Herkulesbahn

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Herkulesbahn um 1910 nach einer Ansichtskarte
Herkulesbahn und "Neue Drusel" 1914.
(Foto/ Quelle: Friedrich Forssmann)

Seit 1902 transportierte die Herkulesbahn Braunkohle aus dem Habichtswald, ein Jahr später begann der Personenverkehr.

Im Jahre 1966 wurde der Betrieb eingestellt. Seitdem fahren Busse zum Herkules und zum Hohen Gras.

Geschichte der Herkulesbahn

Die 2.140 Meter von der Konrad-Adenauer-Straße bis zur Ausfahrt der einstigen Zeche Herkules bringen uns heute bequem über 114 Höhenmeter - im Winter zum Rodeln oder Skifahren, im Frühling, Sommer und Herbst in ein Wald- und Wander-Paradies samt Herkules und Blick in den Bergpark Wilhelmshöhe.

Der Abbau von Braunkohle im Habichtswald lässt sich seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts belegen und schon Landgraf Wilhelm IV. gründete 1580 das Erbstoller Bergwerk. Große Massen an Kohle aber auch an Basaltsteinen wurden zunächst mit privaten Fuhrwerken zum Tal gebracht, ab der Mitte des 19. Jahrhunderts zum weit entfernten Bahnhof Wilhelmshöhe.

Als zu Beginn der industriellen Revolution der Kohlebedarf immer weiter stieg, wurden neue Transportwege gesucht und ab November 1902 fand der Güterbetrieb von Kohle auf der Herkulesbahn statt, ab 1905 auch von Basalt. Im Jahre 1903 war der Personenverkehr aufgenommen worden.

In den inzwischen stillgelegten Zechen wurde zum Teil bis weit nach dem Zweiten Weltkrieg Kohle abgebaut.

Mädchen und Jungen des Jahrgangs 1926, die an Oberschulen unterrichtet wurden, wurden damals als Schaffner eingesetzt.[1]

Geschichtlicher Überblick

Eine alte Aufnahme der Herkulesbahn.
  • 1897: Gustav Henkel stellt Antrag auf Baugenehmigung einer elektrischen Bergbahn.
  • 1901: Konzession für elektrische Güter- und Personenkleinbahn.
  • 1902: Fahrten zwischen Güterbahnhof Wilhelmshöhe und Herkules, Güterverkehr zwischen Zechen im Druseltal und Bahnhof Wilhelmshöhe und Palmenbad.
  • 1903: Personenverkehr zwischen Palmenbad und Herkules.
  • 1905: Basaltsteinverkehr vom Basaltbruch zum Bahnhof Wilhelmshöhe.
  • 1909: Personenverkehr von Dönche über Kohlenstraße zum Kirchweg.
  • 1910: Einsatz von Beiwagen bei starkem Ausflugsverkehr.
  • 1911: Personenverkehr Luisenhaus zum Brasselsberg.
  • 1925: Ausflugsverkehr zwischen Neu-Holland und Hohes Gras.
  • 1926: Übernahme von 890 Aktien der Herkulesbahn durch die Große Kasseler Straßenbahn.
  • 1927: Große Kasseler Straßenbahn übernimmt die Geschäftsleitung.
  • 1960: Verschmelzungsvertrag zwischen KVG und Herkulesbahn.
  • 1961: Aufgabe des Braunkohleverkehrs.
  • 1961: Aufgabe des Basaltverkehrs.
  • 1965: Einstellung des Personenverkehrs zwischen Kirchweg und Brasselsberg.
  • 11. April 1966: Einstellung des Personenverkehrs zwischen Luisenhaus und dem Herkules.

Im Druseltal

Im Mai 1930 wurde der Waldweg durch das Tal der Drusel mit einem Schotterboden als Autostraße zum Herkules aufgemöbelt. 1963 kam das Kopfsteinpflaster, die Tram fuhr hier hoch, und Kassels kleinstes Wohnhaus stand noch. Ein Mini-Fachwerk, gebaut um 1900 als Wiegehäuschen für Braunkohle. In dem Knusperhäuschen oberhalb der Neuen Drusel wohnte seit über 20 Jahren eine damals 72-jährige Witwe. Doch Kassels kleinstes Wohnhaus musste dem Ausbau der Straße weichen. Es wurde 1966 abgerissen. Die alte Dame bekam von der Stadt eine laut Hessischer Allgemeine "komfortablere Ersatzwohnung in der Nordstadt".

siehe auch

Weblinks und Quellen

  1. Aus HNA.de vom 27. Februar 2012: Film von 1943: Die Herkulesbahn in Kassel