Holger Börner

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Holger Börner (re.) beim Treffen mit dem damaligen französischen Staatspräsidenten Giscard d'Estaing auf der Treppe des Kasseler Rathauses
Bild: Ines Wolter - 08.07.1980

Holger Börner (* 7. Februar 1931 in Kassel; † 2. August 2006 ebenda) war ein SPD-Politiker. Börner war von 1976 bis 1987 Hessischer Ministerpräsident.

Holger Börner wuchs in einer sozialdemokratischen Familie auf. Sein Vater, Hermann Börner, wurde 1906 in Wolfsanger geboren. Der Werkzeugdreher und spätere Maurer übernahm 1930 im Alter von 24 Jahren den Vorsitz der Wolfsanger-SPD. 1933 wurde er von den Nazis wegen Hochverrat angeklagt und kam in ein Konzentrationslager. Während des Krieges wurde er in Russland eingesetzt, wo er 1941 durch eine Mine ums Leben kam. Seine Frau Martha Börner gehörte nach dem Krieg zu den Frauen der ersten Stunde, die sich aktiv am Neuaufbau der Demokratie beteiligten. 1946 wurde sie Stadtverordnete in Kassel.

Im gleichen Jahr trat Sohn Holger Börner, gerade 15 Jahre alt, als Mitglied der sozialdemokratischen Jugendorganisation Die Falken bei. Nach Abschluss der Schule absolvierte er eine Lehre als Betonfacharbeiter. Anschließend wurde er Hilfspolier und Betriebsratsvorsitzender einer Kasseler Baufirma.

1948 trat er in die SPD ein. Es folgte eine Karriere in der Kommunal- und später Bundespolitik. Mit 25 Jahren wurde er Stadtverordneter, mit 26 Jahren war er bereits Bundestagsabgeordneter in Bonn. Von 1976 bis 1987 war er Hessischer Ministerpräsident.

In den Deutschen Bundestag wurde Holger Börner 1957 gewählt, wo er der jüngste Abgeordnete war. 1967 bis 1972 war er Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, welches später um das Post- und Fernmeldewesen erweiteret wurde. 1972 gab er das politische Amt auf und widmete sich als SPD-Bundesgeschäftsführer der Parteiarbeit.

Am 12. Oktober 1976 wurde Holger Börner dann zum Hessischen Ministerpräsident gewählt. In dieser Funktion stand er nach der Wahl 1985 einer rot-grünen Landesregierung vor. Die war das erste Mal das SPD und Grüne in der Bundesrepublik Deutschland eine Regierung bildeten. Im Streit um die Atomwerke Nukem in Hanau kam es 1987 zum Bruch der Koalition, mit der Folge von Börners Rücktritt.

Von 1987 bis 2003 war Börner Vorsitzender der Friedrich-Ebert-Stiftung. 2003 wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

1988 ernannte die Stadt Kassel Holger Börner zum Ehrenbürger. Darüber hinaus war er Träger des Großkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Holger Börner war verheiratet und hatte drei Kinder und sechs Enkelkinder. Bis zu seinem Lebensende wohnte er im Bossental.

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