Herzog Erich II. von Braunschweig-Lüneburg

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Erich II., Herzog zu Braunschweig - Calenberg, wurde am 10. August 1528 geboren und verlebte seine Kindheit und Jugend hauptsächlich auf dem Welfenschloss in Münden. Das dortige Renaissance-Schloss erinnert noch heute an seine Herrschaft. Es wurde im 16. - 18. Jahrhundert erbaut und ist heute Sitz des Stadtmuseums.

Das Welfenschloss in Hann. Münden
Foto: Schmidt

Das erste Schloss an dieser Stelle wurde bereits im Jahr 1501 durch Herzog Erich I. im gotischen Baustil errichtet, es wurde aber durch einen Brand vernichtet.

Im Jahr 1560 ließ dann Herzog Erich II. das Schloss in seiner heutigen Form im Stil der frühen Weserrenaissance errichten.

Erich II. war der Sohn von Herzog Erich I. und dessen Ehefrau Herzogin Elisabeth.

Er starb am 17. November 1584 in Italien (Pavia). Da er keine männlichen Erben hinterließ, fiel das Fürstentum Calenberg-Göttingen nach seinem Tod an Herzog Julius aus der Wolfenbüttler Linie der Welfen.

Leben und Werk

Aus der Serie: Berühmte Mündener

Herzog Erich II. von Braunschweig-Lüneburg

Verlobt war er praktisch von Geburt an: Erich II., Sohn von Herzogin Elisabeth und Herzog Erich I., 1528 in Münden geboren. Agnes, die Tochter des Landgrafen Philipp, sollte der Kleine ehelichen. Doch Erich nahm weder sie noch ihre jüngere Schwester, sondern entschied sich für Sidonia von Sachsen. Die Hochzeit wurde am 7. Mai 1545 groß in Münden gefeiert. Seinen eigenen Kopf hatte er auch in Sachen Religion: Während seine Mutter Elisabeth, die einige Jahre die Regierungsgeschäfte für ihn führte, dem Protestantismus zugewandt war, lag Erich II. eher er kaholische Glaube. Er ließ sogar 1949 Corvinus verhaften und auf dem Calenberg festsetzen.

1546 trat Erich II. die Herrschaft in seinem Herzogtum Braunschweig-Lüneburg an. Im Gezerre zwischen Religion, Macht und Kaiser verliert der junge Herzog aber bald seine Eigenständigkeit. Er verlässt sein Herzogtum und profiliert sich als Führer von Söldnerheeren.

Mit einem davon ist er in der Schlacht am 10. August 1557 bei St. Quentin erfolgreich und nimmt zwei Anführer der französischen Armee gefangen. Gegen ein Lösegeld lässt er sie frei, und mit ihrer Hilfe wird der Frieden von Cateau-Cambresis geschlossen.

Erich II. hält sich fortan lieber in den Niederlanden oder in Spanien auf als in Münden, lässt aber hier das 1560 abgebrannte Schloss wieder aufbauen - und beschert der Stadt damit ein Denkmal, das Einblicke in die Gedankenwelt eines Fürsten des 16. Jahrhunderts bietet.

Erichs Söldner sind sein Kapital und sein Druckmittel. Geschickt setzt er sie immer wieder ein, um zu bekommen, was er will, Geld zu verdienen oder sich schlicht unentbehrlich zu machen. So gelingt es ihm auch, in den Orden vom Goldenen Vlies aufgenommen zu werden, ein erlesener Kreis aus dem Hochadel. Das verbessert wieder seine finazielle Situation.

Er kauft Land und baut oder erneuert Schlösser in Deutschland, Italien und den Niederlanden. Seine Ehe mit Sidonie von Sachsen bleibt kinderlos, ebenso die mit Dorothea von Lothringen. Kinder hat er jedoch mit seiner Geliebten Katharina von Weldam. Seinem leiblichen Sohn Wilhelm kauft er kurzerhand drei Orte in Italien. Seine Tochter Katharina verheiratet er mit dem Adligen Andrea Doria Galeano aus Genua.

Erich II. stirbt am 17. November 1584 in Pavia.

Reformation im Fürstentum Calenberg-Göttingen

Wie sein Vater - Herzog Erich I. war Erich II. Landesherr des Fürstentums Calenberg-Göttingen.

Nach dem Tod von Herzog Erich I. übernahm zunächst Herzogin Elisabeth für ihren erst 12-jährigen Sohn Erich die Regierungsgeschäfte im Fürstentum. Noch im selben Jahr begann sie ihr Reformationswerk. Sie holte Antonius Corvinus - damals Pfarrer in Witzenhausen - ins Land, der für das Fürstentum eine Kirchenordnung erarbeitete. 1542 wurde sie in Kraft gesetzt.

Sohn Erich dagegen zog es in die weite Welt, vor allem an den kaiserlichen Hof in Wien. Als er mit 18 Jahren die Regierung in Calenberg-Göttingen übernahm, bekannte er sich bald - obwohl von Corvinus lutherisch erzogen - zum katholischen Glauben. Als Obrist in kaiserlichen Diensten kämpfte er in Holland, Spanien, Frankreich und Italien.

Nach dem Sieg der Katholiken im „Schmalkaldischen Krieg“ versuchte er auch in Fürstentum Calenberg-Göttingen die Gegenreformation durchzusetzen, scheiterte damit aber am Widerstand der Städte. Der erste protestantische Pfarrer Uslars, Jost Bauernfeindt, der den Zorn des Herzogs erregt hatte, musste aus der Stadt fliehen. Corvinus - ein Wortführer des Widerstands - wurde 1549 gefangen genommen und blieb bis 1552 in Haft.

Die politische Lage zwang Erich II. zu Kompromissen. Als Herzog Heinrich II. von Braunschweig-Wolfenbüttel (sein Vetter) das Fürstentum bedrohte, ging er ein Bündnis mit dem Protestanten Albrecht II. Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach ein. Vermittelt hatte dies seine Mutter, Herzogin Elisabeth. Bei einem Sieg des katholischen Heinrich musste diese mit ihrer Vertreibung aus Münden rechnen.

Die Bedingung für das Bündnis: Erich musste die lutherische Lehre in seinem Land zulassen. Als 1553 Erich II. aber in einer verlustreichen Schlacht bei Sievershausen Heinrich unterlag, musste Elisabeth Münden dann doch verlassen und flüchtete mit ihrer jüngsten Tochter nach Hannover.

Doch die Reformation war nicht zuletzt deshalb erfolgreich, weil sie das landesherrliche Kirchenregiment förderte und so den Bestrebungen vieler Reichsfürsten um die Festigung ihrer Unabhängigkeit von kaiserlicher Herrschaft entgegenkam.

Die Unruhen im Reich konnte auch der Sieg von Kaiser Karl V. im Schmalkaldischen Krieg nicht beenden. Mit dem Augsburger Religionsfrieden von 1555 fand Europa aber vorerst zu einer labilen Ruhe zurück. Im selben Jahr musste auch Erich II. die lutherische Lehre in seinem Land bestätigen.

siehe auch

Weblinks