kassel 2008, S. 121 ff.
  • Region Kassel Land e.V. (Hrsg.), Unterwegs im Reinhardswald - 52 Wege und Ziele, Wolfhagen 2011

siehe auch:

Politik

Bürgermeister

Zum Nachfolger des Bürgermeisters Andreas Güttler (SPD) wurde bei der Bürgemeisterwahl am 27. September 2009 der Sozialdemokrat Herbert Rössel gewählt. Auf ihn entfielen 59,4 Prozent der Stimmen, auf seinen Gegenkandidaten Ralf Kanngießer (CDU) 40,6 Prozent.

Derzeitiger Bürgermeister von Immenhausen ist Jörg Schützeberg.

Gemeindeparlament

Bei der Kommunalwahl am 27. März 2011 betrug die Wahlbeteiligung 55,2 %.

Zusammensetzung Stadtverordnetenversammlung
Ergebnis der Kommunalwahl 2011
% Veränderung gegenüber 2006 Sitze
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 52,8 -20,9 12
FL Freie Liste Immenhausen 26,0 6
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 19,4 -3,9 5
FDP Freie Demokratische Partei 1,8 -1,2 --


Landrat

Landrat im Landkreis Kassel ist Uwe Schmidt, SPD.

Parteien

Wahlkreise

Bundestag

Schulen

Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten am Ort

Rundweg in Immenhausen

Brunnen vor dem Rathaus in Immenhausen

Die Stadt Immenhausen hat einen Rundweg mit 17 Stationen entlang der alten Stadtmauer eingerichtet, der unter anderem zur romanischen Stadtkirche St. Georg führt. Erst 1964 wurden hier die Fresken freigelegt, die nicht allein den Besuch erbitten.

Unmittelbar daneben liegt das Fachwerk-Rathaus der Stadt und der alte Stadtkern im Mauerring kann erkundet werden. Hier finden sich beispielsweise die Überreste eines Augustinerinnenklosters, das vor der Reformation in Immenhausen bestand.

Die Obere und Untere Bahnhofstraße führen zum sehenswerten Glasmuseum, das seine Prägung von der Immenhäuser Hütte über Hermann Lamprecht bis hin zu Richard Süßmuth erhalten hat.

siehe auch:

Stadtspaziergang zu historischen Bauwerken in Immenhausen

Rundweg mit Johann von Uffeln

Interessantes zu berichten weiß auch Burgmann Johann von Uffeln (Gästeführer Klaus-Dieter Wiedemann) auf seinem Rundweg. Vom Hufeisenturm marschieren Burgmann und Landvolk (Besucher) vorbei am einstigen Standort der Pascheburg und entlang der Stadtmauer zum Udenhäuser Tor.

In der Zehntscheune werfen die Besucher neugierige Blicke in die Tiefe des historischen Brunnens und in die Vitrinen der kleinen Sammlung. Am Renthof vorbei und über den Bachlauf der Steinrute geht es zum Rathaus und in die mittelalterlicher Kirche St. Georg und schließlich zum Kasseler Tor an der Stadtmauer. [5]

