Hoher Dörnberg

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Blick auf Zierenberg - vorne rechts die Wichtelkirche
Habichtswaldsteig am Hohen Dörnberg
Blick zu den Helfensteinen
Helfensteine

Der Hohe Dörnberg, der meist nur Dörnberg genannt wird und 578,70 m hoch aufragt, befindet sich etwa 10 km westlich von Kassel im nordhessischen Naturpark Habichtswald.

Eco Pfad Archäologie

Der Eco-Pfad Archäologie Dörnberg verläuft rund um den Hohen Dörnberg und vermittelt interessierten Besucherinnen und Besuchern Wissenswertes über die Helfensteine und die hier vermutete Burg, den mit 476 m steil aufragenden Hohlestein, die Wichtelkirche (auch „Blumenstein“ genannt) oder die ehemals hier gelegene Ringwallanlage. Der Landkreis Kassel wertet seine Eco-Pfade 2010 mit Hörführungen auf, um Touristen kulturhistorische und regionalgeschichtliche Wanderungen im Kasseler Umland noch schmackhafter zu machen. Die Hörführungen sollen die Texte auf den Tafeln entlang der Eco-Pfade ergänzen. Die Hörführungen können unter Eco-Pfade als MP3-Datei heruntergeladen werden.

Auf dem wenig bewaldeten Gipfelplateau des Dörnbergs ist noch deutlich sichtbar die Struktur eines mehrere hundert Meter langen, fast dreiecksförmigen Ringwalls zu erkennen. Sein Alter ist nicht zweifelsfrei geklärt, vermutlich stammt er aus der Jungsteinzeit. Auch rund um die Basaltgruppe Helfenstein sind Bodenspuren unklaren Alters vorhanden.

Geschichte

Der Hohe Dörnberg war bereits im 3. Jahrtausend v. Chr. besiedelt. Eine besonders lang anhaltende Besiedlung ist in der Eisenzeit nachzuweisen. 1920 wurden in der Umgebung einige gut erhaltene Pfeilspitzen aus weißem Flint gefunden. Darüber hinaus wurde ein spitznackiges Steinbeil mit angefangener Durchbohrung bei der Kolonie Friedrichstein entdeckt, die im Jahre 1777 angelegt wurde.

1071 verschanzte sich der Deutsche Kaiser Heinrich IV. (HRR) auf der Hochfläche des Berges, währenddessen sein Widersacher Otto von Northeim auf der anderen Seite der Warme auf dem Burghasunger Berg sein Lager aufgeschlagen hatte. 1910 wurden bei Rodearbeiten einige Scherben und ein Lanzenschuh aus dem 11. Jahrhundert gefunden.

Seit dem Jahre 1923 wird Segelflug am Dörnberg betrieben. Auf der Hochebene zwischen Hohem Dörnberg, Helfenstein und Zierenberger Kuppe liegt die Start- und Landebahn für die Segelflugzeuge.

In den Jahren 1948 bis ’49 wurden der Alpenpfad und der Jägerpfad angelegt.

Am Fuße des Helfensteins liegt der in den Jahren 1961 bis 1963 entstandene Jugendhof des Landes Hessen, wo sich seit 2009 das Besucher- und Informationszentrum Naturparkzentrum Habichtswald befindet. 1968 wurden das Café und Restaurant "Dörnberghaus" seiner Bestimmung übergeben und 2004 folgte das "Bergcafe Friedrichstein".

Gewässer

Fließgewässer

Der Dörnberg wird von diesen Fließgewässern tangiert:

Auf dem Dörnberg entspringt

Wasserscheide

Über den Gipfel des Dörnbergs verläuft die Diemel-Fulda-Wasserscheide, ein Teil der recht langgestreckten Diemel-Eder/Fulda/Weser-Wasserscheide: Das Wasser aller Bäche, die vom Dörnberg vorerst in südliche oder westliche und danach in nördliche Richtungen oder vom Berg bereits direkt in nördliche Richtungen fließen, erreicht früher oder später über die Warme oder Nebelbeeke die Diemel und dann die Weser; dem entgegen erreichen die Bäche, die vom Dörnberg in nordöstliche und östliche Richtungen fließen, über die nach Osten fließende Ahne die Fulda und dann die Weser.

Hohe Berge

Wichtelkirche-Felsen

Die höchsten Erhebungen

Der Wichtelkirche-Felsen

Es gibt eine Legende zum Wichtelkirche-Felsen. Sie besagt, dass es mal einen Wichtelkönig gab, der von einem schönen Mädchen so betört war, dass er ihr zur Hochzeit eine Kirche aus Kristall baute.

Diese Legende kann sich der kulturinteressierte Wanderer auf seinem Weg auf dem archäologischen Pfad entlang der Wichtelkirche-Felsen am Dörnberg von einer CD oder einem MP3-Player ins Ohr einspielen lassen. Die Hörführung kann unter Eco-Pfade als MP3-Datei heruntergeladen werden.

Literatur

  • Lothar Nitsche, 30 Jahre Naturschutzgebiet Dörnberg, in: Jahrbuch des Landkreises Kassel 2009, S. 7
  • Udo Schlitzberger, 10 Thesen zur Vor- und Frühgeschichte des Dörnberg-Areals, in: Jahrbuch des Landkreises Kassel 2009, S. 15

Naturschutz

Das Landschaftbild wird bestimmt durch eine offene Buschlandschaft und einem Naturschutzgebiet, das zu den größten Magerrasenflächen in Deutschland gehört. Beeindruckend ist eine grosse Vielfalt an Orchideen und Enzianen.

Orte

Zu Füßen des Dörnbergs liegen die Gemeinden Ahnatal, Habichtswald (insbesondere der Ortsteil Dörnberg) und Zierenberg.

Segelfliegen

Segelflugplatz unterhalb der Helfensteine

Seit 1924 gibt es auf dem Dörnberg bei Zierenberg ein Segelfluggelände.

siehe auch

Tonale 2011

Die “Tonale 2011 – Klangkunst am Rande der keltischen Welt” wurde am 2. Juni 2011 von Landrat Uwe Schmidt als dem Vorsitzenden des Zweckverbands Naturpark Habichtswald vor den Toren des Naturparkzentrums am Hohen Dörnberg bei Zierenberg eröffnet. Der Wind am Dörnberg brachte die Habichtswaldsaiten von Renate Hoffleit und Michael Bach Bachtischa zart aber doch vernehmlich zum Klingen.

Weblinks

Hinweistafel am Eco-Pfad Dörnberg