Hofgeismar

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hofgeismar
Brunnentempel-Hofg.-DSC 0006.jpg
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Kassel
Höhe: 161
Fläche: 86,39 qkm
Einwohner: 15.554 (31. Dezember 2011)
Postleitzahl: 34369
Vorwahl: 05671
Kfz-Kennzeichen: KS
Gemeindeschlüssel: 06 6 33 013
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
34369 Hofgeismar
Website: www.hofgeismar.de
E-Mail-Adresse: info@stadt-hofgeismar.de
Bürgermeister: Marcus Mannsbarth (SPD)

Hofgeismar ist eine Kleinstadt in Nordhessen im Landkreis Kassel mit etwa 16.000 Einwohnern. Die Stadt liegt an der Bundesstraße B 83 etwa 25 km nördlich von Kassel.

Sitz der Stadtverwaltung ist das Rathaus am Markt.

In den Jahren 1978 und 2015 fanden der 18. bzw. der 55. Hessentag in Hofgeismar statt.

Ein Blick auf die Stadt

Hofgeismar liegt in Hessen weit oben. Von hier aus sind es nur etwa 25 km zur Landesgrenze nach Nordrhein-Westfalen (im Westen) und etwa ebenso weit zum Dreiländereck Hessen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen (im Norden). In etwa gleicher Entfernung liegt die Großstadt Kassel im Süden.

Die Stadt Hofgeismar ist umgeben von einer Mittelgebirgslandschaft und nur wenige Kilometer entfernt vom Reinhardswald (im Osten), dem mit weit mehr als 200 km² grössten zusammenhängenden Waldgebiet in Hessen. Zahlreiche Sagen und Geschichten ranken sich um dieses Gebiet an der Deutschen Märchenstrasse.

Mitten im Reinhardswald liegen das Dornröschenschloss Sababurg und der Hofgeismarer Stadtteil Beberbeck, eines der kleinsten Dörfer der Region mit dem ehemals kurfürstlichen Schloss.

Im Stadttteil Schöneberg erinnert das Dorothea Viehmann–Denkmal an der Brüder Grimm-Strasse an die bekannte nordhessische Märchen-Erzählerin der Brüder Grimm, die aus einer Schöneberger Familie stammte. Die Hugenottenkirchen in Schöneberg und in den Stadtteilen Carlsdorf, Friedrichsdorf und Kelze sind Zeugnisse der Ansiedlung französischer Glaubensflüchtlinge (Hugenotten) seit dem Ende des 17. Jahrhunderts.

Im Norden der Stadt wird das „Hofgeismarer Becken“ durch den Heuberg (mit Fersehturm), den Westberg und den Schöneberg begrenzt, zugleich die höchsten Erhebungen und attraktive Wanderziele in unmittelbarer Umgebung.

Die Kernstadt Hofgeismar

Die Stadt Hofgeismar ist an einem Hauptverkehrsweg entstanden, der von der Fulda im Süden zur Diemel und weiter zur Weser im Norden führte. Bis heute liegen zahlreiche Geschäfte an den historischen Straßen und Plätzen der Stadt.

Innerhalb der Stadtgrenze führte in früheren Jahren der Hauptverkehrsweg über den Steinweg (in der Hofgeismarer "Neustadt") zum Töpfermarkt. Hier wurden einst Töpfereiwaren aus der Umgebung zum Kauf angeboten.

Rund um den historischen Töpfermarkt findet man heute einige Geschäfte und Straßencafés laden in der wärmeren Jahreszeit zum Verweilen ein.

Rathaus am Markt

Über den Töpfermarkt hinaus führte der Hauptverkehrsweg einst weiter zum Marktplatz, an den sich weiter nördlich die "Peterstadt" anschloss.

Am Töpfermarkt zweigte aber auch ein Weg zu den Mühlen der Stadt und zu den Dörfern im Reinhardswald ab, der später zur Mühlenstraße ausgebaut wurde. Nach der Eröffnung der Eisenbahnlinie und der Errichtung des Bahnhofs im 19. Jahrhundert wurde die Mühlenstraße sowie deren Verlängerung, die Bahnhofstrasse zur Hauptverkehrsstrasse.

Einige Jahrhunderte zuvor führte der Weg aus vier Himmelrichtungen in die historische Altstadt von Hofgeismar: im Süden lag das Kasseler Tor, im Westen das Sälber Tor, im Norden das Schöneberger Tor und von Osten erreichte man durch das Mühlentor die Stadt. Von den ehemals vier Hofgeismarer Stadttoren sind noch Teile des „Kasseler Tors“ und des „Sälber Tors“ erhalten geblieben.

Das im Westen der Stadt gelegene Sälber Tor in der Hofgeismarer "Altstadt" befindet sich in unmittelbarer Nähe der Altstädter Kirche, heute ein Wahrzeichen der Stadt mit dem Hofgeismarer Passionsaltar aus dem Jahr 1310. Hier betrat man schon die Stadt, als im Jahre 1223 der Siedlung „Hove Geismari“ durch den Mainzer Erzbischof Siegfried II. Stadtrechte verliehen wurden und sich der Ort zum Mittelpunkt eines Kirchsprengels entwickelt hatte.

Altstädter Kirche

Nur ein Stück weiter liegt der Marktplatz mit dem historischen Rathaus und seinen Fachwerkhäusern - darunter das älteste Fachwerkhaus aus dem Jahr 1528.

