Herzog Erich I. von Braunschweig-Lüneburg

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Herzog Erich I.von Braunschweig-Lüneburg (1470-1540)

Nach dem Tode seines Vaters (Herzog Wilhelm der Jüngere) wurde das Fürstentum Braunschweig neuerlich unter dessen Söhnen Heinrich und Erich geteilt.

Herzog Erich I. erhielt das Fürstentum Göttingen und das schon 1432 bis 1473 eigenständige Fürstentum Calenberg. So entstand unter seiner Herrschaft das Fürstentum Calenberg-Göttingen.

Neben hohen Schulden hinterließ der Herzog nach seinem Tod zwei wichtige Bauten, die Erichsburg bei Dassel und die unter seiner Herrschaft wieder hergestellte Burg Calenberg.

Leben und Werk

Aus der Serie: Berühmte Mündener

Herzog Erich I. von Braunschweig-Lüneburg

Er rettete dem Kaiser Maximilian höchstpersönlich das Leben. In der Schlacht von Mengersbach im Jahre 1504 erwarb sich Erich I. von Braunschweig-Lüneburg mit seinem tapferen Einsatz vom Kaiser den „gülden glänzenden Stern“ für sein Wappen und wurde zum Ritter ernannt.

Durch die Vermittlung des Kaisers heiratet Erich I. auch seine erste Frau, Katharina von Sachsen. Als sie starb ehelichte er im Alter von 55 Jahren die gerade mal 15-jährige Elisabeth von Brandenburg, die zu ihm nach Münden zog, dem Verwaltungssitz des Fürstentums Göttingen, über das Erich I herrschte.

War die erste Ehe kinderlos geblieben, schenkte ihm Elisabeth nicht nur den ersehnten Thronfolger, Erich II., sondern auch drei Töchter. Ihr Ehemann galt als gutmütig, in Finanzangelegenheiten als gleichgültig und in Liebesdingen als großzügig.

Seine junge Frau wusste ihre Ansprüche gegenüber dem Gatten also ganz gut durchzusetzen. Unter anderem räumte er ihr statt des im Ehevertrag vereinbarten Amtes Calenberg das mit höheren Einnahmen verbundenen Gebiet mit den Städten Münden, Northeim und Göttingen als Witwengut ein.

Herzogin Elisabeth
Foto: Sammlung Hartung/nh

Als Erich I. 1540 in Hagenau starb, hinterließ er hohe Schulden. Aufwändige Hofhaltung und große Bautätigkeit ließen ihn - wie viele seiner Standesgenossen - über seine finanziellen Verhältnisse leben. Der Geldmangel hatte zur Folge, dass seine Witwe die Leiche Erichs erst nach einem Jahr in Hagenau auslösen konnte. Von jedem Untertan des Herzogtums mussten 16 Pfennig erhoben werden, um die in Hagenau gemachten Schulden zu begleichen. (rud)

Herzogin Elisabeth

Herzogin Elisabeth (1500 - 1558) übernahm nach dem Tod ihres Mannes die Regentschaft im Herzogtum für den minderjährigen Sohn, führte die Reformation ein und bescherte dem Welfenhof zu Münden eine moderne Verwaltung.

Für ihren damals erst 12-jährigen Sohn Erich übernahm sie die Regierungsgeschäfte im Fürstentum. Noch im selben Jahr begann sie ihr Reformationswerk. Sie holte Antonius Corvinus - damals Pfarrer in Witzenhausen - ins Land, der für das Fürstentum eine Kirchenordnung erarbeitete. 1542 wurde sie in Kraft gesetzt. Machtwille bildete die Triebkraft, der lutherische Glauben das Leitmotiv ihres Handelns, so lautet zuweilen das Urteil in der Geschichtswissenschaft über die Herzogin. Elisabeth zeigte sich jedenfalls als tatkräftige Regentin. Sie sorgte für eine geordnete Rechtspflege im Fürstentum und verfasste Grundsatzschriften, wie einen Sendbrief an ihre Untertanen (1544) und ein Jahr später ein Regierungshandbuch für ihren Sohn.

In diesem mahnte sie ihren Sohn, er solle die Witwen und Waisen sowie Fremdlinge trösten, schützen und nähren sowie mit den Hungrigen das Brot brechen. Das Böse solle er strafen, aber ein Fürst sein, in dessen Lande Gerechtigkeit, Einigkeit und Frieden herrschen.

Welfenschloss in Hann. Münden

Das Schloss in Hann. Münden

Das Welfenschloss in Hann. Münden wurde im 16. - 18. Jahrhundert erbaut und ist heute Sitz des Stadtmuseums.

Das erste Schloss an dieser Stelle wurde bereits im Jahr 1501 durch Herzog Erich I. im gotischen Baustil errichtet, es wurde aber durch einen Brand vernichtet.

Im Jahr 1560 ließ dann Herzog Erich II. das Schloss in seiner heutigen Form im Stil der frühen Weserrenaissance errichten.

siehe auch

Farbenfrohe Erinnerung: Herzog Erich I. und Herzogin Elisabeth im Aulafenster des damaligen Gymnasiums Hann. Münden, heute Schule am Botanischen Garten. Foto: Radke

Weblinks