Sehenswertes in Immenhausen

Das historische Rathaus in Immenhausen
  • Glashütte Süßmuth: im umgebauten Generatorhaus der ehemaligen Glashütte wurde im Jahre 1987 ein attraktives Glasmuseum geschaffen (Am Bahnhof 3, 34376 Immenhausen);
  • in der katholischen Kirche St. Clemens Maria, errichtet 1952 als Saalkirche mit seitlichem Glockenturm, befinden sich an der Westseite große Glasfenster (Engelsfenster), die von Richard Süßmuth gestaltet und gestiftet worden sind;
  • Evangelische Stadtkirche St. Georg: der ursprüngliche romanische Kirchbau aus der Zeit um 1100 wurde Ende des 14. Jahrhunderts durch Kriegswirren zerstört, im Jahre 1409 wieder errichtet und im Innern kunstvoll ausgemalt;
  • nahe der Stadtkirche stand im 15. Jahrhundert eine Stadt- und Parochialschule (1687 Errichtung als Jungenschule);
  • Historisches Rathaus Immenhausen: das Rathaus wurde 1354 erstmals erwähnt und das Gebäude nach Zerstörungen als barocker Fachwerkbau im Jahre 1643 wieder errichtet;
  • der ehemalige Renthof (Hohe Str. 32) entstand 1634 als landgräfliches Amtsgebäude und dient heute als Theaterwerkstatt;
  • die ehemalige Zehntscheune aus 1648 (am Schulplatz) wurde im 19. Jahrhundert zur Volksschule mit Lehrerwohnung ausgebaut und beherbergt heute Ausstellungen zur Stadtgeschichte, darunter auch Funde aus der Zeit um 5000 vor Christus sowie ein mittelalterliches Brunnengewölbe;
  • am Schulplatz stand einst der im Jahre 1461 begründete Marienhof/Mergenhof, um 1489 Augustinerinnenkloster (1537 säkularisiert und 1631 Vernichtung durch Kriegsbrand);
  • die ehemalige landgräfliche "Pascheburg" hatte ihren Standort in der heutigen Oberen Bahnhofstraße und wurde schon bei kriegerischen Auseinandersetzungen im Jahre 1385 zerstört (freigelegt sind Fundament- und Gewölbereste);
  • das 1825/27 niedergelegte Stadttor "Leutenhäuser Tor" aus dem 13. Jahrhundert stand einst im Bereich der Mariendorfer Straße, das ehemalige "Kasseler Tor" im Bereich der Hohenkirchener Straße (als drittes Stadttor gab es in Immenhausen das Mündener Tor);
  • erhalten geblieben sind dagegen der Eulenturm und der Hufeisenturm, zwei Wehrtürme der Stadtbefestigung aus dem 13. Jahrhundert;
  • das ehemalige Siechenhaus (Steinweg 4) wurde in den Jahren 1781 bis 1785 erbaut, das nahe gelegene ehemalige Hospital (Steinweg 3) bereits Ende des 16. Jahrhunderts.

Quelle: Region Kassel Land e.V. (Hrsg.), Unterwegs im Reinhardswald - 52 Wege und Ziele, Wolfhagen 2011

Sehenswürdigkeiten in den Stadtteilen

Stadtbefestigung durch Landgraf Heinrich I.

Löwe baute Stadtmauer

Tafeln erinnern an Gründer der Stadt Immenhausen, der vor 700 Jahren starb

Immenhausen. Ende dieses Jahres wird sich der Todestag des Stadtgründers von Immenhausen, Landgraf Heinrich I., zum 700. Mal jähren. Das war Anlass für die Kommission für Heimatgeschichte und Denkmalpflege, an ihn mit einer Informationstafel zu erinnern.

Ausgewählt wurde dafür das älteste noch vorhandene Bauwerk der Stadt, die Stadtmauer, die er damals im Zuge der Stadtgründung anlegen ließ. ...

1282 war Immenhausen Streitpunkt zwischen Erzbischof Werner von Mainz und dem Landgrafen. Immenhausen war damals bereits ein mit hessischen Burgmannen besetzter Stützpunkt.

Landgraf Heinrich I. hat Immenhausen, wie auch Grebenstein, planmäßig in relativ kurzer Zeit ausgebaut und mit einer rund drei Kilometer langen Mauer mit drei Toren und zwei Türmen befestigt. Ausschlaggebend dafür waren strategische Gründe und territorialpolitische Überlegungen gegenüber dem mainzischen Riegel CaldenBurg HaldessenHofgeismar. 1298 wurde Immenhausen erstmals urkundlich als "Stadt Ymmenhusen" erwähnt. ...

1385 brannte die Stadt komplett nieder, nur die Mauer überlebte. Die Stadtkirche wurde ab 1409 neu aufgebaut. (eg/tty)

aus HNA-online vom 22.01.2008

Sehenswürdigkeiten in der Umgebung

siehe auch

Hugenottenkirche im Stadtteil Mariendorf

Spitzname

Am Immenhäuiser Rathaus

Der Spitzname der Immenhäuser ist “Scheiwe Schötteln” (Schiefe Schüsseln). In Immenhausen gab es früher viele Töpfer, deren Produkte offenbar nicht immer gerade ausfielen.

Vereine

AWO

Freiwillige Feuerwehr Immenhausen

Musikverein Immenhausen

Auf 100 Jahre Vereinsgeschichte blickte der Immenhäuser Musikverein beim Jubiläumskonzert in der Jahnturnhalle im April 2008 zurück.