Schlägt man am Marktplatz den Weg zum Stadtmuseum durch die „Apothekenstraße“ ein, führt dieser vorbei am Apothekenmuseum im 900-jährigen „Steinernen Haus“, dem ältesten Profanbau der Region.

In unmittelbarer Nachbarschaft wurde im 14. Jahrhundert die historische Petri-Kirche errichtet, die bis zum 18. Jahrhundert im Bereich des heutigen Petriplatzes stand und dem Stadtteil „Peterstadt“ seinen Namen gab. Nur wenige Schritte weiter vermittelt das Hofgeismarer Stadtmuseum am Petri-Platz Informationen über die Zeit, als Hofgeismar noch Kurbad war, über Hugenotten und Waldenser oder die ehemalige Jüdische Gemeinde und Kunstinteressierte erfahren Wissenswertes über etliche Maler wie zum Beispiel Theodor Rocholl.

Zurück in der Fußgängerzone lädt der Töpfermarkt zu einem Zwischenstopp an der Bronzefigur des Künstlers Rolf Steiner ein: Mutter und Tochter halten Kanne und Teller bereit - der kleine Sohn spielt mit „Papier“-Schiffchen im Wasserlauf. Hier - in der im 14. Jahrhundert entstandenen Hofgeismarer "Neustadt" - ist bis heute die Neustädter Kirche erhalten geblieben. Bedeutung hat die Kirche im 17. Jahrhundert durch zugewanderte Hugenotten und Waldenser erlangt. Und dem Waldenser-Pfarrer David Clément wurde gegenüber der Neustädter Kirche ein Denkmal gesetzt.

Rund um den alten Stadtkern befinden sich Teile der historischen Stadtmauer und ein die Stadt umgebender Grüngürtel, besonders an der Bleiche, am Baumhagen und am Turnhagen. Die Hofgeismarer „Hagen“ sind Bepflanzungen der ehemals hier verlaufenden Wallanlagen, die - ebenso wie die Stadtmauer - zur Stadtbefestigung gehörten.

Innerhalb der Kernstadt von Hofgeismar sind heute Hauptgeschäftsstraßen die Mühlenstraße bis zur Bahnhofstraße hin und die Marktstraße bis zum Marktplatz. Einkaufszentren findet man heute aber auch in anderen Bereichen der Stadt, etwa im Bereich der ehemaligen Manteuffel-Kaserne oder an der Industriestrasse. Im angrenzende Industriegebiet ist seit langer Zeit eine Firma für Autokühler-Fabrikation ansässig.

Schlösschen Schönburg

Jenseits des Bahnhofs, der im März 1848 als das größte Empfangsgebäude der Friedrich-Wilhelms-Nordbahn errichtet wurde, liegt der Stadttteil Gesundbrunnen. Vom Bahnhof aus führt die Brunnenstraße heute durch ein besonders nach dem Zweiten Weltkrieg neu entstandenes Stadtgebiet.

Am Gesundbrunnen findet man das Schlösschen Schönburg mit seiner attraktiven Parkanlage und den historischen Gebäuden und Badehäusern sowie das angrenzende Parkschwimmbad der Stadt. Schon im Dreißigjährigen Krieg soll die Quelle des "Gesundbrunnens" in Hofgeismar von einem verwundeten Soldaten entdeckt worden sein und ihm die erhoffte Heilung gebracht haben. Doch erst im 18. Jahrhundert stieg die Stadt Hofgeismar mit dem Stadtteil Gesundbrunnen zum Badeort auf.

Daran erinnern bis heute die Bauten, die rund um die Heilquelle entstanden sind. Und bis heute führen im Brunnentempel die Stufen zur Quelle herunter.

Für Besucher der Stadt bietet der Würfelturm in Hofgeismar einen Ausgangspunkt für einen Rundgang durch die Altstadt. Ganz in der Nähe gibt es Parkplätze im Bereich des Busbahnhofs am Anger. Wer mit der Bahn kommt, muss einige hundert Meter durch den Theodor-Rocholl-Park und die Straße Am Anger zurücklegen oder er nimmt den Weg über die Bahnhofstraße in die Stadt.

Die Stadtteile von Hofgeismar

Im Zuge der hessischen Gebietsreform wurden in den Jahren 1970/ 71 die bis dahin selbständigen Gemeinden Beberbeck (mit Sababurg), Carlsdorf, Friedrichsdorf, Hombressen, Hümme, Kelze und Schöneberg Stadtteile der Stadt Hofgeismar.

Stadtteile :
  • Beberbeck - der Ort im Reinhardswald ist heute Sitz einer Staatsdomäne
  • Carlsdorf - wurde im 17. Jahrhundert als eines der ersten Hugenottendörfer von Landgraf Carl gegründet
  • Friedrichsdorf - das Dorf am Wattberg entstand als Hugenottendorf ab 1775
  • Hofgeismar
  • Hombressen - der Ort im Tal der Lempe und Soode ist der größte dörfliche Stadtteil
  • Hümme - lag ab 1848 an den ersten beiden Eisenbahnlinien im Kurfürstentum Hessen
  • Kelze - entstand als Hugenottendorf ab 1699 an der Stelle eines ehemaligen mittelalterlichen Dorfes
  • Sababurg - ist geprägt durch das „Märchenschloss Sababurg“
  • Schöneberg - entstand als Hugenottendorf ab 1699 an der Stelle eines ehemaligen mittelalterlichen Dorfes

Galerie

Hofgeismar

Stadtteile

siehe auch:

Geografie

Hofgeismar liegt etwa 25 km nördlich von Kassel an der Bundesstraße 83.

