Hochwasserschutz Northeim

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Bangen um Hab und Gut

Das Abschlussbauwerk der Leinepolder kurz vor Ende der Bauarbeiten an den Poldern I und II im Jahr 1984. Das 1976 fertig gestellte Bauwerk in Salzderhelden ermöglicht die Begrenzung des Wasserabflusses der Leine bei beginnendem Hochwasser. Eine Hochwasserwelle mit einem Durchfluss von 900 Kubikmetern pro Sekunde kann mit ihm auf 70 Kubikmeter pro Sekunde reduziert werden.

Durch Hochwasser und Unwetter kam es im Landkreis Northeim immer wieder zu großen Schäden. Inzwischen sorgen Dämme und Deiche in vielen Bereichen für mehr Sicherheit. Schicksalhaft wurden die Menschen an Leine, Rhume und Weser von Hochwasser getroffen. Sie mussten um ihr Hab und Gut fürchten, wenn die Flüsse beispielsweise nach starken Regenfällen oder Schneeschmelzen über die Ufer traten. Dauerregen und die Schneeschmelze sorgten am Dienstag, 10. März 1981, für das dritte Hochwasser innerhalb von drei Monaten. Während einer Nacht stieg das Hochwasser sprunghaft. Zahlreiche Straßen mussten gesperrt werden. Dramatische Szenen spielten sich auf einer Pferdekoppel an der Rhume ab. Vergeblich bemühten sich Feuerwehrleute, die Tiere von der überschwemmten Koppel aufs Trockene zu bringen. Zu einem Dammbruch kam es in Uslar: Die Flut ergoss sich in die Innenstadt.

Dramatisch

Schwere Gewitter und sintflutartige Regenfälle sorgten in der Nacht zum Donnerstag, 4. Juni 1981, für eine der schlimmsten Hochwasserkatastrophen im Landkreis. Neben der Kreisstadt Northeim besonders betroffen: Nörten-Hardenberg, Ortschaften der Gemeinde Katlenburg-Lindau und Kreiensen sowie Uslar, Hardegsen und Moringen. Auf dramatische Weise spitzte sich in der Nacht zum Freitag die Lage in Northeim zu. Ältere Einwohner hochwasserbedrohter Wohngebiete an der Rhume wurden evakuiert. Mehr als einen halben Meter hoch stand das Wasser auf dem Mühlenanger und auf der Rückingsallee. Während des nachfolgenden Pfingstwochenendes entspannte sich die Lage ganz langsam. Spontane Hilfs- und Spendenaktionen linderten die Not ein wenig. Erste Schätzungen sprachen von Schäden in Höhe von rund 100 Millionen Mark. Rund 20 000 Menschen waren betroffen. Hier eine Reihe weiterer Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit: Ein Unwetter sorgte am 15. August 1985 für einen Einsatz der Rettungskräfte. Über 20 Liter Niederschlag pro Quadratmeter waren innerhalb einer Stunde gefallen. Folge: Verschlammungen und mit Wasser vollgelaufene Keller in Northeim, Kalefeld, Echte und Moringen.


Hoher Pegel

Einen Pegelstand von 3,19 Meter hatte die Rhume am 8. Juni 1986 in Elvershausen. Ein Dauerregen über 30 Stunden ließ das sonst friedliche Gewässer um stündlich vier Zentimeter steigen. Besonders bedrohlich wurde es in der Kreisstadt. Dort kontrollierten Einsatzkräfte ständig die Rhumebrücken und bargen Baumstämme und Gerümpel, das sich vor den Brückenpfeilern absetzte und damit einen schnellen Durchfluß des Wassers verhinderte. Überflutet wurden vor allem Wiesen, Felder und Straßen außerhalb der Ortschaften. Zum Jahreswechsel 1986/87 ließen Schmelzwasser und regenreiche Warmluftfronten die Gewässer anschwellen. „Land unter“ hieß es zwischen Echte und Kreiensen. Überschwemmungen gab es auch im Raum Uslar. Rund eine Woche hatte das Wasser das Leben der Menschen in vielen Bereichen im Griff.


Dammbruch

Knapp zwei Jahre später war es kurz vor Weihnachten 1988 wieder soweit: Schlimm traf es wieder Northeim, Uslar und Kreiensen. Am 22. Dezember 1988 kam es zum Leinedammbruch bei Kreiensen. Landwirtschaftliche Flächen wurden überflutet. Bereits vier Tage zuvor hieß es im Raum Uslar: „So schlimm war es seit 1947 schon nicht mehr. Wolkenbrüche, begleitet von Blitz und Donner, sorgten über Pfingsten 1002 für einen Hochwassereinsatz im Alten Amt. „Nasse Füße“ gab es beispielsweise im Freibad Düderode und auf dem nahen Campingplatz. Zu einem „Hochwasserjahr“ wurde 1994: Ein weiteres „Neujahrshochwasser“ sorgte zunächst für Schlagzeilen. Starke Regenfälle im Harz hatten Leine und Rhume teilweise über die Ufer treten lassen. Doch das Hochwasser-Rückhaltebecken Salzderhelden bewährte sich. Es verhinderte schlimmere Folgen. Trotzdem mussten im Raum Northeim vereinzelt Straßen gesperrt werden. Doch knapp drei Monate später traf es Mitte März 1994 besonders die Einwohner von Lindau. Viele Garagen und Erdgeschoßwohnungen wurden erstmals seit 1981 wieder überflutet. Auch diesmal waren zahlreiche Straßen unpassierbar. Erst nach fünf Tagen entspannte sich die Situation. Starke Regenfälle sorgten Mitte April für weitere negative Schlagzeilen. Diesmal traf es Kalefeld besonders hart. Dort wurde vielfach „Land unter“ gemeldet. Doch das war noch nicht alles: Am Abend des 25. April 1994 suchte ein Unwetter mehrere Ortschaften der Kreisstadt heim. Bis zu 70 Liter Regen und Hagel pro Quadratmeter innerhalb von nur drei Stunden lösten eine Schlammlawine aus, die sich vom Wieter herunter durch die Ortschaften Bühle und Sudheim wälzte. In Sudheim blieb kaum ein Haus verschont. Nicht viel besser sah es in Bühle aus. Der Gesamtschaden ging in die Millionen. Ein Videofilm, der die Ereignisse in Sudheim schildert, löste in den Ratsgremien und bei einer Ausstellung in der Stadthalle Betroffenheit aus.


