Hommershausen

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Eingebettet: Seit 1818 steht die Kirche inmitten von Hommershausen. Sie verschafft dem Ortsbild einen eindrucksvollen Akzent. Foto: Klaus Jungheim
(Copyright: HNA)

Hommershausen ist ein Stadtteil von Frankenberg an der Eder mit etwa 180 Einwohnern.

Geschichte

Im Jahr 1016 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt.

Nachdem der Ort in Folge des "Sternerkriegs" nur noch eine Wüstung wsar, erfolgte 1518 die Wiederbesiedelung.

Ab dem Jahre 1588 gehörte der Ort zum Gericht Röddenau, ab 1623 zur Pfarrei Viermünden.

Die Kirche von Hommershausen

1818 bekam Hommershausen seine eigene Kirche. Ein Jahr zuvor, 1817, war die alte Butzkirche abgebrochen worden. Ihre Reste findet man noch oberhalb der Unteren Butzmühle an der Nuhne zwischen Schreufa und Sachsenberg. Ihre verwendbaren Balkenteile mussten auf Geheiß der kurfürstlichen Obrigkeit zum Bau der neuen Kirche verwendet werden. Auch Teile der Kanzel und der Empore der Butzkirche wurden in dem Neubau übernommen. Gleichzeitig legte die Gemeinde westlich des Ortes einen neuen Friedhof an. Sie konnte die Verstorbenen nun im Ort begraben. Den Bewohnern der beiden Butzmühlen blieb jedoch auch weiterhin die alte Begräbnisstätte überlassen.

Die Grabsteine des Unteren Butzmüllers Wilhelm Mann und dessen Ehefrau aus 1919 geben noch heute Zeugnis des alten Totenhofes, der aber nach 1920 nicht mehr benutzt wurde. Während die Gemeinde Hommershausen Ende des 19. Jahrhunderts ihre damals arg heruntergekommene Kirche restauriert und repariert hatte, war der Ort nach dem Ersten und auch nach dem Zweiten 2. Weltkrieg nicht in der finanziellen Lage, die mittlerweile wieder sanierungsbedürftige Kirche ausreichend zu restaurieren. Es wurden immer nur die nötigsten Arbeiten vorgenommen. 1960 war der bauliche Zustand dieses mittlerweile 142 Jahre alten Kirchengebäudes in solch schlechtem Zustand, dass Gefahr für die Kirchenbesucher bestand.

Zuerst wurde 1961 das schadhafte Kirchendach und der Turm von der Dachdeckerfirma Höhl (Frankenberg) mit einem Kostenaufwand von 3055 Mark teilweise neu eingedeckt. Obwohl man schon 1961 mit den Dachdeckerarbeiten an der Kirche begonnen hatte, waren erst im Jahre 1965 die finanziellen Möglichkeiten von Kirchenvorstand und Gemeindevertretung Hommershausen geschaffen worden, um eine umfassende Restaurierung und Reparatur der Kirche vornehmen zu können. Dieses geschah alles unter der Koordination Pfarrer Kappners, der sich als Bauleiter in Hommershausen wie auch gleichzeitig in Wangershausen und auch in Rengershausen bleibende Verdienste erwarb.

Die Kirchenrenovierung in Hommershausen wurde im Herbst 1965 mit den Außenarbeiten begonnen und wurde im Juli 1966 mit der letzten Innenrenovierung zuende geführt. Die Arbeiten waren bis auf den Orgelneubau Anfang Juli 1966 abgeschlossen, und schon am Sonntag, 17. Juli 1966, erfolgte die Kirchweih der renovierten Kirche zu Hommershausen. Die Gemeinde versammelte sich vor dem Gotteshaus. Der Architekt Schäfer aus Frankenberg übergab den Schlüssel an Kastenmeister Wilhelm Lange, der diesen an Probst Müller-Osten von der Landeskirche weiter reichte. Dieser übergab ihn an Pfarrer Kappner aus Rengershausen, der als der Gemeindepfarrer die Kirche aufschloss.

Die Gemeinde bekam nun wieder ein Gotteshaus, das als bauliches Schmuckstück dem Ortsbild einen eindrucksvollen Akzent verschafft. Bis zur Einweihung der Orgel verstrichen noch fast eineinhalb Jahre, fehlende Gelder hatten ihre Fertigstellung noch einige Zeit hinausgezögert. Umso mehr freute sich die Gemeinde, als am Sonntag, 12. November 1967, die Orgel, wiederum durch Probst Müller-Osten, im festlichen Rahmen eingeweiht wurde. Die tief greifende Umgestaltung des Kirchenraumes bot die Möglichkeit, hinter dem Altarraum eine Orgel aufzustellen. Bereits 70 Jahre zuvor hatten Einwohner den Wunsch geäußert, endlich an Stelle eines einfachen Harmoniums eine Orgel einzubauen. Doch scheiterte das damals am Widerspruch des Lehrers, dessen Nachfolger sich schließlich mit einem Harmonium begnügen musste.