TSV Immenhausen

Ende August 2009 wurden der 120. Geburtstag des TSV Immenhausen - mit 1800 Mitgliedern größter Sportverein im Altkreis Hofgeismar - gefeiert, weiterhin das 50-jährige Bestehen der Jahnturnhalle, bauliches Zeugnis eines beispielgebenden Gemeinschaftswerks.

Wandern und Radwandern

Radwandern

Wandertipps

1. Auf dem Märchenlandweg

Ein Wandervorschlag vom Rhönklub Kassel - Von Holzhausen nach Immenhausen

Wandertipp 2

Unsere Wanderung beginnt in Holzhausen - Mitte. Von der Bushaltestelle gehen wir wenige Schritte zur romanischen St.-Johannis-Kirche von 1150, die wir unbedingt besuchen sollten. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Weiter im Bogen auf der Gartenstraße 16 steht ein Fachwerkhaus mit der einmaligen Balkeninschrift „Durch den Schutz Gottes und der weisen Regierung haben der Ackermann Georg Schäfer und dessen Ehefrau Maria Chatarina geb. Roll Gott vertraut und dieses Haus gebaut. Den ersten Juli 1839.“

Unser Wegzeichen ist das M mit Kringel für Märchenlandweg. Die Kasseler Straße verlassen wir vor dem Sportplatz nach links, biegen sofort rechts in den Rehwinkel ein. Links der Thomas-Teich. Im Grund läuft der Krummbach. Weiter oben der Rehwinkelteich.

Im Wald gehen wir vorüber an der Freizeitanlage mit Wassertretstelle bis zu den alten Huteeichen. Dort halten wir uns links auf der Kuhtrift bis vor der Wald. Dann rechts leicht steigend zum Rothbalzerteich. Danach links abwärts vorüber am Pfadfinderheim, erster Weg rechts und wieder links den Fahrweg am Kesselhaken vor der Wochenendhaussiedlung gelangen wir zur Freizeitanlage „Großes Loh“. Von hier bleiben wir auf dem Lohweg, bis wir vor der Feuerwehr in Immenhausen ankommen.

siehe dazu: Märchenlandweg

2. Eco-Pfad Bergbau

3. Wandern am Rand des Reinhardswaldes

Der Ausflugstipp des Rhönklubs Kassel mit Start in Wilhelmshausen führt über Holzhausen bis nach Simmershausen.

Rhönklub: Andreas Koch, Telefon/Fax 05 61-87 11 80. Wanderungen jeden Dienstag und alle 14 Tage sonntags.

Windkraft in Immenhausen

Mitte der 1990er-Jahre war die Stadt Immenhausen die erste Kommune in der Region, in deren Gemarkung Windkraftanlagen gebaut wurden.

Der Windpark Mariendorf / Udenhausen ist 1996 ans Netz gegangen. Damals ging man von einer Laufzeit der Anlage von 20 Jahren aus.

2010 wurden die Pläne für ein neues, riesiges Windrad bekannt gegeben. Diese Anlage soll nicht nur doppelt so viel Energie wie der aus fünf einzelnen Anlagen bestehende Windpark Mariendorf / Udenhausen erzeugen, sondern auch mehr als zweimal so hoch in den Himmel ragen.

Die Turmhöhe misst 135 m und der Durchmesser der Rotoren 100 m, macht eine Gesamthöhe von 185 Meter. Betreiber des bestehenden Windparks ist die Windpark Mariendorf / Udenhausen GmbH & Co KG. [6]

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. Artikel in HNA-online vom 16.8.2012: Der Vater der „Pächer Eichen“
  2. Informationen zur Sprachgrenze auf de.wikipedia.org
  3. HNA-online vom 9.1.2012: Von Hustenburg zur Fachklinik
  4. Artikel in HNA-online vom 30.9.2012: Documenta für zeitgenössische Glaskunst beendet
  5. HNA-online vom 6.7.2014: Historische Stadtführung - Im Banne des Burgmanns
  6. Artikel aus der HNA vom 6.8.2010: Riesen-Windrad geplant

Weblinks


Städte und Gemeinden im Landkreis Kassel
WappenLkKassel.jpg

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