Holzhausen (Immenhausen)

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Die ev. Kirche in Holzhausen

Holzhausen ist ein Stadtteil der Stadt Immenhausen im Landkreis Kassel in Nordhessen.

Der Ort hat etwa 1.900 Einwohner.

Geografie

Im Westen von Holzhausen liegt Immenhausen, nordöstlich der Gahrenberg, mit 472 m - ebenso wie der weiter nördlich gelegene Staufenberg - der höchste Berg im Reinhardswald.

Der Ortskern wird in Nord-Süd-Richtung vom Krummbach durchflossen, der etwas südöstlich des Dorfs in den wenige hundert Meter östlich in gleicher Richtung die Ortschaft passierenden Osterbach mündet.

Geschichte

Aus der Ortsgeschichte

Urkundlich wird der Ort bereits im Jahre 1020 als "Holtfusun" (auch "oppidum Holthusen") erwähnt, eine dem hl. Johannes dem Täufer geweihte Kirche wird 1428 genannt, ist aber deutlich älter.

Zur Ortschaft gehört ein Rittergut, heute als "Amthof" bezeichnet, welches 1073 erstmals erwähnt wurde.

Die Johanniskirche wurde um das Jahr 1150 als schlichter Sandsteinbau in romanischer Bauweise mit kleiner Apsis errichtet.

Kriegerische Auseiandersetzungen waren wiederholt (in den Jahren 1370, 1469 und 1560) Anlass für Kriegsbrände, die das Dorf überstehen musste.

Nach dem Großbrand im 16. Jahrhundert, bei dem Dorf und Kirche schweren Schaden nahmen und einem deutlichen Rückgang der Bewohner zur Zeit des Dreißigjährigen Kriegs, lebten im Jahr 1747 wieder 60 Familien im Dorf.

Ein deutlicher Bevölkerungsanstieg war dann im 19. Jahrhundert zu verzeichnen, auch durch den verstärkten Braunkohlenabbau in der Grube Osterberg (später: Holzhäuser Braunkohlewerk). Vor der Stillegung der Grube wurden etwa in den Jahren 1955 bis 1961 zwischen 30.000 und 35.000 t Braunkohle auf der Zeche Osterberg gewonnen.

Erweiterungen erfuhr der Ortskern durch Siedlungen am Hombergsberg ab 1926 und am Tannenkamp nach 1945.

Im Jahr 1970 wurde Holzhausen dann im Rahmen der Gebietsreform in Hessen ein Stadtteil von Immenhausen.

Zunehmender Beliebtheit erfreut sich das Heidelbeerfest in Holzhausen, das im Jahre 2009 mit etwa 1000 Menschen einen Besucherrekord verzeichnete.

Eco-Pfad Bergbau

Der Eco-Pfad Bergbau Holzhausen Reinhardswald führt in drei Teilstrecken zu den einstigen Zechengeländen am Gahrenberg, Kleeberg und Osterberg.

In der Gegend um Holzhausen im Reinhardswald wurde fast 400 Jahre lang bis 1970 unter Tage Braunkohle abgebaut.

Museumstag 2008

Das Bürgerhaus in Holzhausen

Zum Internationalen Museumstag im Jahre 2008 verwandelten die Dorfbewohner nach einem Artikel in der HNA (Ausgabe Hofgeimar) vom 19.5.2008 ihren alten Ortskern in ein lebendiges Museumsdorf. Auf Initiative des Fremdenverkehrsvereins erzählte "Volkherr, der Jäger vom Reinhardswald" (Volker Fach) aus dem Dorfleben früherer Tage und zog gemeinsam mit den "Heidelbeerzwergen" durch die Straßen.

Den Ausgangspunkt bildete die alte Schmiede, aber auch Visiten bei den Salzsiedern oder Waschfrauen, dem Schafscherer oder der Sattlerin standen auf dem Programm. In Zieglers Scheune fand sich eine stolze Sammlung historischer landwirtschaftlicher Gerätschaften, davor verschiedenste Badewannen von vorgestern.