Sturmtief

Ende Januar 1995 ließ das Sturmtief „Sophie“ den Schnee im Oberharz und im Solling plötzlich schmelzen. Die Folge: Hochwasser in weiten Teilen des Landkreises Northeim. Zahlreiche gesperrte Straßen und vollgelaufene Keller in den Bereichen Uslar und Hardegsen sorgten für einen Dauereinsatz der Rettungskräfte. Ein Gewitterregen sorgte über Pfingsten 1997 für Chaos. Über 100 Einsätze mussten die Feuerwehren im gesamten Landkreis Northeim fahren. Neuralgische Punkte: Wichtige Firmen in der Northeimer Südstadt, Sudheim, Katlenburg-Lindau, Nörten-Hardenberg, Hardegsen und Bad Gandersheim.

Das zweite Hochwasser kam 1998 mit Ansage

Anhaltende Regenfälle und ein Unwetter führten Ende Oktober 1998 zu einem schlimmen Hochwasser. Zeitweise befand sich der Landkreis Northeim am Mittwoch Nachmittag, 28. Oktober 1998, kurz vor dem Notstand. Der Verkehr war fast überall zusammengebrochen. Teilweise fiel der elektrische Strom aus. In Bad Gandersheim, Northeim und Uslar stand das Wasser auf tiefer gelegenen Plätzen und in Unterführungen. Autofahrer mussten aus stehen gebliebenen Fahrzeugen geborgen werden. Besonders schlimm traf es am Donnerstag, 30. Oktober, die Stadt Bad Gandersheim. Dort mußten Feuerwehrleute Hausbewohner mit Schlauchbooten aus ihren Häusern retten, weil dort das Wasser eineinhalb Meter hoch stand, viele Autos dümpelten in den Fluten. Schlimm hatte es auch die Gemeinde Kreiensen, das Alte Amt und die Northeimer Ortschaft Höckelheim etroffen. In Uslar wurde das schlimmste Hochwasser registriert, an das sich die Bewohner erinnern konnten. Doch nach dieser ersten Flutwelle blieb nur wenige Tage Zeit. Bereits am Sonntag, 1. November, heulten schon wieder die Sirenen. Viele Bereiche des Landkreises, vor allem in Kreiensen und Greene, Kalefeld und Echte sowie Northeim und den umliegenden Ortschaften, hatten sich im Laufe des Sonntags zu riesigen Seenplatten verwandelt. Überall waren Straßen gesperrt. Mit 6,71 Meter wurde an diesem Sonntag gegen 21 Uhr in Greene der zweithöchste Stand der Leine gemessen.

Bewährter Hochwasserschutz

Das Hochwasserjahr 1981, als die Stadt Northeim und weite Teile des Landkreises Northeim von mehreren Hochwasserkatastrophen getroffen wurden, führte zu Konsequenzen. Innerhalb von zehn Jahren entstanden entlang von Rhume und Leine kilometerlange Deich- und Dammbauten. Deshalb können die Menschen heute starken Regenfällen oder auch einer Schneeschmelze im Harz relativ ruhig entgegensehen. Allein auf dem Gebiet der Stadt Northeim wurden rund 21 Millionen Mark für den Schutz gegen die Fluten aufgewendet. So wurde beispielsweise die Ortschaft Hollenstedt, die unter den Hochwassern der Leine immer wieder besonders gelitten hat, vollständig eingedeicht. Auch in der Stadt Northeim bewähren sich die Deiche entlang der Rhume. Das hat sich besonders während des Hochwassers im Herbst vergangenen Jahres gezeigt. Gefahr besteht in der Kreisstadt vor allem noch durch das Grundwasser. Bei Hochwasser kann dessen Pegel stark ansteigen. In tiefer gelegenen Wohngebieten Northeims kann deshalb unter Umständen Wasser in die Keller laufen. Staubecken Der Bach Bölle erhielt zudem oberhalb von Hollenstedt ein kleines Staubecken. Auch das größte Hochwasserschutzprojekt im Landkreis Northeim, der Leinepolder zwischen Salzderhelden und Hollenstedt, ist schon lange fertig und hat sich bewährt. In Salzderhelden ist zudemm auch eine Grosse Brücke um die 14 meter entstanden !! So das die bewohner auch eines Drohenden Hochwasser schnell Evakuiert werden können !