Hofverwaltungsgebäude am Friedrichsplatz

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Ansichtskarte: auf dem Friedrichsplatz, unter den westlichen Baumreihen zwischen Karlsstraße und Königsstraße - gegenüber das Museum Fridericianum und rechts daneben das Hofverwaltungsgebäude.
Blick von der Frankfurter Straße über den Friedrichsplatz mit dem Hofverwaltungsgebäude; dahinter (links) erkennt man das Elisabeth-Hospital an der Obersten Gasse, rechts vom Hofverwaltungsgebäude steht das Geistliche Haus.

Das ehemalige Hofverwaltungsgebäude stand am Kasseler Friedrichsplatz.

Es wurde in den Jahren 1826-1829 als Gegenstück zum Roten Palais errichtet und nahm mehrere Hofbehörden auf, die zuvor gegenüber dem alten Schloss am Steinweg untergebracht gewesen waren und nun in die Nähe des neuen Residenzpalais nachrückten: das Hofmarschallamt, die Hofkämmerei, die Möbel- und Leinwandkammer, die Hofkammer und die Ordenskommission; außerdem richtete man wieder mehrere Dienstwohnungen ein. Die Baukosten wurden unter anderem aus dem Verkauf des Altbaus am Steinweg bestritten. Wegen der Symmetrie der Platzfront sollte die Farbgebung den Sandsteinfronten des Roten Palais entsprechen; aus Kostengründen verzichtete man allerdings auf rote Sandsteinquader und errichtete einen Putzbau mit rot gestrichenen Flächen und gelb abgesetzten Architekturteilen.

Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen 1866 wurde das Hofverwaltungsgebäude als Kriegsschule für die Offiziersausbildung genutzt; ein Gefallenendenkmal, das im Hof an den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 erinnerte, steht heute auf dem neuen Militärfriedhof an der Holländischen Straße.

Ein Umbau des Gebäudes zum Oberpräsidium der Provinz Hessen-Nassau ab 1938 blieb wegen des Krieges unvollendet. (Der bisherige Sitz der Oberbehörde befand sich am heutigen Brüder-Grimm-Platz, an der Stelle der derzeitigen Verwaltungsgerichtshofs.) Beim Großangriff 1943 brannte das Gebäude aus, und ein Teil der Fassade wurde zerstört. In den massiven Kellergewölben sollen die amerikanischen Truppen nach 1945 ein Kino betrieben haben, das mit Gestühl aus dem nahen Staatstheater ausgestattet worden war. 1954 wurde die Ruine des ehemaligen Hofverwaltungsgebäudes gesprengt.

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