Hugenottenkirche St. Ottilien

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Hugenottenkirche in St. Ottilien
Innenansicht der Hugenottenkirche
Orgelempore

Mehr als 20 Jahre waren seit der Ortsgründung im Jahre 1699 vergangen, bevor eine Kirche in der Hugenottensiedlung St. Ottilien entstand.

Bauwerk

In den Jahren 1724 bis 1727 erfolgte der Bau der Kirche und der angrenzenden Lehrerwohnung, die beide unter einem Dach vereint wurden.

Unter schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen entstand bis 1727 ein funktionales zweigeschossiges Fachwerkdoppelhaus mit einem etwa 2,50 Meter hohen achteckigen Glockenturm.

Vermutlich stammen neben der Türinschrift auch der Kanzelfuß aus jener Zeit. 1755 wurde dann eine Empore in die Kirche eingebaut. Und nochmals lange Jahre dauerte es, bis 1821 die erste Kirchenglocke angeschafft wurde.

Geschichte

Ab dem Jahre 1699 entstand in St. Ottilien eine Hugenottensiedlung. Namensgeber ist eine mittelalterliche Kapelle, die in der Nähe der Ortschaft auf dem St. Ottilien-Berg stand und einst zum Stift Kaufungen gehörte.

Die Hugenottenfamilien, die hier siedelten errichteten ab dem Jahre 1724 eine Kirche, in der nach einer Eintragung im Kirchenbuch Eschenstruth bereits am 19. März 1724 Judith Girard getauft wurde. Es dauerte dann noch bis zum Jahre 1727, bevor die schlichte Kirche eingeweiht werden konnte, was die Inschrift über der Eingangstüre belegt. Die Inschrift in französischer Sprache lautet in der deutschen Übersetzung: "Dies ist das Haus Gottes; dies ist die Porte der Himmel" (1. Mose 28, Vers 17).

Literatur

  • Jochen Desel, Hugenottenkirchen in Hessen-Kassel, Bad Karlshafen 1992, S. 86 ff.
  • Ernst Werner Magdanz, 275 Jahre St. Ottilien, Festschrift 1974
  • Alexander Wolfram, 300 Jahre St. Ottilien, Festschrift 1999

siehe auch

Weblinks