Hessencourrier

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dampflok HC 5 beim überqueren der Leipziger Straße

Hessencourrier lautet der Name der ersten hessischen Museumseisenbahn.

Im Jahr 1970 kauften die Eisenbahnfreunde Kassel zwei Personenwagen der Kleinbahn Kassel-Naumburg. In den folgenden Jahren kamen weitere Fahrzeugraritäten hinzu. Die Bezeichnung HESSENCOURRIER wurde gewählt, weil ein Großteil der Fahrzeuge auf hessischen Bahnstrecken rollte.

Geschichte

Aus der Vereinsgeschichte

Seit 1972 führt der Verein Hessencourrier Zugfahrten mit historischen Eisenbahnfahrzeugen durch. Das Sammlungskonzept legt den Schwerpunkt auf den Erhalt von Eisenbahnfahrzeugen aus Hessen, vorzugsweise der ehemaligen preußisch-hessischen Klein- und Nebenbahnen. Die Fahrzeuge wurden zum großen Teil im schrottreifen Zustand angekauft und von den Vereinsmitgliedern in ehrenamtlicher Arbeit restauriert. Am Ende einer jahrelangen Aufarbeitung steht das Ziel, ein Fahrzeug mit allen erforderlichen bahnamtlichen Prüfungen wieder für den öffentlichen Verkehr zuzulassen.

Mittlerweile umfasst die Sammlung 50 Eisenbahnfahrzeuge, davon vier Dampflokomotiven, vier Diesellokomotiven und 19 betriebsfähige Pack- und Personenwagen. Damit kann nahezu die gesamte Entwicklung von zwei- und dreiachsigen Personenwagen der preußisch-hessischen Klein- und Nebenbahnen vorgestellt werden.

Prunkstück der Sammlung ist ein Originalzug der Kleinbahn Kassel-Naumburg, bestehend aus der Dampflokomotive HC 206 und über 100 Jahre alten Personenwagen.

Dampflok in Baunatal

Aktiv-Urlaub im Gleisbett

HNA Bericht am 12.04.2011

Mitglieder des Hessencourriers machen Kleinbahnstrecke fit für die neue Fahrsaison

Leerlauf kennen die Eisenbahner nicht: Die Mitglieder des Hessencourriers haben jede Menge Baustellen: die neue Lokhalle in Kassel, die Lokomotive 206 in der Naumburger Lokhalle und die 26 Kilometer lange Gleisstrecke von Naumburg über Bad Emstal und Schauenburg bis nach Baunatal-Großenritte, die von den Dampfzug-Begeisterten in Schuss gehalten wird.

Ein halbes Dutzend Vereinsmitglieder war nun wieder 200 Meter hinter dem Balhorner Bahnhof im Einsatz, ersetzte morsche Schwellen gegen intakte, die man gebraucht gekauft hat.

„Eine neue kostet 70 Euro“, sagt Vereinsvorsitzender Jens Karasek, die gebrauchten Exemplare, die noch zehn bis 15 Jahre halten, kosten vergleichsweise günstige 30 Euro. Der Hessencourrier mit seinen 44 Mitgliedern hat mächtige finanzielle Lasten zu stemmen, um den Fahrbetrieb auf der früheren Kleinbahnstrecke und seine historischen Fahrzeuge am Laufen zu halten.

Ohne Sponsoren wäre es mit der einzigartigen touristischen Attraktion, dem Reisen wie zu Kaisers Zeiten, zwischen Kassel und Naumburg längst vorbei. [1].

Museumsbahn Museumsbahn Museumsbahn Museumsbahn Museumsbahn
thumb HC 52 4544 - 2007
HC 52 4544 - 2007
HC 52 4544 - 2007
HC 52 4544 - 2007
HC 52 4544 - 2007


Eigener Bahnhof

34 Jahre lang war der ehemalige Güterbahnhof Kassel-Wilhelmshöhe Süd der Kassel Naumburger Eisenbahn die Heimat

der Museumseisenbahn. In Zukunft wird der Standort für den Neubau einer Werkstatt und Wartungshalle für die Triebwagen im Nordhessenverkehr der Firma Cantus benötigt.