Stadtansicht

Die Stadt liegt oberhalb der Einmündung der Lempe in die Esse, die durch das Stadtgebiet fließt. Ihr Talbecken wird im Bereich der Stadt Hofgeismar vom Kelzer Berg im Westen begrenzt, ebenso von einem Höhenzug, der im Westen das Essetal vom Warmetal abgrenzt mit der Hochfläche des Meßhagens und - weiter nördlich davon - den Erhebungen des Rosenbergs und des Wattbergs.

Der Reinhardswald trennt im Osten der Stadt das Essetal vom Tal der Weser. Mitten im Reinhardswald liegen die Sababurg und Beberbeck, eines der kleinsten Dörfer der Region mit dem ehemals kurfürstlichen Schloss, das heute zum Hofgeismarer Stadtgebiet zählt. Die etwa 900 ha große Staatsdomäne Beberbeck betreibt Land- und Forstwirtschaft.

Nördlich der Stadt schließen der Westberg, der Heuberg und der Schöneberg das Hofgeismarer Becken ab.

Geschichte

Wappen-Hofgeismar.jpg

Im Bereich der Stadt und in ihrer Umgebung bezeugen archäologische Funde eine durchgehende Besiedlung seit mehr als 7000 Jahren. Eine große mittelsteinzeitliche Siedlung aus der Zeit von etwa 7500/ 8000 vor Christus wurde bei dem heutigen Stadtteil Hombressen nachgewiesen.

In einer Urkunde des Mainzer Erzbischofs Sigfrid I. wird Hofgeismar dann im Jahre 1082 als "Hovegeismari" erwähnt. Damals bestand allerdings schon 300 Jahre lang ein „Fronhof“, woran bis heute eine Straßenbezeichnung („Am Fronhof“) erinnert. Seit dem Ende des 9. Jahrhunderts gehörte der „Hof Geismar“, der ehemals fränkische Edelhof mit seinen schon im Jahre 860 erwähnten Weilern zur christlich fränkischen Monarchie und nach einer Schenkung zum Erzbistum Mainz. An diese Zeit erinnert bis heute das "Mainzer Rad" im Wappen der Stadt.

13. bis 16. Jahrhundert

Von der Verleihung der Stadtrechte bis zur Reformation

Stadtrechte erhielt die Siedlung „Hove Geismari“ 1223 durch den Mainzer Erzbischof Sigfried II., nachdem sie sich bereits zum Mittelpunkt eines Kirchsprengels entwickelt hatte.

Hofgeismar-AlteStadtansicht.jpg

Zur weltlichen Macht der Mainzer Bischöfe im Bereich von Diemel und oberer Weser gehörte auch die nahegelegene Schutzburg, die bereits Anfang des 12. Jahrhunderts auf dem 323 m hohen Schöneberg errichtet worden war. Der Archidiakonatssitz bestand mit einem Kollegiatstift an der Altstädter Liebfrauenkirche, die der Gottesmutter Maria geweiht worden war.

Aus alter Zeit stammen Teile des Rathausgewölbes, der Turm (Wehrturm) der Altstädter Kirche, erhaltene Teile des ehemaligen Franziskanerklosters oder die teilweise erhaltene Stadtbefestigung, die damals aus einer etwa 5 m hohen Mauer mit Wehrgang und vorgelagerten Gräben bestand.

Die Gründerjahre der Stadt im 13. Jahrhundert weisen neben dem Hofgut mit einem festen Haus des Hofherrn (Sala), auch Stifts- und Probsteigebäude sowie Siedlungen in der Altstadt, der Neustadt und der Petristadt aus.

Hofgeismar-AltstädterKirche.JPG
Altstädter Kirche

Aus dem 13. Jahrhundert stammt auch die Burg im heutigen Stadtteil Sababurg, die Landgraf Wilhelm I. ab 1490 zu einem Jagdschloss und Gestüt ausbauen ließ. Am Fuß der Sababurg gründete 1571 Landgraf Wilhelm IV. den Tierpark Sababurg, der zu den ersten Tierparks in Europa gehörte.

Die Befestigung der Stadt besonders 14. Jahrhundert zeugt von den damaligen kriegerischen Auseinandersetzungen um Gebietsansprüche zwischen dem Erzbistum Mainz und der Landgrafschaft Hessen. Den "mainzischen Riegel" bildeten damals die Burg Haldessen, Calden und Hofgeismar. Die ehemalige Burg Haldessen lag nahe der Grebensteiner Landwehr auf halbem Weg zwischen Carlsdorf und Udenhausen. Zu Kampfhandlungen kam es hier wiederholt mit den Gefolgsleuten des Landgrafen von Hessen, der mit seinen Stützpunkten Grebenstein und Immenhausen ebenfalls Ansprüche auf das Territorium im und am Reinhardswald anmeldete.

Kriegsschulden aus der Mainzer Stiftsfehde (1461 – 1463) führten dann dazu, dass die Mainzer Besitzungen zwischen Diemel und Weser an den hessischen Landgraf Ludwig II. verpfändet wurden. Auch Hofgeismar kam in hessischen Besitz.

