Herzogin Elisabeth
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Berühmte Mündener - Herzogin Elisabeth
Geboren wurde Elisabeth im Jahre 1510 als Tochter des Kurfürsten von Brandenburg-Hohenzollern Joachim I. und seiner Frau Elisabeth, Tochter des Königs Johann I. von Dänemark. Sie war 15, als ihr Vater sie mit dem 55-jährigen Herzog Erich I. von Braunschweig-Lüneburg verheiratete, der von Münden aus das Fürstentum Calenberg-Göttingen regierte. Ein Sohn und drei Töchter gingen aus der Ehe hervor.
Nach dem Tod ihres Mannes übernahm sie im Jahre 1540 für ihren damals erst 12-jährigen Sohn Erich die Regierungsgeschäfte im Fürstentum. Noch im selben Jahr begann sie ihr Reformationswerk. Sie holte Antonius Corvinus - damals Pfarrer in Witzenhausen - ins Land, der für das Fürstentum eine Kirchenordnung erarbeitete. 1542 wurde sie in Kraft gesetzt.
Machtwille bildete die Triebkraft, der lutherische Glauben das Leitmotiv ihres Handelns, so lautet zuweilen das Urteil in der Geschichtswissenschaft über die Herzogin. Elisabeth zeigte sich jedenfalls als tatkräftige Regentin. Sie sorgte für eine geordnete Rechtspflege im Fürstentum und verfasste Grundsatzschriften, wie einen Sendbrief an ihre Untertanen (1544) und ein Jahr später ein Regierungshandbuch für ihren Sohn.
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Aus Leben und Werk
Herzogin Elisabeth
Als die bedeutendste Mündenerin bezeichnete sie Landtagspräsident Jürgen Gansäuer bei der Stapelmahlzeit in Hann. Münden. 2008 jährte sich der Todestag von Herzogin Elisabeth zum 450. Mal.
Die Herzogin verbrachte über die Hälfte ihres Lebens im Mündener Welfenschloss und war maßgeblich an der Einführung der Reformation im Fürstentum Calenberg-Göttingen beteiligt war.
Bereits mit 15 Jahren heiratete Elisabeth den Herzog von Braunschweig Lüneburg, Herzog Erich I., der 40 Jahre älter war als sie. Seine erste Frau war kurz zuvor gestorben. 1540, als Erich starb, übernahm Elisabeth die vormundschaftliche Regierung über das Fürstentum, da der gemeinsame Sohn Erich II. gerade mal zwölf Jahre alt war.
Die schon in jungen Jahren als bibelfest geltende Christin hatte sich inzwischen zur neuen Glaubenslehre des Reformators Martin Luther bekannt und stellte ein Team zusammen - darunter auch Antonius Corvinus als Landessuperintendent - , mit dem sie die Reformation durchsetzte.
Als 1546 der inzwischen volljährige Erich II. die Herrschaft übernahm, kehrte er zum alten Glauben zurück, was Elisabeth viele Sorge bereitete. 1553 wurde sie von Herzog Heinrich zu Wolfenbüttel aus Münden vertrieben. Es muss ein schwerer Schlag für Elisabeth gewesen sein, der die Mündener Bevölkerung sehr am Herzen lag. Auf dem Schloss wurden die Armen stets mit dem Nötigsten versorgt. Zusammen mit dem Rat der Stadt hatte sie auch die Verwaltung des Hospitals St. Spiritus am Fuße der Werrabrücke übernommen. Fünf Jahre nachdem sie Münden verlassen musste, starb sie - wie es heißt, entkräftet und mit gebrochenem Herzen - in Ilmenau. (rud)
siehe auch:
Revolutionär: Eine Schule für Mädchen
Herzogin Elisabeth war auch die Einrichtung einer Mädchenschule in Münden zu verdanken, eine in damaliger Zeit geradezu revolutionäre Tat, da man damals der Meinung war, Schulbildung für Mädchen sei unnütz, ja sogar schädlich. So kam Münden zu einer „Meidtlein-Schule“, denn nach Aussage der Regentin sollten Mädchen „schrieven unde lesen lernen, gude Seden und Dogenden zu Godes Loffunde Ehre“. Dass sich die Mädchenschule nach ihrem Weggang nicht lange hielt, lag am Unverständnis der dann Regierenden, denen Elisabeth in ihrer sozialen Einschätzung weit überlegen und um Jahrhunderte voraus war.
Wie damals bei Elisabeth
Sonderschau zur Mündener Herzogin und ein volles Programm am Museumstag
Hann. Münden. Roter Samt, Brokatmuster, in Ehren vergilbte Bücher: Das 16. Jahrhundert hat sichtbar Einzug gehalten im Städtischen Museum im Mündener Welfenschloss. Der Internationale Museumstag am Sonntag, 18. Mai, steht dort ganz im Zeichen der Epoche von Reformation und Renaissance - jener Zeit also, als Herzogin Elisabeth von Münden aus regierte.
