Hermann Weidemann

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Hermann Karl Otto Weidemann (SPD) war in den Jahren 1945 bis 1948 der erste Bürgermeister nach dem Zweiten Weltkrieg in der Stadt Hofgeismar.

Hermann Weidemann stammte aus Ribnitz in Mecklenburg, wo er am 7.9.1887 geboren wurde. Nach dem Besuch der Volksschule erlernte er das Handwerk des Buchdruckers. In die SPD trat er im Jahre 1905 ein.

Nach dem ersten Weltkrieg zog er mit seiner Frau Ida - die er 1909 in Wismar geheiratet hatte - nach Hofgeismar und war dort Redakteur bei der Hofgeismarer Zeitung. Zur Familie gehörten die Töchter Grete und Hilde.

In den Jahren 1919 bis 1933 war er Stadtverordneter, Beigeordneter und Mitglied des Kreistags im Kreis Hofgeismar. Dem Kommunallandtag für den Regierungsbezirk Kassel gehörte er in den Jahren 1928 bis 1933 an. Während der NS-Zeit verlor er seine politischen Ämter, wurde mißhandelt und in den Jahren 1933 und 1944 verhaftet und im KZ Sachsenhausen interniert.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Besetzung der Stadt Hofgeismar am 5. April 1945 durch amerikanische Soldaten wurde Herrmann Weidemann am 24. April 1945 zum Bürgermeister der Stadt Hofgeismar ernannt, was er bis 1948 blieb. Im Jahre 1946 war er Mitglied der „Verfassungberatenden Landesversammlung Groß-Hessen“. Dem hessischen Landtag gehörte er in der Zeit vom 1.12.1946 bis zum 30.11.1954 an.

Der politische und wirtschaftliche Neubeginn in Hofgeismar wurde in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg entscheidend durch Männer wie Herrmann Weidemann, Georg Reiff, Fritz Schmacke, Hans Diegeler, Heinrich Stein, Willi Weiland oder Karl Höner, dem ersten Landrat des ehemaligen Kreises Hofgeismar, gestaltet.

Hermann Weidemann starb am 26.7.1961, am Beerdigungstag seiner Ehefrau.

An ihn erinnert heute eine Straße in einem Neubaugebiet von Hofgeismar.

Quellen

  • Jochen Lengemann, Das Hessen-Parlament 1946 - 1986, Biographisches Handbuch des Beratenden Landesausschusses, der Verfassungsberatenden Landesversammlung und des Hessischen Landtags (1. – 11. Wahlperiode), Frankfurt am Main 1986
  • Egon Sprecher, Herrmann Weidemann - ein Kommunalpolitiker in schwerer Zeit, in: Jahrbuch des Landkreises Kassel 2007, S. 134 ff.
  • Julia Drinnenberg, Stätten der Erinnerung - Gedächtnis einer Stadt, Die Opfer des Nationalsozialismus in Hofgeismar, Hofgeismar 2010

siehe auch