Herkules-Lexikon

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Die Herkulesstatue (Foto: © Philipp Donth)
Grafik zu den Wasserspielen (Stand 09/2006)
Der Herkules – das Wahrzeichen Kassels

Das HNA - Herkules-Lexikon

Im Jahre 2004 veröffentlichte die HNA die 49-teilige Serie "Herkules-Lexikon":

Inhaltsverzeichnis

1. Halbgott und Zwilling

Der griechischen Sage nach war Herakles (römisch: Herkules) ein Sohn des Göttervaters Zeus. Der habe Alkumene in Gestalt ihres abwesenden Gatten Amphitryon besucht und Herakules gezeugt. Da Amphitryon noch in der selben Nacht zurückgekehrt sei und mit seiner Frau geschlafen habe, sei Alkmene mit den Zwillingen Herakles und Iphikles schwanger geworden. Bereits als Kleinkind war Herakles der Sage nach so stark, dass er in der Wiege zwei Schlangen gewürgt haben soll.

2. Der Held am Scheideweg

Herakles (Herkules) wird in den Überlieferungen als Kraftprotz dargestellt, der seine Bestimmung nicht kennt. In der Einsamkeit denkt er über den weiteren Lebensweg nach. Da erscheinen zwei Frauen, die das Laster und die Tugend verkörpern. Beide wollen den jungen Mann gewinnen für den bequemen Weg oder den steilen Pfad der Tugend. Herakles entscheidet sich für die Herausforderung, weshalb ihn Herrscher gern als Symbol der Tugend wählen. Herkules am Scheideweg wird zum beliebten Motiv in der Malerei.

3. Die zwölf Aufgaben

Durch eine Götter-Intrige geriet der griechische Sagenheld Herakles in den Dienst des Eurysteus, für den er zwölf Aufgaben lösen musste. Eine der berühmtesten Taten war das Ausmisten des Augias-Stalles. Am Anfang stand die Tötung des Löwen, der die Menschen bedrohte. Die Keule und das Löwenfell waren forthin die Kennzeichen des Helden. Schließlich erbeutete Herakles die von einem Drachen bewachten Äpfel der Hesperiden. Der Kasseler Herkules hält die Äpfel hinter dem Rücken verborgen. Seinen linken Arm stützt er auf einen Felsen, an dem er die Keule abgestellt und über den er das Löwenfell gelegt hat. (siehe auch Kulturhauptstadt 2010: Die zwölf Aufgaben)

4. Kolossalfigur des Lysipp

Das bekannteste Werk des griechischen Bildhauers Lysipp (etwa 390-300 v. Chr.) ist die 3,17 Meter große Kolossalfigur des Herkules. Die Figur ist als Kopie von Glykon überliefert. Sie heißt nach ihrem früheren Aufstellungsort Herkules Farnese und wurde Vorbild für Kassel. Dargestellt ist der ausruhende Herkules, der Keule und Löwenfell auf einem Felsen abgelegt hat und sich darauf stützt. Hinter dem Rücken hält er die Äpfel der Hesperiden. Die Statue sowie eine fast identische Skulptur hatten in den Caracalla-Thermen gestanden und waren 1546 entdeckt worden.

5. Erste Begegnung mit dem Herkules

Landgraf Karl (1654-1730) reiste Ende 1699 für vier Monate nach Italien. Sein Ziel war es, in Italien Parks mit Wasserspielen zu besichtigen, um Vorbilder für die von ihm geplante Anlage am Hang des Habichtswaldes zu studieren. Dabei lernte Karl auch Francesco Giovanni Guerniero kennen, den er ein Jahr später als Baumeister für die Kaskaden und das Oktogonschloss verpflichtete. Der Landgraf sah auch im Palazzo Farnese die Kolossalfigur des Herkules. Die Entscheidung, die Oktogon- und Kaskadenanlage mit dem Herkules zu krönen, fiel aber erst 1713, als das Oktogon fertig war.