Bereits unter Landgraf Philipp I. dem Großmütigen wurde die Landgrafschaft Hessen 1526 in Folge der Homberger Synode protestantisch. Hessen gehörte neben Sachsen und Württemberg zu den mächtigen Vorkämpfern der Reformation im Deutschen Reich. Aus der Altstädter Liebfrauenkirche wurde das Gotteshaus der protestantischen Gemeinde in der Hofgeismarer Altstadt.

Nach dem Tod des Landgrafen Philipp I. entstand im Jahre 1567 die Landgrafschaft Hessen-Kassel, nachdem die Landgrafschaft Hessen nach den Erbregeln des Hauses Hessen aufgeteilt worden war. Der älteste Sohn des Landgrafen, Wilhelm IV. erhielt etwa die Hälfte des Landesterritoriums einschließlich der alten Hauptstadt Kassel.

Nach dem Merlauer Vertrag im Jahre 1582 gehörte auch die Stadt Hofgeismar zur Landgrafschaft Hessen-Kassel.

17. und 18. Jahrhundert

Von Hugenotten, Waldensern und dem Aufstieg zum Badeort

Bis zum Dreißigjährigen Krieg wuchs die Zahl der Einwohner in Hofgeismar auf etwa 2500 Personen. Die bis heute erhaltene Fachwerkbauten der Stadt stammen teilweise noch aus dem 17. Jahrhundert.

Unter den Wirren des Dreißigjährigen Kriegs hat auch Hofgeismar stark gelitten. Zunächst lagerten ab 1623 für etwa 7 ½ Jahre ca. 1000 Mann Fußtruppen, Reiter und Artillerie des Generals Tilly als Besatzungsmacht in der Stadt, 1635 brandschatzen "die Schweden" Hofgeismar.

Hofgeismar-NeustädterKirche.JPG
Neustädter Kirche

Landgraf Carl von Hessen-Kassel siedelte in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts auch in der Stadt Hofgeismar französische Glaubensflüchtlinge (Hugenotten) an, die nach dem Edikt von Fontainebleau und der Aufhebung der Religionsfreiheit in Frankreich im Jahre 1685 ihre Heimat verloren hatten. Ebenso fanden hier Hugenotten und Waldenser Flüchtlinge eine neue Heimat, die 1698 auf Befehl Ludwig XIV. vertrieben worden waren. Nach 1698 bildeten sich nach der Vertreibung von Hugenotten und Waldensern aus den französischen Alpen (z. B. Orpierre) und aus Piemont auch in anderen Gegenden Deutschlands waldensische Gemeinden (im Landkreis Kassel s. etwa Karlshafen, Gewissenruh oder Gottstreu).

In Hofgeismar wurde am 22. Februar 1686 eine französisch-reformierten Gemeinde gegründet. In den Folgejahren kam es auch im Umkreis von Hofgeismar zur Gründung von Hugenottensiedlungen, wie z. B. Carlsdorf (1686), Kelze und Schöneberg (beide 1699) sowie Friedrichsdorf (1775). Seit 1686 wurden in der Hofgeismarer Neustädter Kirche sowohl die Gottesdienste der deutsch-reformierten Gemeinde als auch der französisch-reformierten Christen abgehalten. Der erste Pfarrer der französischen Gemeinde, David Clément starb am 29. Januar 1725 in Hofgeismar, woran eine Gedenktafel an der Neustädter Kirche erinnert.

Der Siebenjährige Krieg brachte für die Stadt Hofgeismar erhebliche wirtschaftliche Schäden, besonders während des Stellungskriegs an der Diemel in den Jahren 1760-1762; hessische Truppen kämpften damals im Sold Englands gegen Frankreich.

Eine jüdische Gemeinde in Hofgeismar ist in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts belegt, die im Jahre 1764 im Bereich Petriplatz/ Loggenhagen eine Synagoge errichtete. Einzelne Stadtbewohner jüdischen Glaubens wurden bereits 1470 in Hofgeismar urkundlich erwähnt. Sie gehörten zunächst zur Gesamtgemeinde aller Juden in der Landgrafschaft Hessen-Kassel. Im Jahre 1783 gehörten der Hofgeismarer jüdischen Gemeinde 107 Gemeindemitglieder an, ihre Zahl stieg bis zum Jahre 1861 auf 219 Personen.

Hofgeismar-Ev.Akademie.jpg
Schlösschen Schönburg

Im 18. Jahrhundert stieg die Stadt Hofgeismar mit dem Stadtteil Gesundbrunnen zum Badeort auf. Daran erinnern bis heute die Bauten, die rund um die Heilquelle entstanden sind. Schon im Dreißigjährigen Krieg soll die Quelle des "Gesundbrunnens" von einem verwundeten Soldaten entdeckt worden sein und ihm die erhoffte Heilung gebracht haben.

Das Schlösschen Schönburg im Park Gesundbrunnen („Montcherie“, erbaut 1787-1789 im klassizistischen Baustil nach den Plänen von Simon Louis du Ry) war ursprünglich Wohnsitz von Landgraf Wilhelm IX. von Hessen-Kassel (seit 1803: Kurfürst Wilhelm I. des Kurfürstentums Hessen) während seiner Aufenthalte in den Sommermonaten und beheimatet heute die Evangelische Akademie Hofgeismar. Außer den Gebäuden der Evangelischen Akademie befinden sich heute am Gesundbrunnen vornehmlich Alten- und Pflegeheime der Evangelischen Altenhilfe.