Als man die Finanzierung der neuen Orgel nach mehrjährigen Verhandlungen geregelt hatte, wurde nach einer Ausschreibung der Orgelbaumeister Böttner (Frankenberg) beauftragt, eine Orgel für die Kirche zu bauen, die sich dem Gesamtbild des Kirchenraumes anpassen sollte. Es gelang. Für den Herstellungspreis von 8375 Mark entstand eine wunderschöne kleine Barockorgel mit vier Registern als Positiv. Sie erhielt als Prospekt den Aufbau einer in Allendorf-Lumda ausgebauten Orgel, der in seiner frühbarocken Form von dem selben Meister geschaffen sein könnte, der im 17. Jahrhundert die aus der Butzkirche stammende Kanzel schuf. Aussehen und Farbgebung des Instruments wurden von dem Kirchenmaler Landgrebe dem Altar angepasst, welches diesem auch hervorragend gelang. Auch unterstützt ihr barockes Klangvolumen den Gesang der Gemeinde und füllt den Kirchenraum stimmlich gut aus.

1961 hatte sich der Kirchenvorstand von der Firma Rincker in Sinn Kostenvoranschläge für zwei neue Glocken ausarbeiten lassen, jedoch wegen der anstehenden Kirchenrenovierung vorerst auf die Anschaffung einer neuen Läuteanlage verzichtet. So musste die alte Glocke mit der Jahreszahl 1722 noch sieben weitere Jahre ihr dürftiges Läutewerk über Hommershausen erschallen lassen, bis der Vorstand im Januar 1968 in der Lage war, Gelder für zwei neue Glocken zu beschaffen. Bereits 1961 hatte man einen eisernen Glockenstuhl mit einem Kostenvolumen von 860 Mark einbauen lassen, der in der Lage war, zwei Glocken zu tragen. Die beiden neuen Glocken wurden nach einer Ausschreibung noch 1968 von der Firma Rincker gegossen.

Von Helmut Wirwahn (HNA-Serie Unsere Kirchen)

Sehenswürdigkeiten

siehe auch

Wussten Sie schon ...

  • ...dass der Stadtteil Hommershausen im Jahre 2016 seine 1000-Jahrfeier begehen kann? Im Jahre 1016 schenkte der Bischof von Worms den dortigen Frauenstift seinen Besitz zu Hommershausen. Dessen Bewohner sollten das Gericht zu Viermünden besuchen.
    Helmut Wirwahn,Frankenberg
  • ... dass die Butzkirche an der linken Seite des Nuhnetales, gegenüber der Unteren Butzmühle lag. Sie war 1242 als Klosterkirche des damaligen Klosters St. Georgenberg erbaut worden. Die Nonnen zogen schon im Jahre 1248 nach Hadebrandsdorf bei Frankenberg und erbauten sich hier ein neues Kloster. Die Butzkirche wurde dann von den Orten Hommershausen, Butzebach, Alberinghusen und den beiden Butzmühlen als Pfarrkirche genutzt.
    Helmut Wirwahn, Frankenberg
  • ...dass in den Jahren von 1500 bis 1518 Hommershausen bei Auseinandersetzungen zwischen der machthungrigen Landgräfin Anna und einigen ihrer Adeligen unter der Führung von Ludwig v. Böneburg zerstört worden war?
    Helmut Wirwahn, Frankenberg
  • ... dass im Jahre 1519 sich die Bauern Johann Donhubs, Scholn Heinrich, Hans Donhoubs und Grete die Mutter des Hans mit dem Kloster St. Georgenberg um die „woesten“ Höfe zu Hommershausen im Streit lagen? Nicht ganz freiwillig geben die Bauern nach und zahlen dem Kloster eine Kaufsumme von 24 Gulden und geloben den St. Georgenberger Nonnen „Währschaft“.
    Helmut Wirwahn, Frankenberg
  • ...dass Hommershausen erst im Jahre 1818 seine eigene Kirche erbaute? Dabei verwandte man Teile aus der abgebrochenen Butzkirche u. a. die alte Kanzel. Im selben Jahr wurde für Hommershausen endlich ein neuer Totenhof angelegt, man ersparte sich damit den etwa vier Kilometer langen Weg zum Butztotenhof. Helmut Wirwahn, Frankenberg
  • ...dass die Gemeinde Hommershausen 1921 auf eigene Kosten an das Stromnetz angeschlossen wurde? Am 29. Juli 1921 leuchteten die Straßenlampen und bis November waren alle Haushalte mit Strom versorgt. Später wurde das Leitungsnetz von der EAM (Elektrische Aktiengesellschaft Mitteldeutschland) übernommen.
    Wilfried Blanc, Hommershausen

Weblinks