6. Verspätete Entscheidung

Den Herkules Farnese hatte Landgraf Karl 1700 in Rom gesehen. Doch seine Entscheidung, auf das Oktogonschloss eine 30 Meter hohe Pyramide und den Herkules zu setzen, der fast dreimal so groß wie die Kolossalfigur in Rom werden sollte, fiel erst 1713. Das war eigentlich zu spät. Der sowieso für Schäden anfällige Bau musste nachträglich verstärkt werden. Der Herkules wurde zum Sinnbild des erfolgreichen und tugendhaften Herrschers. Die Erfolge der hessischen Regimenter im spanischen Erbfolgekrieg sollen einen weiteren Anlass für die Ergänzung geboten haben.

7. Aus Kupfer getrieben

Das Oktogon-Bauwerk und die kolossale Herkules-Figur lassen vermuten, das Kasseler Wahrzeichen sei schwergewichtig. In der Tat war offenbar zuerst an einen Herkules aus massivem Stein gedacht worden. Aber 1714 erhielt der aus Augsburg stammende Goldschmied Jacob Anthoni den Auftrag, die 8,25 Meter große Figur aus Kupferblech anzufertigen. Er erledigte dies zwischen 1714 und 1717 im Kupferhammer in Bettenhausen. Auf einer kreisrunden Kupferkalotte verewigte sich Anthoni als Gestalter. Die Scheibe ist unter einer Haarlocke des Herkules verborgen.

8. Der Riese ein Leichtgewicht

Wie ist der Herkules auf die Pyramide gekommen? Ganz einfach: Die 8,25 Meter hohe Figur ist an Ort und Stelle aus Einzelteilen zusammengebaut und vernietet worden. Grundlage für die Konstruktion der von Anthoni vorgeformten Kupferbleche war und ist ein Eisengerüst, das in der Pyramidenspitze verankert ist. Die Verbindung von Kupfer und Eisen verträgt sich aber auf Dauer nicht und fördert die Entstehung von Schäden. Auch der spätere Versuch, das Eisen mit Blei zu ummanteln (1952), konnte die weitere Entstehung von Schäden nicht unterbinden.

9. Die dritte Reparatur

Im Jahr 1900 wurde die Herkules-Figur repariert. Dabei entdeckte man erstmals unter einer Haarlocke die scheibenförmige Schöpfungsurkunde (Kupferkalotte) vom Goldschmied Anthoni. Also wurde eine zweite Scheibe mit folgenddem Text hinzugefügt: Im Jahr 1900 wurden auf Befehl Kaiser Wilhelms II. an Standbild und Pyramide umfangreiche Herstellungsarbeiten vorgenommen. Auch 1951/52, als noch gründlicher an der Figur gearbeitet wurde, brachte man an der Schädeldecke eine Gedenkplatte unter. Jetzt steht die dritte, grundlegende Sanierung der Figur vor der Tür.

10. Mehrfache Umplanungen

Die 1713 getroffene Entscheidung, auf das Oktogonschloss eine rund 30 Meter hohe Pyramide und den Herkules zu setzen, gab der Gesamtanlage eine völlig neue Bedeutung. Ursprünglich hatte Landgraf Karl nur an eine weitläufige Grotten- und Kaskadenanlage gedacht. Die ersten Bauarbeiten dazu hatten bereits 1696 etwas weiter südlich, auf dem Karlsberg, den man Winterkasten nannte, begonnen. Erst nach seiner Italienreise (1699/1700) und seiner Begegnung mit dem Baumeister Guerniero ließ sich der Landgraf auf die Planung ein, deren Umsetzung wir heute erleben können.

11. Vorbilder aus Italien

Mit besonderer Freude und Intensität müssen Landgraf Karl und seine Begleitung auf ihrer Italienreise (1699/1700) die Wasserkünste in den Parks der Villen studiert haben. Den Landgrafen faszinierten vor allem die über Kaskaden laufenden Wasser, die zwischendurch verschwinden, und die Töne und Klänge, die durch das Wasser erzeugt wurden. In gleicher Weise war er in der Villa Aldobrandini von den Riesenköpfen und Ungeheuern inmitten der Grotten und Wasserbecken beeindruckt. All diese Elemente ließ er Guerniero auch auf dem Berghang oberhalb Kassels realisieren.