19. und 20. Jahrhundert

Vom Königreich Westfalen bis zur Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg

Ab dem Jahre 1808 gehörte Hofgeismar unter französischer Herrschaft zum Königreich Westfalen, das mit König Jérôme, dem jüngsten Bruder von Napoléon Bonaparte, an der Spitze errichtet wurde.

Karte koenigreich westphalen.png

Nach dem Frieden von Tilsit im Jahre (1807) entstand aus dem ehemaligen Herzogtum Braunschweig, Kurhessen und vormals hannoverschen und preußischen Gebietsteilen das Königreich Westphalen mit der Hauptstadt Kassel. Der Kanton Hofgeismar war eine Verwaltungseinheit im damaligen Distrikt Kassel des Departements der Fulda. Hauptort des Kantons und Sitz des Friedensgerichts war die Stadt Hofgeismar. Zum Kanton gehörten die Kommunen: Hofgeismar, mit Friedrichsdorf und Röddenhof, Carlsdorf, Hümme, Kelze, Ostheim und Schöneberg. [1]

Nach der Völkerschlacht bei Leipzig löste sich das Königreich Westfalen auf. Durch den Wiener Kongress 1814/ 1815 wurden die alten Regierungsstrukturen weitestgehend wiederhergestellt und Veränderungen aus der Zeit des Königreichs Westphalen abgeschafft, die unter anderem in der Einführung der Gewerbefreiheit und des Code Civil zum Ausdruck gekommen waren.

Unter Kurfürst Wilhelm II. und dessen Sohn Friedrich Wilhelm I. wurde ab 1844 im Kurfürstentum Hessen mit dem Bau der Friedrich-Wilhelms–Nordbahn von Karlshafen über Kassel bis nach Bebra begonnen. Im Bereich der Stadt Hofgeismar – inzwischen auch Garnisionsstadt und Poststation – entstand 1848 ebenfalls ein Empfangsgebäude für die neue Eisenbahnlinie, ein weiterer Bahnhof entstand im heutigen Stadtteil Hümme.

Die Friedrich-Wilhelms-Nordbahn war die erste kurhessische Eisenbahnstrecke. Der erste eröffnete Abschnitt war die Strecke GrebensteinHümme am 30. März 1848. Zeitgleich wurde der Streckenabschnitt Hümme-Bad Karlshafen eröffnet, der auch als Carlsbahn bezeichnet wurde und die einzige Eisenbahnverbindung von Kassel zu einem Weserhafen (in Karlshafen) darstellte.

Nach der preußischen Annexion Kurhessens 1866 wurde die Friedrich-Wilhelms-Nordbahn in Hessische Nordbahn umbenannt.

Der kurhessische Staat erlosch 1866, nachdem er von Preußen in Folge des Deutschen Krieges annektiert worden war. Zwei Jahre später wurde er mit dem ebenfalls annektierten Herzogtum Nassau und der durch preußische Truppen besetzten Freien Stadt Frankfurt zur preußischen Provinz Hessen-Nassau vereinigt, in der das bisherige Kurhessen den Regierungsbezirk Kassel bildete.

Auch die Stadt Hofgeismar kam 1866 zu Preußen, das Staatsbad Gesundbrunnen wurde aufgelöst.

Das Meyersche Konversationslexikon beschreibt in seiner 4. Auflage von 1885 – 1892 die Stadt Hofgeismar als „Kreisstadt im preuß. Regierungsbezirk Kassel, an der Esse und der Linie Schwerte-Kassel der Preußischen Staatsbahn, hat 2 evang. Pfarrkirchen, ein Amtsgericht, ein Realprogymnasium, Buch- und Steindruckerei, Malzfabrikation, Spiritusbrennerei, eine chemische Fabrik, Holzschneidereien, Ziegeleien, eine Fabrik für Militärputzeffekten, bedeutende Waldungen und (1885) mit Garnison (ein Dragonerregiment Nr. 5) 4343 meist evang. Einwohner."

Aus den in Hofgeismar stationierten Hessischen Leibhusaren war 1867 zunächst das 1. hessische Husarenregiment Nr. 13 hervorgegangen. Ihm folgten 1875 das Dragoner-Regiment Nr. 5, das später den Namen Dragoner-Regiment "Freiherr von Manteuffel" erhielt.

Hofgeismar-St.Peter.jpg
Pfarrkirche St. Peter

Die katholische Gemeindeseelsorge in der stark evangelisch geprägten Stadt begann im Jahre 1892, der Bau der katholischen St.-Petri-Kirche schloss sich 1897/ 98 an, nachdem sich die zunächst eingerichtete Kapelle in einem Haus an der Niedermeiser Straße als zu klein erwiesen hatte. Das katholische Pfarrhaus kam 1906 hinzu. Zuvor waren im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts in der Altstädter Kirche bereits monatliche Gottesdienste für die katholischen Angehörigen der Garnison und einige Zivilpersonen gehalten worden. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Zahl der katholischen Bevölkerung durch den Zuzug vieler Flüchtlinge – etwa aus dem sog. Sudetenland (Tschechien) – stark an, im ehemaligen Kreis Hofgeismar auf etwa 22.000 Gläubige im Jahre 1948.

Nach einer Zählung im Jahre 1868 lag die Bevölkerungszahl in Hofgeismar bei 3.708 Personen (darunter 750 Mann Militär); sie stieg bis zum Jahr 1906 auf 4600 Einwohner.

