Hugenottenturm - Karlshafen

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Hugenottenturm oberhalb von Bad Karlshafen

Oberhalb von Bad Karlshafen, auf einem steilen Berghang, befindet sich der Hugenottenturm, der im Jahre 1913 im Auftrag des Kaufmanns Johann Joseph Davin aus Bremen errichtet wurde, dessen hugenottische Vorfahren in der Stadt Aufnahme fanden.

Geschichte

„100 Jahre Hugenottenturm Bad Karlshafen“

Die Sonderausstellung „100 Jahre Hugenottenturm Bad Karlshafen“ war im Jahr 2013 im Hugenottenmuseum Karlshafen zu sehen. Ein Wahrzeichen der Weserstadt wurde am 26. Mai 2013 einhundert Jahre alt.

Das markante Gebäude verdankt seine Entstehung einem Bremer Steinbruchbesitzer und erfolgreichen Geschäftsmann Johann Joseph Davin (1855 - 1920). Der in Königswinter geborene Stifter hatte ein Haus in Karlshafen und war mit der Stadt durch seine Vorfahren verbunden. Die Davins stammten aus dem Waldenserort Villaret in Piemont und verließen als Glaubensflüchtling 1686 ihre Heimat. Über die Schweiz kamen sie mit der „Brigade Valcluson“ im Frühjahr 1686 in Hofgeismar an und zogen weiter nach Helmarshausen. Sie gehörten zu den Karlshafener Erstsiedlern und waren zunächst als Lohgerber in der Lederverarbeitung tätig. Johann Joseph Davin fühlte sich seinen Vorfahren sehr verbunden, von denen auch seine Frau abstammte. Als Zeichen der Dankbarkeit ließ er den Hugenottenturm errichten und übergab ihn der Stadt Bad Karlshafen, die ihn zum Ehrenbürger ernannte. Auf dem Kaiserstein bei den hessischen Klippen, hoch über der Weser, entstand ein Baudenkmal, das von Einheimischen und Touristen gern besucht wurde. In den letzten Jahren hat der Turm seine beherrschende Stellung durch die hoch gewordenen Bäume verloren. Auch der Zugang über holprige Wege ist schwierig geworden. Planung und Erbauung des Hugenottenturms wurden in der Ausstellung dokumentiert, die den Hugenottenturm und seinen Erbauer würdigte. [1]

Zur Geschichte von Karlshafen

Blickt man vom Hugenottenturm - auf den 205 m hohen Hessischen Klippen - auf die Stadt Bad Karlshafen, erkennt man bis heute den denkmalgeschützten Ortskern mit den rund um den alten Hafen gebauten Häusern. In strenger Geometrie wurden etwa 120 Häuser in Carrées geordnet.

Die Stadt an der Weser wurde von Landgraf Karl von Hessen-Kassel gegründet zur Ansiedlung von Hugenotten, protestantischen Glaubensflüchtlingen aus Frankreich.

Bereits im Jahre 1699 erfolgte die einzige Stadtgründung für Hugenotten in Hessen, in Sieburg, dem späteren Carlshafen.

Der Name Sieburg wurde offenbar nach einer alten Fliehburg gewählt. Die Hochfläche liegt im Osten oberhalb der Stadt auf etwa 270 m Höhe. Vermutlich lag hier eine alte Fliehburg und frühmittelalterliche Wallanlage.

Nach dem Willen des Landgrafen Carl sollte eine neue Fabrik- und Handelsstadt entstehen, wobei der Capitän Friedrich Conradi, Ingenieur und Baumeister des Landgrafen, von 1699 bis 1750 als Bauleiter verantwortlich war. Nach ihm ist in Karlshafen die Conradistraße benannt.

Die Planung des im Jahre 1717 in "Carlshaven" umbenannten Orts erfolgte durch den Hofbaumeister Paul du Ry.

Hugenottenmuseum

In der Stadt gibt das im Jahre 1989 in einem ehemaligen Fabrikgebäude der Stadt (ehemalige Tabakfabrik) eröffnete Hugenottenmuseum Einblicke in das Leben der französischen Glaubensflüchtlinge, die ab dem Jahre 1701 in die neugegründete Stadt zogen. [2]

siehe auch

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. Text aus dem Veranstaltungsprogramm 2013 des ECOMUSEUMs REINHARDSWALD - EIN MUSEUM WEITGEHEND IM FREIEN
  2. HNA-online vom 19.7.2013: Auf den Spuren der Hugenotten in Bad Karlshafen

Weblinks