Hofgeismarer Kreis

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Als Hofgeismarer Kreis wird eine Gruppierung innerhalb der Jungsozialisten (der Jugendorganisation der SPD) bezeichnet, die in den Jahren von 1923 bis 1926 bestand und einen Sozialismus im nationalen Rahmen anstrebte.

Seinen Namen erhielt der Kreis, weil er Ostern 1923 auf dem Jungsozialistentag in Hofgeismar gegründet wurde. Das alte Schlößchen Schönburg im nordhessischen Hofgeismar war damals eine beliebte Stätte für Jugendtagungen.

Zu Ostern 1923 trafen sich etwa 150 Jungsozialistinnen und Jungsozialisten aus ganz Deutschland in Hofgeismar zu einer Arbeitstagung, als deren wichtigster Tagesordnungspunkt die "Klarstellung unseres Verhältnisses zum deutschen Volk und Staat" bezeichnet wurde. Prominente Wissenschaftler wie der Philosoph Paul Natorp, der Wirtschaftswissenschaftler Eduard Heinemann, der Arbeitsrechtler Hugo Sinzheimer oder der ehemalige Reichsjustizminister Gustav Radbruch hielten Vorträge.

Im Hofgeismarer Kreis, der sich nach dem Ostertreffen bildete, organisierten sich Teile der Jungsozialisten, die den deutschen Staat bejahten. Doch nicht immer klang dies nach einer Verteidigung der noch jungen Weimarer Republik. Das Spektrum war breit, mit fließenden Grenzen zum rechtskonservativen Geist.

Auf das Ostertreffen in Hofgeismar folgten weitere Tagungen, reger Briefwechsel und ab Herbst 1924 wurde das Blatt „Politischer Rundbrief“ herausgegeben, bevor die inneren Differenzen zum Auseinanderbrechen des Kreises Anfang 1926 führten.

Quellen und Weblinks