Die Zeit des Nationalsozialismus ist auch in Hofgeismar ein unrühmliches Kapitel in der Stadtgeschichte. Schon bei den Wahlen am 14. September 1930 wurde die NSDAP zweitstärkste Partei in der Stadt. Die SA (in Hofgeismar: Sturm 86) hatte ihren Treffpunkt in einem Gebäude im Fürstenweg unweit der Bahnhofstraße (später: Adolf Hitler-Straße).

Hier war der Sitz des IV. Sturmbanns der Kasseler SA-Standarte 83. Das Gebäude war zuvor als Papierfabrik bzw. seit 1930 als Knopffabrik genutzt worden. Der Kontorraum der ehemaligen Fabrik diente als Gerichtsraum. Die SA folterte hier ihre politische Gegner, d.h. Sozialdemokraten und Kommunisten, die sowohl aus Hofgeismar selbst, als auch aus den umliegenden Ortschaften stammten. Mindestens 240 Personen wurden an diesem Ort misshandelt. Unter zu Hilfenahme willkürlicher Anklagepunkte wurden sie in "Gerichtsverhandlungen" verurteilt. Die Strafen bestanden meist in körperlichen Misshandlungen. [2]

Nach einem Bericht im evangelischen „Kasseler Sonntagsblatt“ vom 9. April 1933 wurde auf der Sitzung des neugewählten Stadtparlaments der Landwirt Rompf (NSDAP) zum Stadtverordnetenvorsteher von Hofgeismar gewählt. Unter dem 13. Mai 1934 berichtet das Sonntagsblatt dann in einer Kurzmitteilung von der Einführung des neuen Hofgeismarer Bürgermeisters Rödde, dem damaligen Kreisleiter der NSDAP.

Im Jahre 1933 wurden aufgrund der nationalsozialistischen Verordnung zur "Sicherung der Staatsführung" die SPD-Stadtverordneten Fritz Schmacke, Karl Müller und Theodor Wessiepe aus der Stadtverordnetenversammlung von Hofgeismar ausgeschlossen.

Auch im übrigen Gau Kurhessen wurden Sozialdemokraten und Kommunisten von den neuen Machthabern verfolgt, besonders aber Juden. Die Hofgeismarer Synagoge aus dem Jahre 1764 wurde in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 innen vollständig verwüstet.

Stadtmuseum Hofgeismar - Ansicht

Im Stadtmuseum Hofgeismar wird an 453 jüdische Opfer der Nazi-Zeit erinnert, die aus den Städten und Gemeinden der früheren Landkreise Hofgeismar, Kassel und Wolfhagen stammen. Und im Jahrbuch des Landkreises Kassel 1988 werden in einem Beitrag die Namen der jüdischen Opfer aus den einzelnen Gemeinden aufgeführt.

siehe dazu auch:

Der Zweite Weltkrieg endete für die Hofgeismarer Bevölkerung im Jahre 1945 mit dem Einmarsch amerikanischer Soldaten. Der Stadtobersekretär Franz Annecke machte sich bei der kampflosen Übergabe der Stadt am 5. April 1945 besonders verdient und wurde dafür im Jahre 1958 zum Ehrenbürger der Stadt ernannt.

Erster Bürgermeister nach dem Zweiten Weltkrieg war in den Jahren 1945 bis 1948 Hermann Weidemann (SPD). Nach der Besetzung der Stadt am 5. April 1945 durch amerikanische Soldaten wurde er am 24. April 1945 zum Bürgermeister der Stadt Hofgeismar ernannt. Im Jahre 1946 war er außerdem Mitglied der „Verfassungberatenden Landesversammlung Groß-Hessen“.

Der politische und wirtschaftliche Neubeginn in Hofgeismar wurde in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg entscheidend durch Männer wie Herrmann Weidemann, Georg Reiff, Fritz Schmacke, Hans Diegeler, Heinrich Stein, Willi Weiland oder Karl Höner, dem ersten Landrat des ehemaligen Kreises Hofgeismar, gestaltet.

Von 1821 bis 1972 war Hofgeismar Kreisstadt des ehemaligen Kreises Hofgeismar. Im Rahmen der hessischen Kreisreform entstand mit Wirkung vom 1. August 1972 aus den ehemaligen Kreisen Hofgeismar, Kassel und Wolfhagen der Landkreis Kassel.

Im Rahmen der hessischen Gebietsreform schlossen sich 1970/ 71 die bis dahin selbständigen Gemeinden Beberbeck (mit Sababurg), Carlsdorf, Friedrichsdorf, Hombressen, Hümme, Kelze und Schöneberg der Stadt Hofgeismar an.