Seifenkistenrennen

Von der letzten Auflage des Seifenkistenrennens in Holzhausen berichtete HNA-online am 18.5.2012. Zum letzten Mal sausten am Himmelfahrtstag Seifenkisten die Holzhäuser Hauptstraße hinunter. 20 Jahre fand das Derby in Holzhausen statt, zuletzt unter der Leitung der Hauptorganisatoren Markus Reuter und Volker Mettner.

Sprachgrenze

Die Mundart von Holzhausen wurde sprachwissenschaftlich intensiv von Hermann Soost (1920) und Stefan Arend (1990) untersucht. Die Mundart von Holzhausen zählt noch zu den mitteldeutschen Mundarten, in den Nachbarorten Wilhelmshausen und Immenhausen wird (wurde) bereits Niederdeutsch gesprochen. [1]

Holzhäuser Heckethaler

Plakat 2013

Der "Holzhäuser Heckethaler" ist ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt Immenhausen, des Ehepaars Garbe und des Kasseler Verleger Rolf Wagner (Prolibris-Verlag), das durch die Stadtsparkasse Grebenstein gefördert wird.

Nachwuchstalente aus dem In- und Ausland tragen beim Heckethaler-Wettbewerb ihre literarischen Texte vor und nehmen an einer Preisverleihung teil, die sich zu einem kulturellen Höhepunkt in der Stadt Immenhausen entwickelt hat.

Kirche

Die Evangelische Kirche Holzhausen gehört heute zur Evangelischen Kirchengemeinde Holzhausen-Wilhelmshausen-Knickhagen.

Ursprünglich wurde die Johanniskirche um das Jahr 1150 als schlichter Sandsteinbau in romanischer Bauweise mit kleiner Apsis errichtet.

In der Dorfkirche im romanischen Baustil befinden sich Wandmalereien aus dem 16. Jahrhundert.

Die Orgel der Orgelbaufirma Euler kam um 1880 hinzu.

Auf dem Platz an der Kirche wird über den Reformator Conradus Satte berichtet.

Literatur

  • Heinrich Reimer: Historisches Ortslexikon für Kurhessen. S. 246
  • Kreis Hofgeismar, Handbuch des Heimatbundes für Kurhessen, Waldeck und Oberhessen III, Marburg/ Lahn 1966, S. 141 ff.
  • Zwischen Gahrenberg und Sudholz. Ein Sammelband zur Geschichte von Holzhausen am Reinhardswald. - Zusammengestellt und bearbeitet von Stefan Arend, Immenhausen 1988 (Arbeitskreis für Heimatgeschichte der Stadt Immenhausen 11)
  • Werner Wiegand und Stefan Arend, Soldaten aus Immenhausen, Holzhausen und Mariendorf im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg 1776 - 1784, 2. Auflage, Immenhausen 1989
  • Stefan Arend, An der Sprachgrenze: die Mundart von Holzhausen, in: Jahrbuch des Landkreises Kassel 1999, S. 106 ff.
  • Region Kassel Land e.V. (Hrsg.), Unterwegs im Reinhardswald - 52 Wege und Ziele, Wolfhagen 2011
  • Gero Lenhardt, Mein Reinhardswald, Wandern - Kultur - Freizeit, 1. Auflage, Calden 2013

siehe auch

Markus Reuter aus Immenhausen-Holzhausen hat als Vorsitzender des Klubs „Rasende Hirsche“ die Tradition des Seifenkistenrennens aus den 50-er-Jahren in Holzhausen im Jahr 1993 wieder aufleben lassen. Seine Mutter Freia Reuter (geb. Gerlach) hatte 1952 als einziges Mädchen am Seifenkistenrennen in Kassel teilgenommen. Zusammen mit ihren Brüdern, den Zwillingen Hermann und Adolf Gerlach. Reuter stellte RegioWiki Bilder der drei aus Holzhausen zur Verfügung und das Original-Programmheft von 1952. Das Rennen wurde damals am 29. Juni ab 13.30 Uhr auf der Großen Schleife des Herkulesbergrings mit Ziel an der Endstation der Straßenbahnlinie 1 gefahren. Dieses Bild zeigt (von links) Adolf, Freia und Hermann Gerlach in ihren Seifenkisten.

