Hessisch Lichtenau

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Hessisch-Lichtenau
He-Li-hist.Rathaus 1208.jpg
Historisches Rathaus
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Werra-Meißner-Kreis
Höhe: 387
Fläche: 105,87 qkm
Einwohner: 12.564 (31.12.2011)
Postleitzahl: 37230 - 37235
Vorwahl: 05602
Kfz-Kennzeichen: ESW
Gemeindeschlüssel: 06 6 36 006
Adresse der
Stadtverwaltung:
Landgrafenstr. 52
37235 Hessisch Lichtenau
Website: www.hessisch-lichtenau.de
Bürgermeister: Jürgen Herwig (SPD)

Hessisch Lichtenau ist eine Kleinstadt im Werra-Meißner-Kreis mit etwa 13.300 Einwohnern.

Seit dem Hessentag 2006, der in Hessisch Lichtenau stattfand, präsentiert sich die Stadt verstärkt als "Tor zum Frau Holle-Land".

Geografie

Lage

Hessisch Lichtenau liegt auf der Wasserscheide zwischen Fulda und Werra am Hohen Meißner im östlichen Nordhessen.

Durch die Stadt fließt die Losse, die oberhalb der Kernstadt entspringt.

Stadtteile

> Informationen zu den Stadtteilen

Geschichte

Nach der Trennung von der Landgrafschaft Thüringen legte Landgraf Heinrich I. von Hessen an der alten Handelsstraße ("Leipziger Straße"), die Thüringen und Hessen verband, und der "Sälzerstraße", auf der das Salz von Sooden transportiert wurde, eine neue Stadt an, die auch die Grenzfestung Reichenbach entlasten sollte.

Die Stadt "zur lichten Aue" entstand durch die Zusammenlegung mehrerer kleinerer Orte, deren Bewohner sich in der neuen, sichereren Stadt niederließen und wurde erstmals am 25. März 1289 urkundlich erwähnt. Sie hatte zwei Hauptstraßen, die Mittelstraße (die Obertor und Untertor verband) und eine Ringstraße.

Tafel mit der Darstellung der historischen Altstadt

Im 16. Jahrhundert wurde Lichtenau protestantisch.

Ein Sohn der Stadt, Johannes Feige, 1482 in Lichtenau geboren, gestorben am 20. März 1543 in Kassel, war im Übrigen maßgeblich an der Einführung der Reformation in Hessen durch Landgraf Philipp I. beteiligt, ebenso an der Errichtung der Universität Marburg, deren 1. Kurator er war.

An ihn erinnert in seiner Geburtsstadt der Kanzler Feige - Brunnen, der im Jahr 1910 auf dem Kirchplatz errichtet wurde.

Unter dem Dreißigjährigen Krieg hat die Stadt sehr gelitten. Sie wurde am Osterdienstag des Jahres 1637 erobert und 84 Wohnhäuser, das Rathaus und alle öffentlichen und kirchlichen Gebäude in Brand gesteckt.

Wirtschaftliche Rückschläge gab es auch in den beiden nachfolgenden Jahrhunderten. Im Siebenjährigen Krieg war die Stadt von französischen Truppen besetzt und es mussten hohe Abgaben entrichtet werden.

Erneut waren franzöische Besatzer in den Jahren von 1806 bis 1813 in der Stadt, die damals zum Werra-Departement des Königsreichs Westphalen zählte. Eine Vielzahl von Gebäuden fiel aber auch großen Stadtbränden in den Jahren 1875 und 1886 zum Opfer.

Im 19. Jahrhundert erfolgte der Ausbau von Verkehrswegen, besonders die Eröffnung der Bahnstrecke aus Richtung Kassel im Jahre 1879.

Kanzler-Feige-Brunnen

Über Jahrhunderte hinweg war die Landwirtschaft eine Haupterwerbsquelle, bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts auch die Leinenweberei mit bis zu 51 Leinewebern, bevor die Industrialisierung die Handweberei verdrängte und der Anschluss an die Eisenbahnlinie die weitere wirtschaftliche Entwicklung prägte.

Als die Stadt 1889 ihr 600-jähriges Jubiläum feierte, trug sie den amtlichen Namen „Hessisch Lichtenau“.

An die Zeit des Nationalsozialismus erinnert in Hessisch Lichtenau ein 1986 aufgestellter Gedenkstein mit der Inschrift: "Zum Gedenken an die ungarischen Jüdinnen, die hier vom 2.8.1944 bis zum 29.3.1945 als Häftlinge im Außenkommando Hessisch Lichtenau des Konzentrationslagers Buchenwald leiden mußten."

Sie waren in Baracken des ehemaligen Lagers "Vereinshaus" untergebracht, von denen die letzte Mitte der 1950-er Jahre abgerissen wurde.

Nahe der Stadt befinden sich die Reste der im "Dritten Reich" errichteten "Fabrik Hessisch Lichtenau zur Verwertung chemischer Erzeugnisse", die früher den Tarnnamen Friedland trug. Sie war die zweitgrößte Sprengstoff- und Munitionsfabrik im damaligen Deutschland.

