Herzog Erich II. von Braunschweig-Calenberg

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Das Welfenschloss in Hann. Münden
Foto: Schmidt

Lebemann und Bauherr

Uslar. Herzog Erich II. von Braunschweig-Calenberg wurde am 10. August 1528 geboren und verlebte seine Kindheit und Jugend hauptsächlich auf dem Mündener Welfenschloss. Er war der Sohn von Herzog Erich I. und dessen Ehefrau Herzogin Elisabeth.

Im Jahre 1546 übernahm er als Achtzehnjähriger für fast vierzig Jahre die Regierung des Fürstentums Göttingen-Calenberg-Oberwald, zu dem auch der südliche Solling gehörte. Erich der Jüngere machte sich einen Namen als Söldnerführer, Hexenjäger, Lebemann und Bauherr.

Nach dem frühen Tod Herzog Erich I. im Jahre 1540 übernahm Herzogin Elisabeth für sechs Jahre die Regentschaft des welfischen Kleinstaates. Elisabeth förderte die Reformation im Lande und modernisierte die Verwaltung. Sie weilte oft auf ihrem Jagdschloss Nienover.

Ihren Sohn Erich dagegen zog es in die weite Welt, vor allem an den kaiserlichen Hof in Wien, wo er kurz nach seinem Regierungsantritt zum Leidwesen seiner Mutter zum katholischen Glauben übertrat. Erich versuchte die Gegenreformation in seinem Lande durchzusetzen, scheiterte damit aber am Widerstand der Städte. Der erste protestantische Pfarrer Uslars, Jost Bauernfeindt, der den Zorn des Herzogs erregt hatte, musste aus der Stadt fliehen. 1555 musste Erich die lutherische Lehre in seinem Land bestätigen. Als nur mäßig erfolgreicher Obrist in kaiserlichen Diensten kämpfte er in Holland, Spanien, Frankreich und Italien und vernachlässigte sein Fürstentum.

Seine aufwändige Hofhaltung und seine gewaltigen Bauprojekte ruinierten die Finanzen des Landes und führten zu ständigen Konflikten des Herzogs mit den Landständen und seiner Ehefrau Sidonie.

Da die Untertanen nur begrenzt durch unterschiedlichste Steuern zur Ader gelassen werden konnten, versuchte Erich schließlich das Vermögen seiner Ehefrau zu plündern. Einem von ihm angezettelten Hexenprozess konnte sich Sidonie nur durch Flucht entziehen.

Herzog ohne Nachkommen

Herzog Erich von Braunschweig-Calenberg starb im November 1584 in Pavia, wahrscheinlich an den Folgen einer Syphiliserkrankung. Da er keine Nachkommen hinterließ, fiel sein Fürstentum an Herzog Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel.

Dr. Wolfgang Schäfer


Wie sein Vater war Erich II. Herzog zu Braunschweig-Lüneburg und Landesherr des Fürstentums Calenberg-Göttingen.

Leben und Werk von Erich II. werden auch in dem Artikel

siehe auch

Welfenschloss in Hann. Münden

Das Welfenschloss in Hann. Münden wurde im 16. - 18. Jahrhundert erbaut und ist heute Sitz des Stadtmuseums.

Das erste Schloss an dieser Stelle wurde bereits im Jahr 1501 durch Herzog Erich I. im gotischen Baustil errichtet, es wurde aber durch einen Brand vernichtet.

Im Jahr 1560 ließ dann Herzog Erich II. das Schloss in seiner heutigen Form im Stil der frühen Weserrenaissance errichten.