Historischer Radwanderweg des Heimat- und Geschichtsvereins Wolfhagen

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Länge des Radwanderweges:21 km

Der Historische Radweg um Wolfhagen führt zu einigen geschichtlich interessanten Stätten und orientiert sich in erster Linie an Wüstungen, die meist schon lange vor der vermutlich 1226 oder 1231 erfolgten Wolfhager Stadtgründung bestanden haben. Deren Einwohner nutzten dann aber die Sicherheit, die die Stadtmauern boten und verließen in den unruhigen Zeiten des Hochmittelalters ihre bisherigen Behausungen. Aber auch auf weitere beachtenswerte Orte wird aufmerksam gemacht.

Der historische Radweg - Tourverlauf

Die ca. 21 km lange Tour, für die Sie rund 2,5 Stunden einkalkulieren sollten, beginnt am Wolfhager Bahnhof und führt unter der Eisenbahnbrücke ortsauswärts. Hinter der Tankstelle biegt der Weg nach links Richtung Elmarshausen ab. Nach ca. 300 m weist die erste Informationstafel auf die Wüstung Langel hin. Weiter geht's nach Elmarshausen, einem Wasserschloss, das Elemente der Weserrenaissance aufweist.

Die Brücke wurde aus den Resten der aufgegebenen Erzpriesterkirche auf dem Schützebergt erbaut, beachtenswert ist ein auf der erpeaufwärts gelegenen Seite eingebauter Wappenstein aus der Regentschaftszeit des Landgrafen Friedrich II. (1760-1785). Rund 200 m erpeabwärts sind die Reste einer Furt zu erkennen. Dem Weg weiter in östlicher Richtung folgend - der Schützeberg ist als markanter Punkt stets im Blick - weist eine weitere Hinweistafel auf das ehemals an der Erpe gelegene Renlevessen hin. An der Landstraße Wolfhagen-Nothfelden wenden Sie sich nach rechts und vor der Brücke wieder nach links und finden auf ruhiger Strecke das Hinweisschild auf die Wüstung des Ortes Schützeberg. Ein Abstecher - ohne Rad - auf den historischen Schützeberg ist überaus lohnend.

Für die Mühe des Aufstiegs entschädigen dort die Aussicht auf das Wolfhager Land, die Besichtigung des alten Friedhofs und das Wissen, auf einem uralten kulturhistorisch wichtigen Platz zu stehen.

Nachdem Sie das Fahrrad wieder bestiegen haben, geht's weiter vorbei an der "Neuen Mühle" und zum Viadukt mit dem Hinweisschild auf die Papiermühle der Familie Scheuermann.

Nach dem Überqueren des Wasserdurchlasses des Wolfsgrundes geht die Tour weiter aufwärts nach Philippinenthal. Das Absteigen auf diesem steilsten Stück der Tour ist keine Schande. Kurz vor Erreichen der Anhöhe werden Sie über die in Richtung Ofenberg im Wolfsgrund liegende Wüstung Elriksen informiert. Die nächste Station ist Philippinenthal, wo über diese "Kolonie" und deren Gründungsgeschichte sowie über den hier im Mittelalter gelegenen Ort Odelsen informiert wird. Am Ortsende wenden Sie sich nach rechts und erreichen nach einem leichten Anstieg Philippinenburg - zwischendurch hat eine Informationstafel den markanten Helfenberg beschrieben. Die mittelalterliche Siedlung dort war Hilgersen, auch Hölle genannt. Der Ortsteil Philippinenburg wird in westlicher Richtung durchfahren bis zu einem Wirtschaftsweg, der nach 500 m in der Nähe einer Elektrizitäts-Überlandleitung nach links abbiegt. Am nächsten, mit Buschwerk bewachsenen Weg knickt die Tour scharf nach rechts ab, und Sie erreichen talwärts fahrend die Hinweistafel, die auf das ehemalige Kirchdorf Frickenhausen aufmerksam macht. Im Talgrund folgen Sie der Wegbeschilderung nach rechts, an der Straße Wolfhagen-Philippinenburg nach links, über die Liemeckebrücke, unter der Unterführung der Umgehungsstraße hindurch und über die Straßenkreuzung in Richtung Bründersen. Nach kurzem Anstieg wenden Sie sich dann am nächsten Feldweg nach rechts und finden einen vom Heimat- und Geschichtsverein bereits vor einigen Jahren aufgestellten Gedenkstein an der ehemaligen Richtstätte und eine weitere Information über die mittelalterliche Wasserversorgung Wolfhagens.

Auf dem idyllischen Weg zwischen den Hecken kommen Sie in südlicher Richtung zum "Glockenborn" und zur Wüstung des Kichdorfes Todenhausen. Ein kurzer Abstecher führt zum alten Todenhäuser Friedhof, wo an der Eingangspforte zwei alte Grabsteine zu besichtigen sind. Eine kurze Strecke suf der Landstraße nach Bründersen zurückfahrend geht's rechts ab am Feuchtbiotop vorbei über einen Wiesenweg zum Südhang des Graner Berges und weiter nordwestwärts zur Wüstung Gran, wobei Sie auf dieser Strecke besonders die Wegweiser bzw. die Karte beachten sollten. Die Landstraße nach Ippinghausen überquerend und an mehreren Aussiedlerhöfen vorbei erreichen Sie den ehemaligen Mühlenort Fredegassen. Talaufwärts laden ein Wassertretbecken und eine Rasthütte zur Pause bzw. zum Picknick ein.

Zur letzten an dieser Tour liegenden Wüstung Gasterfeld biegen Sie beim Zimmereibetrieb Heinemann zuerst in Richtung Wolfhagen ab und folgen kurz darauf dem Verkehrsschild nach Bühle, fahren an zwei Bauernhöfen vorbei durch den "Siegen" noch 300 m bergauf und kommen dort rechtsabbiegend auf die alte Heerstraße, der Sie nordwärts folgen. Eine Tafel erläutert die überregionale Bedeutung dieses Handels- und Truppenweges.

Einweihung des Historischen Radwegs

Am aufgelassenen Kirchdorf Gasterfeld vorbeiradelnd kann zwischen dem längeren Rückweg über die "Kolonie" Philippinendorf und die Viesebecker Warte oder dem wesentlich kürzeren Weg parallel des Dusebaches zur Informationstafel Zollstock und über die Apfeltrift durch das Neubaugebiet Teichberg nach Wolfhagen geradelt werden.

Abstecher von der vorgeschlagenen Route, etwa zur Einkehr in den Gaststätten Rasenmühle, Wolfsschänke auf dem Ofenberg, Gasthof Kuhaupt im Hugenottendorf Leckringhausen oder auch die Rückkehr nach Wolfhagen, wo Sie ein reichhaltiges Angebot in verschiedenen Gaststätten erwartet, sind jederzeit möglich.

Im Regionalmuseum Wolfhagen erhalten Sie weitere Erläuterungen über Hans Staden und die Papiermacherfamilie Scheuermann. Sie können dort auch Funde aus den beschriebenen Wüstungen besichtigen.

Gute Fahrt und viel Spaß bei Ihrer Tour wünscht Ihr Heimat- und Geschichtsverein 1956 Wolfhagen.

Quelle

Quelle: Heimat- und Geschichtsverein 1956 Wolfhagen

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