Hundsburg

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Lage

Die Hundsburg ist der nördliche der beiden Buntsandsteinberge, die die Schwalmpforte zwischen Kleinenglis und Kerstenhausen bilden. Sie ist 334,9 Meter hoch. Sie gehört heute zum nordhessischen Schwalm - Eder - Kreis und dem Stadtgebiet von Borken (Hessen).

Hundsburg,von Osten

Namen

Bereits 1258 wird sie als "Hundesburch", in 1347 als "mons Hundisborg" (Berg Hundisborg), 1447 als "Hundesborg" und 1578 schließlich als "Hundsburg", erwähnt. Nach Dr. Klaus Sippel weist der Name "Hundsburg" evtl. auf einen zentralen Platz oder Gerichtsplatz einer mittelalterlichen Zent (Untereinheit eines Gaues) hin, der als Wirkungsplatz eines Zentenars (Hun, Huno, Huntar,Vorsteher/Richter einer Zent) gedient haben könnte. Der südliche, östliche und nördliche Teil sowie das Plateau befinden sich in der Kleinengliser Gemarkung; der westliche Teil in der Gemarkung Kerstenhausen. Im Jahr 1528 verkaufte Steuerburg von Löwenstein die Hundsburg an die Gemeinde Kleinenglis; vorher war sie in Löwensteinschen Besitz.

Keine Burg

Eine Burg, wie immer wieder mal erwähnt wird, ist bis heute nicht nachgewiesen auf dem Plateau des Berges, ebenso wenig wie die Annahme, dass die Ritterfamilie von Hund, die mit dem Dorf Kirchberg (gehört heute zu Niedenstein) von 1430 - 1618 belehnt war und 1655 ausgestorben ist, eine solche Burg auf diesem Berg besessen und betrieben hätte.

Eisenzeitliche Anlage

Geringe Wallreste im Norden und Osten des Gipfels deuten jedoch auf eine vorgeschichtliche Befestigung hin. Der Archäologe Rolf Gensen sieht in der Anlage eine Befestigung der vorrömischen Eisenzeit. Dabei könnte sie als eine mit der Altenburg bei Römersberg korrespondierende Anlage gelten, die den Durchbruch der Schwalm nach Osten ins Borkener - Waberner Becken, "die Schwalmpforte," geschützt hat.

Die Sage von der Hundetaufe

Eine bis in die jüngste Vergangenheit erwähnte Sage um eine "Hundetaufe" befasst sich mit der Hundsburg. Werner Ide, der bekannte Borkener Heimat - und Geschichtsforscher hat sie am 23. Oktober 1937 in der Heimatwarte, einer Beilage zum Kreisblatt für den Kreis Fritzlar-Homberg veröffentlicht. Es wird erzählt, dass der Pfarrer von Kleinenglis in alter Zeit Besuch von einem Boten, des auf der Hundsburg wohnenden Ritters von Hund erhielt, der ihm die Bitte vortrug, "er möge sich doch auf die Hundsburg begeben, um dem Ritter ein paar Hunde zu taufen". "Was?" Die Zornröte stieg in das Gesicht des Pfarrers. "Der Teufel sei wohl in den Ritter gefahren". Er lehnte die "Hundetaufe" ab. Der Bote wandte sich nunmehr an den Pfarrer in Arnsbach. Als dieser die Botschaft hörte sagte er:"So werden wir denn die jungen Hunde taufen müssen!" Er holte Taufbecken und die geistlichen Bücher und wanderte auf die Hundsburg. Der Ritter von Hund begrüßte ihn am Burgtor. Die jungen Hunde wurden getauft. Einer hieß Eberhard und der andere Gerhard. Es waren die Söhne des Ritters von Hund. Die edele Frau hatte Zwillinge geboren. Aus Dankbarkeit für die Hundetaufe hat der edle Ritter von Hund dem Pfarrer von Arnsbach 50 Acker Land geschenkt. Der ehrwürdige Pfarrer aus Kleinenglis sei aber einige Wochen krank gewesen. Er hatte nicht verwinden können, dass einer klüger war als er selber.


Weitere "Hundsburgen"

Hundsburg in Rostock/Schmarl,mittelalterliche Burg zur Kontrolle des Schiffsverkehrs auf der Warnow, heute wüst.

Hundsburg in Düsseldorf/Oberbilk,am Volkspark,ehemaliges kurpfälzisches Jagdschloss, heute wüst.

Hundsburg in Burgwald/Oberrospe,400m hoch,geringe, mittelalterliche Burgreste.



Literatur

  • Friedrich Döring
 - Friedrich Schunder,die von Loewenstein, Band 1, 1955, Seite 51
 - Werner Ide, Von Adorf bis Zwesten 1972, Seite 203
 - Rolf Gensen, Führer zu den archäologischen Denkmälern in Deutschland, Band 8, Der Schwalm-Eder-Kreis 1986, Seite 202-205,
 - Dr. Klaus Sippel, Hessen Archäologie, Sonderband 5, 2017, Seite 211/212

Siehe auch

Weblinks