Spitzname

Der Spitzname der Ortsbewohner ist “Heidelbeern”. Da Holzhausen sehr nahe am Reinhardswald liegt und man hier Heidelbeeren findet, hat man die Bewohner Heidelbeeren genannt. Und in Veckerhagen (an der Weser) sagt man: “Wer eine Frau aus Holzhausen heiratet, braucht keinen Hofhund”, was wahrscheinlich am guten Mundwerk der Holzhäuserinnen liegt.

Tourismus

Heidelbeerfest

Strassen

Durch den Ort verläuft ein Abschnitt der Strasse der Weserrenaissance und unweit am Dorf vorbei verläuft ein Abschnitt der Deutschen Märchenstraße („Dornröschen-Route“); beide Straßen kreuzen sich im Reinhardswald.

Volkherr

Der Fremdenverkehrsvereins Holzhausen hat die Figur von „Volkherr, dem Jäger vom Reinhardswald“ geschaffen und will damit vor allem das Interesse jüngerer Menschen für das Heidelbeerdorf Holzhausen wecken. Volkherr führt die Besucher Holzhausens durch das Dorf und die Landschaft, veranstaltet Erzählabende oder lädt zum Märchenquiz ein.

Vereine

Wandern

Auf dem Märchenlandweg

Ein Wandervorschlag vom Rhönklub Kassel - Von Holzhausen nach Immenhausen

Unsere Wanderung beginnt in Holzhausen - Mitte. Von der Bushaltestelle gehen wir wenige Schritte zur romanischen St.-Johannis-Kirche von 1150, die wir unbedingt besuchen sollten. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Weiter im Bogen auf der Gartenstraße 16 steht ein Fachwerkhaus mit der einmaligen Balkeninschrift „Durch den Schutz Gottes und der weisen Regierung haben der Ackermann Georg Schäfer und dessen Ehefrau Maria Chatarina geb. Roll Gott vertraut und dieses Haus gebaut. Den ersten Juli 1839.“

Unser Wegzeichen ist das M mit Kringel für Märchenlandweg. Die Kasseler Straße verlassen wir vor dem Sportplatz nach links, biegen sofort rechts in den Rehwinkel ein. Links der Thomas-Teich. Im Grund läuft der Krummbach. Weiter oben der Rehwinkelteich. Im Wald gehen wir vorüber an der Freizeitanlage mit Wassertretstelle bis zu den alten Huteeichen. Dort halten wir uns links auf der Kuhtrift bis vor der Wald. Dann rechts leicht steigend zum Rothbalzerteich. Danach links abwärts vorüber am Pfadfinderheim, erster Weg rechts und wieder links den Fahrweg am Kesselhaken vor der Wochenendhaussiedlung gelangen wir zur Freizeitanlage „Großes Loh“. Von hier bleiben wir auf dem Lohweg, bis wir vor der Feuerwehr in Immenhausen ankommen.

Rhönklub: Andreas Koch, Telefon/Fax 05 61-87 11 80. Wanderungen jeden Dienstag und alle 14 Tage sonntags.

Eco-Pfad Bergbau Holzhausen

Hinweisschild zum Eco-Pfad Bergbau Holzhausen Reinhardswald am Bürgerhaus in Holzhausen

Eco-Pfad Bergbau Holzhausen Reinhardswald: der Eco-Pfad führt in drei Teilstrecken zu den einstigen Zechengeländen am Gahrenberg, Kleeberg und Osterberg.

In der Gegend um Holzhausen im Reinhardswald wurde fast 400 Jahre lang bis 1970 unter Tage Braunkohle abgebaut.