Literatur

zur Geschichte der Stadt Hofgeismar:
  1. Carl Bernhard Nicolaus Falckenheiner, Geschichte hessischer Städte und Stifter, Band II, Cassel 1842, S. 241 ff. (auf books.google.de)
  2. Karl Lyncker, Das Schutz- und Trutzbündniß der Städte Warburg, Hofgeismar, Wolfhagen, Volkmarsen und Stadtbergen vom Jahr 1358, in: ZVHessG 6 - 1851, S. 176 ff.
  3. Friedrich Pfaff, Geschichte der Stadt Hofgeismar, 2. Auflage, 1954
  4. Kreis Hofgeismar, Handbuch des Heimatbundes für Kurhessen, Waldeck und Oberhessen III, Marburg/ Lahn 1966, S. 124 ff.
  5. Joseph Weber, Entwicklung der katholischen Gemeinden im Kreis Hofgeismar, in: Heimatjahrbuch für den Kreis Hofgeismar 1968, S. 44 ff.
  6. Alfred Heilbrunn, Aus der Geschichte der Synagogengemeinden des Altkreises Hofgeismar, in: Jahrbuch des Landkreises Kassel 1978, S. 86
  7. Herbert Klode, Hofgeismar – ein Abriß seiner Entwicklung, in: „Hessische Heimat“ – Sonderheft Hofgeismar, Heft 2, 28. Jahrgang 1978, S. 39
  8. Alt-Hofgeismar, Bilder aus einer vergangenen Zeit 1870 - 1925, herausgegeben und erläutert von Helmut Burmeister und Klaus-Peter Lange, Hofgeismar 1979
  9. Michael Dohrs, Jüdische Opfer der Nazi-Zeit, in: Jahrbuch des Landkreises Kassel 1988, S. 111 ff.
  10. Ingrid Baumgärtner, Niederhessen in der Krise? Städtischer Aufruhr im landgräflichen Kassel und im erzbischöflichen Hofgeismar in: I. Baumgärtner / W. Schich (Hrsg.): Nordhessen im Mittelalter. Probleme von Identität und überregionaler Integration , Marburg 2001 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen 64) S. 137 - 170 | kobra.bibliothek.uni-kassel.de (pdf)
  11. Klaus-Peter Lange, Die Straßennamen der Stadt Hofgeismar, Hofgeismar 2009
  12. Julia Drinnenberg, Stätten der Erinnerung - Gedächtnis einer Stadt, Die Opfer des Nationalsozialismus in Hofgeismar, Hofgeismar 2010
  13. Region Kassel Land e.V. (Hrsg.), Unterwegs im Reinhardswald - 52 Wege und Ziele, Wolfhagen 2011
  14. Gero Lenhardt, Mein Reinhardswald, Wandern - Kultur - Freizeit, 1. Auflage, Calden 2013

Hessentage in Hofgeismar

Kirchen und Religionsgemeinschaften

siehe auch:

Klima

Vorherrschend ist das gemäßigte Klima mittlerer Breiten mit überwiegend westlichen Winden.

Kultur

Museen

Blick auf die Altstadt mit Rathaus und Stadthalle
  • Interessante Ausstellungen und Veranstaltungen weit über die Stadtgrenzen hinaus bietet das Eco-Museum Reinhardswald. 21 Städte und Gemeinden tragen ein interessantes Museumskonzept mit Veranstaltungen – oft im Freien - rund um den Reinhardswald als Natur- und Siedlungsraum.

Parks

Persönlichkeiten

Politik

Bürgermeister und Stadtverordnetenversammlung

Bürgermeister der Stadt Hofgeismar ist Marcus Mannsbarth (SPD).

Bei der Kommunalwahl am 27. März 2011 für die Stadtverordnetenversammlung lag die Wahlbeteiligung bei 49,6 % .

Insgesamt setzt sich die Stadtverordnetenversammlung aus 37 Mitgliedern zusammen.

Die Stadtverordnetenversammlung wählt den Magistrat, dem in Hofgeismar neben dem Bürgermeister 5 ehrenamtliche Stadträte angehören.

Ergebnis der Kommunalwahl 2011 % Sitze
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 44,9 17
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 38,3 14
WSD Wählergemeinschaft Soziale Demokraten 8,9 3
Linke LINKE Hofgeismar 4,6 2
FDP Freie Demokratische Partei 3,4 1
gesamt 100,0 37

Nach dem Wechsel von 2 Mitgliedern der SPD-Fraktion zur WSD in 2014 gehören der SPD noch 15 und der WSD 5 Stadtverordnete an. [3]

Politische Parteien und Wählervereinigungen

Landrat

Landrat im Landkreis Kassel ist Uwe Schmidt, SPD.

Im Mai 2014 nominierte der Kreisvorstand der CDU im Landkreis Kassel Patrick Weilbach aus Baunatal als Landratskandidaten für die Wahl 2015. Er kam auf 38,1 % der Stimmen, Uwe Schmidt auf 61,9 %.

Städtepartnerschaften

Die Stadt unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu

Die älteste Städtepartnerschaft besteht mit der 1250 Kilometer entfernten französischen Stadt Pont-Aven. Gefeiert wurde im Jahr 2013 in der Bretagne mit einem deutsch-französischen Fest. [4]

Stadtentwicklung

Denkmal am Markt

Eine Stadt für alle Generationen soll Hofgeismar zukünftig sein, mit stimmigem Ortsbild, funktionierendem Schul- und Gesundheitssystem sowie attraktiven Fachgeschäften. Das alles gelegen in einer Umgebung, in der Natur und Landschaft intakt sind. Diese Leitvisionen gehören nach einem Bericht in HNA-online vom 19.3.2012 zu den Ergebnissen einer Zukunftskonferenz, die im März 2012 im Stadtverordnetensaal des Hofgeismarer Rathauses stattfand. Rund 60 Hofgeismarer hatten sich angemeldet, um mit dem Ausschuss für Stadtentwicklung sowie einer Steuerungsgruppe Ziele und Leitlinien zu entwickeln. Die Veranstaltung mit Bürgermeister Heinrich Sattler, Vertretern der Fraktionen, des Heimat- und Verkehrsvereins sowie der Gemeinschaft für Handel und Gewerbe wurde von Markus Epple (Markt und Standort Beratungsgesellschaft Erlangen) und Almuth Skoupil (Stadtplan Skoupil Darmstadt) geleitet. Sie sind mit der Erarbeitung eines Stadtentwicklungskonzepts beauftragt.[5] Inzwischen sind die ersten drei Projekte beschlossene Sache und die Investitionskosten im Haushalt 2013 eingestellt.[6]

Wahlkreise

Bundestag

Landtag

  • Gewählte Direktkandidatin im Wahlkreis I - Kassel-Land bei der Landtagswahl am 18.01.2009: Brigitte Hofmeyer (SPD).

Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten am Ort

Fachwerkhaus aus 1528 am Markt 19
Brunnentempel am Gesundbrunnen

Sehenswürdigkeiten in der Umgebung

Strassen und Plätze

Tradition

Würfelspiel-Denkmal in der Hofgeismarer Marktstrasse

Zur Hofgeismarer Tradition gehören im Laufe des Jahres besonders

Wichtig ist bei manch alteingesessenem Bürger der Stadt auch die Unterscheidung der Bevölkerung in „Hofgeismarer“ und „Hofgeismaraner“. Um als "Hofgeismaraner" zu gelten, muss man mindestens in der zweiten Generation (besser mehr) in Hofgeismar geboren worden sein. Während die Bezeichnung "Hofgeismarer" auch für zugezogene Personen gilt, ist man "Hofgeismaraner" auf Lebenszeit und unabhängig vom tatsächlichen Wohnort.

An die Hofgeismarer Würfelturmsage erinnert das Würfelspiel-Denkmal in der Hofgeismarer Marktstrasse. Ein Glückswurf rettete im Jahre 1401 die Stadt Hofgeismar. Nachdem eine monatelang Belagerung der Stadt zu keinem Ergebnis geführt hatte, wurde aus Not um die Stadt gewürfelt. Mit einem genialen Wurf rettete der Hofgeismarer Abgesandte die Stadt vor ihren Belagerern. Mit drei Würfeln erzielte er 18 Punkte, nachdem ein feindlicher Soldat zuvor 17 gewürfelt hatte. Ein Denkmal in der Marktstraße, das von der Künstlerin Karin Bohrmann-Roth geschaffen wurde, erinnert an das denkwürdige Ereignis. Am 11. August 2012 wurde das Denkmal eingeweiht.

Verkehr und Wirtschaft

Verkehrsanbindung

Hofgeismar ist ein Mittelzentrum in Nordhessen an der Bahnstrecke Kassel - Warburg und über die Bundesstraßen B 83 und B 7 gut zu erreichen.

Bahnhof
RegioTram des NVV am Bahnhof Hofgeismar

Straße

Hofgeismar liegt an der Bundesstraße B 83, die Bundesautobahn (BAB) 44 verläuft im Westen und Südwesten und liegt ca. 20 km von der Stadt entfernt.

Bahn

Die Bahnstrecke Warburg - Hofgeismar - Kassel wird von der RegioTram und den Regional-Zügen der DB angefahren (RT 3 von Warburg über Hofgeismar und Kassel-Hauptbahnhof bis Auestadion).

Öffentlicher Personen-Nahverkehr

Radwege

Wirtschaft

Die Gesamtgewerbefläche der Stadt beträgt ca. 50 ha und verteilt sich auf mehrere Industriegebiete, wobei der Unternehmenssektor überwiegend durch den Dienstleistungssektor geprägt ist. Freie Gewerbeflächen stehen im Stadtgebiet zur Verfügung.

Größere Arbeitgeber sind die Firma Autokühler (AKG) (mit ca. 1200 Mitarbeitern) oder die Evangelische Altenhilfe Hofgeismar und das Evangelische Krankenhaus Gesundbrunnen gGmbH mit zahlreichen Alten- und Pflegeheimplätzen.

Weiterführende Informationen

Blick auf Hofgeismar - im Hintergrund der Schöneberg

Altenpflege und Krankenhäuser

Brauchtum und Spezialitäten

Jugendzentrum

Schulen und Bildungseinrichtungen

Schlösschen Schönburg - Evangelische Akademie Hofgeismar

Vereine

Freiwillige Feuerwehr

Ehem. Turnhalle am Reithagen

Sportvereine

Weitere Vereine

Wandern und Radwandern

HNA - Geschäftsstelle in der Bahnhofstrasse

Zeitung

Lokalredaktion der HNA-Ausgabe "Hofgeismarer Allgemeine"

Hofgeismar Aktuell - Wochenzeitung im Altkreis Hofgeismar

siehe auch

Ankündigungsplakat zum 55. Hessentag 2015 in Hofgeismar

Politische Parteien

Weitere Artikel über Hofgeismar

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. Christian Daniel Voß (Hrsg.): Die Zeiten oder Archiv für die neueste Staatengeschichte und Politik, Band 13, Halle 1808, S. 367
  2. Informationen auf www.lagis-hessen.de (Stand: 14.2.2011)
  3. HNA-online vom 30.8.2014: Hofgeismarer Stadtparlament - Wählergemeinschaft WSD wird stärker
  4. HNA-online vom 3.10.2013: Bretonische Kekse zur Feier
  5. HNA-online vom 19.3.2012: Hofgeismarer entwickelten Leitlinien für ihre Stadt
  6. HNA-online vom 27.2.2013: Stadtentwicklung - Erste Stufe wird gezündet
  7. HNA-online vom 29.4.2013: Heimat- und Verkehrsverein feierte 50. Geburtstag

Weblinks



Städte und Gemeinden im Landkreis Kassel