Zur Eröffnung ein Prinz
Heinrich Prinz von Hannover und Bürgermeister Klaus Burhenne werden dabei sein, wenn am Sonntag um 11 Uhr im Rittersaal die neue Sonderausstellung „Elisabeth von Calenberg-Göttingen 1518-1558, Herzogin im Welfenschloss“ eröffnet wird. Die Ausstellung im Museumsfoyer zeigt erstmals wertvolle Leihgaben des 16. Jahrhunderts, so unter anderem das von der Herzogin verfasste Witwentrostbuch von 1598 und die Silbermedaille mit Elisabethporträt von 1544.
Die brandenburgische Fürstentochter war Mutter unter anderem von Erich II., für den sie die Regierungsgeschäfte führte, bis er selbst dazu alt genug war. Vom Regierungssitz Münden aus reformierte Herzogin Elisabeth die Klöster im Calenberger Land. Im Welfenschloss als ihrem Witwengut wohnte sie auch, nachdem ihr Sohn die Regierungsgeschäfte übernommen hatte, bis 1553. Sie starb 1558 im thüringischen Ilmenau. In diesem Jahr jährt sich also Elisabeths Todestag zum 450. Mal. Auf elf Text- und Bilddtafeln hat das Museum den Lebensweg Elisabeths übersichtlich zusammengefasst. (tns) Städtisches Museum im Welfenschloss, Sonntag, 18. Mai, geöffnet von 10 bis 17 Uhr. www.hann.muenden.de/kultur/museum.de
Aus dem Leben einer Herzogin
Klosterbühne Wennigsen kommt am 24. Mai mit dem Jubiläumsstück „Frauenköpfe“ nach Münden
Hann. Münden. Die Kirche wird zum Theatersaal: 34 Schauspieler bringen am 24. Mai Begebenheiten aus dem Leben von Herzogin Elisabeth von Calenberg-Göttingen auf die Bühne der St.-Blasius-Kirche in Hann. Münden. Die Aufführung beginnt um 17 Uhr.
Der 24. Mai ist der Vorabend des 450. Todestages von Herzogin Elisabeth von Calenberg-Göttingen. Die Klosterbühne Wennigsen (Theaterkreis der Marien-Petri-Gemeinde) ist es, die das Theaterstück „Frauenköpfe“ zeigt. Das Ensemble kommt auf Einladung von Bürgermeister Klaus Burhenne und der evanglisch-lutherischen Stadtkirchengemeinde, teilt Julia Bytom mit, Pressesprecherin der Stadt.
Der langjährige Wennigser Pastor und Gründer der Klosterbühne, Burkhard Gums, hat das Stück anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Klosterbühne und des 450. Elisabeth-Gedenkjahres geschrieben. Damit leiste die Klosterbühne einen wesentlichen Beitrag zu den Feierlichkeiten dieses Jahres. Dass die Klosterbühne erstmalig auf „Tournee“ in Hann. Münden gastiert, ist ebenfalls eine Idee von Pastor Burkhard Gums.
Das Theaterstück lässt in dichterischer Freiheit Ereignisse, die mit Herzogin Elisabeth verbunden sind, in Versen, Musik und Tanz lebendig werden. Der Vorsitzende des Kulturkreises Kloster Wennigsen, Volker Grimsehl, hat zu dem Stück Instrumentalmusik und Gesänge komponiert, die von einem kleinen Orchester und den Mitspielern dargeboten werden. Natürlich werden auch das höfische Leben der Herzogin in Münden und Neustadt am Rübenberge und die politischen Ereignisse der damaligen Zeit im Stück dargestellt. Der Eintritt ist frei, Spenden erbeten. (nix)
450. Todestag der Herzogin
Sie war eine Powerfrau, eine der herausragenden Frauengestalten ihrer Zeit. Elisabeth (1500-1558) übernahm nach dem Tod ihres Mannes die Regentschaft im Herzogtum für den minderjährigen Sohn, führte die Reformation ein und bescherte dem Welfenhof zu Münden eine moderne Verwaltung. In ihrem Regierungshandbuch mahnt sie ihren Sohn, er solle die Witwen und Waisen sowie Fremdlinge trösten, schützen und nähren sowie mit den Hungrigen das Brot brechen. Das Böse solle er strafen, aber ein Fürst sein, in dessen Lande Gerechtigkeit, Einigkeit und Frieden herrschen.
siehe auch
- Antonius Corvinus
- Fürstentum Calenberg-Göttingen
- Herzogin Elisabeth (1510 - 1558) - Mutter der Reformation
- Pilotprojekt Mundensis
- Herzog Erich I. von Braunschweig-Lüneburg
- Herzog Erich II. von Braunschweig-Lüneburg
- Herzog Erich II. von Braunschweig-Calenberg
- St. Blasius-Kirche in Hann. Münden
Weblinks
- herzogin-elisabeth.de Informationen zur Herzogin sowie über die Aktivitäten in den Jubiläumsjahren 2008 und 2010 in ihrer Residenzstadt Münden.