Bereits im Mittelalter war Holzhausen ein Bergbau-Standort und noch heute sind Spuren des Kohleabbaus zu finden. Besonders im südlichen Reinhardswald wurde Braunkohle abgebaut, am Ahlberg, am Gahrenberg und am Möncheberg.

Der Eco-Pfad Bergbau führt auf insgesamt rund 17,2 km zu den einstigen Zechengeländen. Er kann von den Parkplätzen „Roter Stock“ oder „Bürgerhaus“ in Holzhausen aus erwandert werden. [2]

Wandern am Rand des Reinhardswaldes

Ein Ausflugstipp des Rhönklubs Kassel - Start ist auf dem Fuldauferweg in Wilhelmshausen

Auf dem Fuldauferweg laufen wir zum Ortsausgang Richtung Kassel zurück, queren die Straße und begehen den asphaltierten Radweg hinter dem letzten Haus. Es geht flach einige hundert Meter weiter, vorüber am Reiterhof, dann führt der Weg sich windend bergauf. Auf der Höhe 211 Meter halten wir uns rechts bis zum Waldrand, an dem eine Baracke steht. Davor beginnt das Wanderzeichen Dreieck, dem wir auf dem Waldweg über die in einer Kurve führende Straße folgen.

Angekommen auf dem Parkplatz der Termenei gehen wir an einem Verkehrsschild auf Wiesenpfad leicht steigend hinein in die Termenei. Nach wenigen hundert Metern geht es links zur Schutzhütte mit Grillplatz. Danach folgen wir dem im Bogen nach links führenden Weg zum Waldrand. Hier wandern wir leicht steigend nach rechts. Bald führt von rechts heran das Wanderzeichen H, dem wir bis Holzhausen Kirche folgen.

Wandertipp: Am Rand des Reinhardswalds

Bei feuchter Witterung kann man den abwärts führenden rutschigen Weg umgehen, indem man auf der Höhe den Wiesenwaldweg geradeaus weitergeht bis zum Taubereck. Das sind etwa 1.000 Meter. Hier steht eine Bank-Sitzgruppe, die an den früheren Forstmeister Tauber erinnert. Von hier, wenige Meter zurück, folgen wir dem geschotterten Forstweg abwärts durch das Wildgatter ins Osterbachtal. Leicht steigend hinter einer Wegbiegung links der Chattenstein. Im Ort sind wir etwa 5 km gewandert. Der Weg, jetzt mit Wegzeichen umgedrehtes T, führt auf der Kasseler Straße nach links bis zum Friedhofsportal, die Straße abwärts, links abbiegend an der Kläranlage vorbei. Auf asphaltiertem Feldweg folgen wir der mehrfach abknickenden Markierung hinauf zur Landesstraße, die wir mit Vorsicht queren. Jetzt nimmt uns ein kleines Gehölz auf, das uns direkt in den Gutsbereich Winterbüren hineinführt. Über den Hof halten wir uns rechts mit Blick auf das steinerne Wohngebäude und folgen der Zufahrtsstraße abwärts zur Kreisstraße. Gehen einige hundert Meter und sind unterhalb der Sternwarte in Rothwesten nach 10 km angekommen. Bei trockenem Wetter empfehlen wir, den nach den ersten Häusern rechts abgehenden Wanderpfad durch den romantischen Höllgraben zu gehen. Wenn es feucht ist, weiter auf der Straße bis hinter die evangelischen Kirche, dann rechts die Harbigstraße hinunter zum Sportplatz und weiter auf befestigtem Weg nach Simmershausen hinein zur Bushaltestelle nach 13 km.

Weitere Wandertipps

  • Ein Rundweg führt von Holzhausen über die Termenei (Heidefläche) nach Wilhelmshausen und über das Mühlbachtal nach Holzhausen zurück.

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. Informationen auf de.wikipedia.org
  2. HNA-online vom 19.10.2013: Eco Pfad zu fast 400 Jahren Braunkohleförderung

Weblinks



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