Deshalb war es für den weiteren Betrieb des historischen Zuges notwendig, eine Alternative zum Abstellen der teilweise über 100 Jahre alten Wagen und Lokomotiven zu finden. In unmittelbarer Nähe zum bisherigen Gelände konnte im Kasseler Technologiepark Marbachshöhe ein Areal erworben werden auf dem die ehrenamtlich arbeitenden Mitglieder die Grundlagen für die nächsten 35 Betriebsjahre errichten können.

Anlieferung der Weichen aus dem Kasseler Hauptbahnhof
Nach dem Abriss der ehemaligen Panzerverladerampe begannen die Gleisplanungen. Mit der Unterstützung durch einen professionellen Gleisplaner wurde ein optimaler Gleisplan gefunden. Damit die 2 ursprünglich vorhandenen Gleise um ein drittes erweitert werden konnten wurden mehrere Weichen gekauft die zum Glück nicht weit entfernt eingebaut waren.

Aus dem Kasseler Hauptbahnhof konnten kurzfristig die benötigten Weichen abgebaut werden. Mit einem Schwertransport der aus 5 überbreiten LKW bestand sind die Weichen an ihren neuen Bestimmungsort durch die ganze Stadt transportiert worden.

Als auch die Gleisanlagen durch Kasseler Spezialisten fertig gestellt waren haben die Mitglieder der Museumsbahn den neuen Abfahrtsbahnsteig errichtet. Seit 2007 fährt der historische Zug vom neuen Bahnhof ab.

Bahnhofsüberdachung der Museumseisenbahn HESSENCOURRIER. Foto: G.Brümmer

Im Sommer 2008 begannen die Arbeiten zum Bau einer Bahnhofsüberdachung. Die geplante Dach-Konstruktion überspannt auf einer Fläche von 2600 m² drei Gleise, im nördlichen Bereich sogar vier Gleise. Damit sind die historischen Fahrzeuge endlich vor den Einflüssen der Witterung geschützt. Im Jahr 2009 soll auf der Dachfläche eine Photovoltaikanlage installiert werden.

Jüngere Geschichte

52 4544 mit dem Kasseler Herkules im Hintergrund
  • Schlimm war der Brand am 5. Dezember 2006: Um 20.50 Uhr brannte an einem Dienstag der Buffetwagen des historischen Zuges aus. Der materielle Schaden lag bei mindestens 30 000 Euro. Die Ursache war vermutlich ein Defekt am Kühlschrank. Schwer wiegt insbesondere der ideelle Schaden: In hunderten Arbeitsstunden hatten Vereinsmitglieder aus einem schrottreifen Waggon einen edlen, weinroten Buffetwagen hergerichtet.
  • Juli 2010: Der Hessencourrier hat wieder zwei betriebsfähige Dampflokomotiven für seine Museumsbahn. Die ölgefeuerte Lok „5“ hat die Abnahme durch einen Sachverständigen des Eisenbahn-Bundesamtes bestanden. Und auch bei der Kesselprüfung durch den TÜV gab es keine Beanstandungen - die Lok ist ab sofort wieder einsatzbereit.

