Hippocampus debelius

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Hippocampus debelius

Seepferdchenart, die nach dem Frankenberger Meeresforscher Helmut Debelius benannt wurde

Ein paar Mal hat das winzig kleine Meerestier seinen Lebensweg gekreuzt. Schon 1993 fotografierte der ehemalige Frankenberger Helmut Debelius erstmals das Seepferdchen im Roten Meer, und die Wissenschaft ordnete es fälschlich als „Hippocampus lichtensteinii“ ein. Später ergaben Studien im Frankfurter Senckenbergmuseum, dass es sich um eine neue, bisher noch nicht erforschte Spezies der Seepferdchen handeln musste.

Hippocampus debelius

„Helmut, fang das Tier, damit wir es bestimmen können“, forderte ihn der australische Meeresforscher und Freund Rudie Kuiter auf. Unterwasserfotografen aus aller Welt beteiligten sich an der Fahndung nach dem nur wenige Millimeter langen Winzling, der in großen Meerestiefen lebt und nur zu Fortpflanzungszwecken bis dorthin aufsteigt, wo Taucher ihn sehen können. „Sechs Jahre dauerte die Suche, bis wir das Zwerg-Seepferd im Golf von Suez wieder gefunden haben“, erzählt Helmut Debelius. „Von den bisher 80 beschriebenen Arten gilt es als die seltenste.“

Endlich konnte das kleine, unbekannte Wesen erforscht werden. Und als vor wenigen Tagen in Australien eine wissenschaftliche Publikation von Martin Gomon und Rudie Kuiter über zwei neue Zwerg-Seepferdchen erschien, las der ehemalige Frankenberger schwarz auf weiß: Das von ihm entdeckte Seepferdchen wird „Hippocampus debelius“ heißen. „Dass ich im Alter noch solch einen kleinen Sohn bekommen würde, habe ich auch nicht gedacht“, lacht der 61-Jährige.

Bereits 2007 hatte Helmut Debelius, der regelmäßig seine Mutter und Geschwister in Frankenberg besucht, in der Aula der Edertalschule in einem Vortrag über sein Lebenswerk als Unterwasserfotograf und Meeresforscher berichtet. Insgesamt 26 Fachbücher mit vielen tausend Fotos und wissenschaftlichen Texten zum marinen Lebensraum sind bisher von ihm erschienen, im Juli wird das nächste fertig. „Die Erforschung des Seepferdchens wird nun mein ganz persönlicher Beitrag zum Darwin-Jahr“, freut sich Debelius, der in der Giordano-Bruno-Stiftung aktiv ist und die Arbeit der evolutionären Humanisten unterstützt. Zugegeben: Der „Hippocampus debelius“ ist nicht das erste Meereslebewesen, das seinen Namen trägt. Schon 1990 entdeckte der Forscher bei Mauritius einen Kaiserfisch („Centropyge debelius“), auch eine Feuergarnele und ein Riffhummer wurden nach ihm benannt.



Seepferdchen: Kopf ähnelt einem Pferd

Seepferdchen gehören, auch wenn sie anders aussehen, zu den Fischen. Der Kopf ähnelt einem Pferd, der biegsame Greifschwanz einem Wurm, was ihnen den wissenschaftlichen Namen Pferderaupe (Hippocampus) eingebracht hat. Gemeinsam mit den Fetzenfischen und weiteren Arten bilden sie die Familie der Seenadeln (Syngnathidae).

Sie pflanzen sich fort, indem nach einem gemeinsamen Paar-Synchronschwimmen die Männchen in einer Bauchtasche die Eier der Weibchen aufnehmen, befruchten und ausbrüten. Die Seepferdchen haben sich im Verlauf der Evolution an spezifische ökologische Nischen in Riff- oder Algenlebensräumen angepasst.