> Ausführliche Stadtgeschichte unter: www.hessisch-lichtenau.biz (pdf)

Kirchen

Ev. Pfarrkirche

Evangelische Pfarrkirche

Die gotische Pfarrkirche in Hessisch-Lichtenau, ehemals Kirche "St. Katharina", aus dem 14. Jahrhundert (mit Westturm aus dem 13. Jahrundert) in der Landgrafenstraße gehört zu den Sehenswürdigkeiten von Hessisch Lichtenau.

Das zweischiffige Hallenlanghaus mit spätgotischen Fenstern wurde ein Opfer von Bränden im 17. und 19. Jahrhundert, wurde aber wieder errichtet.

Pfarrgemeinde Christkönig Hessisch-Lichtenau

Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Zahl der Katholiken in Hessisch Lichtenau durch die Ansiedlung zahlreicher Heimatvertriebener aus dem Sudentenland und Schlesien auf etwa 2.400 an. Die Seelsorge übernahmen Salesianerpatres aus Kassel-Bettenhausen.

Zunächst wurden die Gottesdienste in der evangelischen Kirche gehalten. Danach stand das Augusta-Viktoria-Haus, dann der Saal des „Grünen Baums" zur Verfügung. Auf mehreren Dörfern wurde regelmäßig in evangelischen Kirchen oder Sälen die Messe gefeiert. Bei aller guten Hilfe und Unterstützung, eigene Kirchengebäude wurden erforderlich. Die Kapelle "Maria Hilfe der Christen" in Fürstenhagen war 1949 ein erster Schritt.

1952 wurde dann ein Grundstück in Hessisch Lichtenau erworben und durch die finanzielle und bauplanerische Unterstützung des Bonifatiuswerkes wurde der Bau der Christkönigkirche ermöglicht, die am 15. August 1954 durch den damaligen Fuldaer Bischof Adolf Bolte geweiht wurde.

Persönlichkeiten

Politik

Wahlkreise

Bundestag

Michael ist Bundestagsabgeordneter (SPD) für den Wahlkreis 170

Michael Roth (SPD) ist Mitglied des Deutschen Bundestages für den Wahlkreis 170. Seit dem 17. Dezember 2013 ist er zudem Staatsminister im Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland im Kabinett Merkel III.

Im Wahlkreis 170 leben rund 232.000 Menschen in den Städte und Gemeinden des Werra-Meißner-Kreis und im Landkreis Hersfeld-Rotenburg.

Weitere Informationen HIER und auf der Internetseite des Abgeordneten: Michael Roth (MdB)


Sehenswürdigkeiten

Rundgänge durch die Altstadt

Eulenturm
  • Über die Landgrafenstraße führt der Weg stadteinwärts bis zur Pfarrkirche (daneben liegt das Alte Rathaus) und anschließend etwa 100 Meter zurück (auf der rechten Seite). Durch die Passage gelangt man über den Innenhof und in die Burgstraße. Auf dieser wird - vorbei am Junkerhof - das Obertor erreicht.
  • Auch der Kanzler Feige - Brunnen aus dem Jahr 1910 (im Jugendstil erbaut) auf dem Kirchplatz ist Ausgangspunkt für einen Entdeckungsspaziergang durch die Altstadt mit der gotischen Stadtkirche, dem alten Rathaus und vielen Fachwerkhäusern aber auch dem Rundturm am Obertor, dem Neuen Rathaus, dem Eulenturm (am Junkerhof), dem Quenteler Tor, dem Malerwinkel oder dem Rode´schen Park.

Sehenswerte Gebäude

Natur

siehe auch

Im Frau Holle - Park

Verkehrsanbindung

An der evangelischen Stadtkirche

Bahn

Mit der westlich gelegenen Großstadt Kassel ist Hessisch Lichtenau über die Straßenbahnlinie 4 von Kassel über Kaufungen und Helsa nach Hessisch Lichtenau (Lossetalbahn) verbunden (Tram 4: Mattenberg bis Hessisch-Lichtenau).

Strasse

Mit dem PKW ist die Stadt über drei Autobahnabfahrten der A 44 erreichen.

Wandern und Radwandern

Radwandern

Der Lossetalradweg:

Die Gesamtlänge des Lossetalradweges beträgt 33 km.

Er führt vom Auestadion in Kassel über Kaufungen, Helsa, Eschenstruth, Fürstenhagen bis nach Hessisch Lichtenau.

Eine Strecke, die mit dem Fahrrad leicht zu bewältigen ist.

Herkules - Wartburg - Radweg:

Durch Hessisch Lichtenau verläuft auch der Herkules-Wartburg-Radweg von Kassel nach Eisenach, der in einem Rundkurs von 215 km auch durch die Fluss- und Tallandschaften von Losse, Wehre und Werra und in die Landschaft am Hohen Meißner führt.

Rundwanderweg

Wandertipps


Weblinks

siehe auch:
Kreiskarte


Städte und Gemeinden im Werra-Meißner-Kreis
WappenWerraMeißner.jpg

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