Kontakt

HESSENCOURRIER e.V.
/Kaulenbergstraße 5
34131 Kassel
Infotelefon: 0561 581550
Mail: info@hessencourrier.de
Internet: www.hessencourrier.de

Lokomotiven

Der Betrieb wird mit diesen vereinseigenen Lokomotiven durchgeführt:

HC 206 in Naumburg

HC 206

Baujahr: 1941
Hersteller: Krauss-Maffei, München
Bauart / Leistung: Eh2t / 750 PS
HC 52 4544 bei Altenstädt

HC 52 4544

Baujahr: 1944
Hersteller: Cegielski, Posen
Bauart / Leistung: 1'Eh2 / 1620 PS
HC 5 im Bahnhof Naumburg

HC 5

Baujahr: 1952
Hersteller: Henschel, Kassel
Bauart / Leistung: Bn2t / 350 PS


HC V15 im Bahnhof Wilhelmshöhe-Süd

HC V15

Baujahr: 1958
Hersteller: MAK, Kiel
Bauart / Leistung: D-dh / 650 PS


Video:Dampflok: So funktioniert sie - Teil 1 - Hessencourrier in Kassel - Baureihe 50 und 52

Streckenführung der Museumsbahn

524544 auf der Fahrt durch Baunatal nach Naumburg
Auf der Fahrt durch Baunatal nach Kassel
Auf der Fahrt durch Baunatal nach Kassel

Von Kassel über Baunatal, Schauenburg nach Naumburg verläuft die 33,4 km lange Bahnlinie, die im Volksmund auch "Naumburger Bahn" genannt wird. Die Streckenführung ist besonders deswegen interessant, weil auf verhältnismäßig kurzen Abschnitten beträchtliche Höhenunterschiede zu bewältigen sind.

  • Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe 187,5 m über Meeresspiegel (Ausgangspunkt)
  • Bahnhof Hoof 403,3 m über Meeresspiegel (höchster Punkt)
  • Bahnhof Naumburg 286.0 m über Meeresspiegel (Endpunkt)
  • Der tiefste Punkt liegt bei Kassel-Niederzwehren mit 170,0 m .
  • Die größte Steigung mit 1:35, das sind ca. 29 ‰, befindet sich auf einer Länge von 4,7 Kilometer zwischen Elgershausen und Hoof.
  • 16 Kilometer des Hauptgleises liegen in Kurven, davon überwiegend mit einem Halbmesser von 200 - 300 m.

Beim Bahnbau mußten drei von Norden nach Süden verlaufende Höhenzüge umgangen oder an geeigneter Stelle überschritten werden, nämlich der Habichtswald mit dem südlichen Ausläufer Baunsberg, die Langenberge mit dem nördlichen Ausläufer Saukopf und der Höhenzug am linken Elbeufer zwischen Altenstädt und Fritzlar.

Um Tunnelbauten zu vermeiden, wurden längere Strecken mit einem Neigungswinkel von 1;35 bis 1:60 notwendig. Der tiefste Punkt der Trasse liegt mit 170 m ü. NN nur 14 Streckenkilometer vom höchsten Punkt mit 403 m ü. NN entfernt. 233 m Höhenunterschied sind also zu überwinden. Die Trassierung wurde nach ausgesprochenen Billigkeitsprinzipien vorgenommen. Der kleinste Krümmungshalbmesser beträgt 200 m. Die Höchstgeschwindigkeit wurde auf 40 km/h festgesetzt. Durch diese Vorgabe erhielt die Kleinbahn eine recht eigenwillige Note, die unter den deutschen NE- Bahnen ihresgleichen sucht.

Bei der Planung war man darauf bedacht, der Bahn einen eigenen Bahnkörper ohne Benutzung von Chausseen oder anderen öffentlichen Wegen zu schaffen. Für alle kreuzenden Wege waren schienengleiche Bahnübergänge ins Auge gefaßt. Nur bei Eintreten sehr ungünstiger Rampenverhältnisse sollte eine Über- oder Unterführung des betreffenden Weges erfolgen. Die Hochbauten sollten in einfachster Weise erstellt werden, jedoch den Verkehrs- und Betriebsbedürfnissen voll gerecht werden.

siehe auch

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. HNA am 12.04. 2011 - Mitglieder des Hessencourriers machen Kleinbahnstrecke fit für die neue Fahrsaison - von Norbert Müller

Weblinks