Hotel Reiss

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Hotel am Kulturbahnhof Kassel, das bis Ende 2011 saniert und umgebaut wurde. Im Februar 2012 erfolgte die Wiedereröffnung als 4-Sterne Hotel unter dem Dach der Golden Tulip Gruppe.
Hotel Reiss im Januar 2010
Bis 2003 stand es leer.

Geschichte

Auf den Trümmern des Palasthotels Kaiserhof am Bahnhofsplatz wurde das Gebäude errichtet.
Seit dem documenta-Jahr 2002 kam neuer Wind in das Haus. Das Reiss wandelte sich in einen Treffpunkt und Spielort für Musik, Kunst, Theater und Clubbing. Bands wie "Fettes Brot" traten beispielsweise dort auf.[1]
  • Bis 2012 soll es ein Kunst- und Kulturhotel werden - Ein israelischer Geschäftsmann investierte mehrere Millionen in das Hotel.
  • Wiedereröffnung am 1. Februar 2012. Federführend für die Sanierung und den Umbau des Traditionshauses war das Kasseler Architektenbüro Sprengwerk. Für die Projektentwicklung zeichnete Moshe Sand verantwortlich, der eine Investorengruppe für seine Pläne gewinnen konnte. Ziel: Das Hotel Reiss als Vier-Sterne-Haus wieder in die erste Liga zu führen.
  • Der berühmte Ballsaal des Hotels soll im April 2012 eröffnet werden. Er soll dann der Kasseler Bevölkerung als Veranstaltungsort zur Verfügung stehen.

Die Geschichte des Hotels Reiss gleicht dem Stoff eines Hollywood-Films. Die Bälle waren legendär, die Kinomogul Gerhard Theurich in den 1950er-Jahren im großen Saal für Stars und Sternchen organisierte. Marika Rökk, Heinz Rühmann und Dieter Borsche kamen zu Premierenfeiern ins Reiss und stießen auf ihre Erfolge an. Uschi Glas und Klaus Biederstaedt waren da, Pierre Brice und Walter Giller. Doch in den 90er-Jahren wurde das 1952 nach Plänen von Paul Bode und Ernst Brundig erbaute Traditionshaus ein kostspieliger Sanierungsfall. 2006 kam das Reiss unter den Hammer.

Es war der traurige Tiefpunkt einer glanzvollen Geschichte, die mit dem Hotel Kaiserhof an gleicher Stelle begann. Ein imposanter Bau, der Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet wurde. In den Kaisersälen, die sich großer Beliebtheit erfreuten, wurden einst Operetten, Lustspiele und Possen aufgeführt. Der Kaiserhof fiel dem verheerenden Bombenangriff 1943 zum Opfer. Georg Reiss, der dem Haus bereits vor dem Krieg verbunden war, ließ es als Hotel Reiss in neuem Stil wieder aufbauen. Seinen ersten großen Ansturm erlebte es bei der Bundesgartenschau 1955. Ballsaal und Hessenklause wurden beliebte Treffpunkte. Die rustikal eingerichtete Kneipe im Keller, in der Hessenweine vom Fass ausgeschenkt wurden, soll auch eine Zeit lang Stammlokal von Ex-Bundesfinanzminister Hans Eichel gewesen sein. 1981 übernahm die Dorint-Hotelgesellschaft das Hotel, acht Jahre später wechselte das Haus in private Hände. Doch trotz aller Bemühungen, es modernen Standards anzupassen, ging es mit dem Hotel bergab. In den 1990er-Jahren wurde das Reiss geschlossen.

Einen heftigen, aber kurzen Aufschwung erlebte es mit der Documenta 11 im Jahr 2002. Unter der Regie des bekannten Kasseler Szenewirts Ralph Raabe (Lolita-Bar/A.R.M.) avancierte das Traditionshaus im documenta-Sommer zum Szene- und Kulturtreff. Brandschutzauflagen machten dem im Sommer 2003 ein Ende. Betreiber und Eigentümer stritten sich darum, wer welche Kosten zu tragen hat. Leerstand und Vandalismus führten dazu, dass sich das Haus zu einem Schandfleck entwickelte. Das sollte sich erst wieder ändern, als der israelische Projektentwickler Moshe Sand - unterstützt durch eine Investorengruppe - Sanas Reiss Ende 2009 erwarb und von Grund auf sanierte.

Video: Hotel Reiss erstrahlt bald in neuem Glanz

Nach der Sanierung

Das Hotel hat inzwischen 97 modern eingerichtete Zimmer. Zehn davon sind Suiten. Eine helle Lobby mit Bar, ein Restaurant/Frühstücksraum und Außenterrassen laden zum Verweilen ein. Um die Ausstattung kümmerte sich ein israelischer Innenarchitekt.

siehe auch

Artikel

Weblinks und Quellen

  1. Hotel Reiss auf film-commission-hessen.de