Holländische Straße

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Die Holländische Straße ist eine nach Norden führende insgesamt vierspurige Ausfallstraße in Kassel. Der Stadtteil Nord-Holland ist in Nord-Süd Richtung von der Holländischen Straße durchzogen. Sie ist Teil der B 7 und der B 83. Die Holländische Straße wird weitergehend von den Tram-Linien 1 und 5 sowie der Nacht-Tram 5 und einigen Buslinien genutzt. [1]

Anbindung und Infrastruktur

Die Holländische Straße, seit je her nach Norden führende Hauptausfall-Straße, zieht sich durch den gesamten Stadtteil. Entlang der Straße erstrecken sich viele Geschäfte, Dienstleistungsbetriebe, einige wenige Industriebetriebe wie Bombardier und gastronomische Einrichtungen. [2]

Geschichte der Straße

In der Presse um 1920 wurde die Holländische Straße das „Schmerzenskind der städtebaulichen Entwicklung Kassels“ genannt. Wer um 1735 nordwärts aus Kassel raus wollte, hatte zwei Möglichkeiten: den alten holländischen Postkurs, später „Fahrender Lippstädter Kurs“ auf der heutigen Wolfhager Straße. Und – auf der Holländischen Straße – den „Neuen Holländischen Kurs“ über Westuffeln (dort war der erste Pferdewechsel). Über die Straße floss die Mombach. Stadtbaumeister Klocke veranlasste 1749, dass die Holländische Straße ausgebaut und die Mombach-Furt durch eine Brücke ersetzt wurde. Immerhin war die Straße Teil eines großen, alten Verkehrswegs zum Niederrhein und bis nach Holland.

Anfang als Mittelgasse

Angefangen hat die Holländische Straße klein. Als sie noch Müllergasse hieß, führte sie vom Pferdemarkt bis zum Müllertor. Das fiel, als die Kasseler Festungsanlage 1767 geschleift wurde. Das Holländische Tor entstand, mitten auf dem heutigen Holländischen Platz. Wahrscheinlich war es für die Henschel-Arbeiter keine Freude, die riesigen neuen Loks mit einem 60 Pferde starken Gespann auf dem Weg zum Oberstadtbahnhof durch das Tor zu fädeln. 1866 wurde es abgerissen.

Vor der Industrialisierung muss es längs der Holländischen Straße idyllisch gewesen sein: große Obst- und Gemüsegärten und Gärtnereien. Erst nach und nach entstanden Häuser außerhalb des Altstadtrings. Das Haus mit der Hausnummer 1 – so steht es auch im Kasseler Adressbuch von 1828 – war das „Oestreich“, die sehr beliebte Gastwirtschaft von D. Oestreich. Damals, also um 1850, war die Holländische Straße eine Pappelallee. Der Hauptfriedhof war noch ganz neu.

Industrialisierung

1810 errichtete Henschel die erste kleine Fabrik in der Nordstadt. 1837 war der Fabrik-Neubau am Möncheberg fertig. Auch andere Betriebe siedelten sich an: Gottschalk, Kolbenseeger, die Waggonfabrik von Thielemann, Eggena, die Kasseler Gasbereitungsanstalt, der Schlachthof. Damals arbeiteten allein bei Henschel 200 Leute, um 1900 waren es schon 2200.

Entstehung der Nordstadt

Für all die Arbeiter musste Wohnraum her, praktischerweise in Werksnähe. Die Altstadt war zu eng. Die neu entstehenden Wohnungen im Vorderen Westen für Arbeiter nicht bezahlbar. Im Gebiet an der Holländischen Straße schossen vierstöckige Mietskasernen aus Ziegelsteinen aus dem Boden – die Nordstadt.

Die Bomben des Zweiten Weltkriegs (siehe auch 1943 und 1945) haben die Straße zerstört. Die Bomben galten den Fabriken. Sie trafen aber auch die Wohnblocks und die Straße.

Pläne zur Umbenennung der Straße

Der Vater des von Neonazis ermordeten Halit Yozgat wollte, dass die Holländische Straße nach seinem Sohn benannt wird. [3]

Nahverkehr

Um die Studentenströme aufnehmen zu können, wurde bis Ende November 2013 die Haltestelle Holländischer Platz ausgebaut.[4]

Literatur

  • Annette Ulbricht (Hrsg.): Von der Henschelei zur Hochschule. Der Campus der Universität Kassel am Holländischen Platz und seine Geschichte. Kassel, 2004; ISBN 3-89958-099-0

siehe auch

Weblinks und Quellen

  1. Holländische Straße im Artikel Nord-Holland (Kassel) auf Wikipedia.de
  2. Der Stadtteil Nord-Holland auf gwg-kassel.de
  3. Mögliche Namensänderung der Holländischen Straße auf hna.de
  4. Aus HNA.de vom 13. November 2013: Haltestelle sollte ursprünglich direkt vor Universität gebaut werden