12. Entscheidende Begegnungen

Landgraf Karl bereiste 1699/1700 inkognito Italien. Er wollte unerkannt bleiben, um nicht aufgehalten zu werden. Denn er wollte vor allem Park- und Gartenanlagen studieren, um Vorbilder für seine Wasserspiele zu finden. In Rom besuchte er die Villa dEste mit ihren 94 Wasser speienden Fratzengesichtern. Er war in der in der Jesuitenkirche Il Gesu, die Andrea Pozzo ausstattete. An seiner Seite arbeiteten Pierre Etienne Monnot, der spätere Schöpfer der Skulpturen und Reliefs im Marmorbad, und Giovanni Francesco Guerniero, den Karl als Gestalter des Oktogons und der Kaskaden verpflichtete.

13. Gigantischer Entwurf

Am 25. Oktober 1701 schloss Landgraf Karl mit Giovanni Francesco Guerniero (1665 - 1745) einen Vertrag über den Bau der beiden unteren Geschosse des Oktogons und der davor gelagerten Grotten. Guerniero erhielt 29000 Taler zur Bezahlung der Bauarbeiten. Obwohl er für jeden Bauabschnitt neu beauftragt wurde, hatte er von Anfang an die Gesamtanlage im Blick. Sie sollte vom Oktogon bis hin zu einem Schlossneubau eineinhalb Kilometer lang und bis zu 100 Meter breit werden. Doch der gigantische Plan blieb ein Traum. Die Oktogon-Kaskaden-Anlage musste sich mit einer Länge von 400 Metern begnügen.

14. Jeden Abend Lohnzahlung

Im Frühjahr 1702 begannen die Arbeiten zum Bau des Oktogons und der vorgelagerten Grotten. Über 500 Menschen arbeiteten dort Steinmetze, Maurer, Kalkbrenner, Schmiede, Seiler und Wagner (zur Fertigung von Schubkarren und Lastwagen). Jeden Abend wurden die Löhne ausgezahlt. 13 Groschen erhielten die Steinmetze und Maurer, die der Baumeister Guerniero aus Italien mitgebracht hatte. Die Tagelöhner bekamen nur 5,5 Groschen. Und die Untertanen, die die Fundamente ausheben mussten, wurden mit fünf Groschen abgespeist.

15. Fürstliches Honorar

Mit 50 Jahren konnte sich der Erbauer des Oktogons und der Kaskaden in einem Haus in Rom zur Ruhe setzen, nachdem er 1715 fluchtartig Kassel verlassen hatte. Seinen Wohlstand verdankte Giovanni Francesco Guerniero vor allem seinem Kasseler Bauwerk. Landgraf Karl hatte ihm ein fürstliches Honorar zugestanden: 3000 Taler jährlich, dazu 40 Taler für seine Wohnung, sieben Dukaten für das Essen sowie zwei Pferde, für die der Hof sorgte, und freie Jagd und Fischfang. Außerdem war es Guerniero gestattet, von Oktober bis Anfang April in seine italienische Heimat zu reisen.

16. Der Zauber des Oktogons

Helmut Sander, von 1950 bis 1971 Bauleiter am Herkules, weist in seinem Buch "Das Herkules-Bauwerk" (Verlag Thiele & Schwarz) nach, dass das Oktogon (Achteck) eine der beliebtesten Baufiguren seit der Antike ist. Wahrscheinlich wird es als Grundform für Türme und Kirchen so gern gewählt, weil es, ausgehend vom Quadrat, zur Windrose und zum griechischen Kreuz ebenso führt wie zum Kreis. Auf Grund seiner Nähe zum Kreis ist das Oktogon gern als Basis für runde Kuppelbauten eingesetzt worden. Zu den bedeutenden Oktogon-Bauten zählen das Pantheon in Rom und der Felsendom in Jerusalem. Das Aachener Münster und die Krukenburg bei Karlshafen basieren ebenfalls auf Oktogon-Konstruktionen. Kein Wunder, dass auch Guerniero diese Idealform wählte.

17. Wie aus dem Fels gewachsen

Natur und Kunst so zu verbinden, dass die Grenzlinie zwischen ihnen nicht erkennbar wird das war oft das Ziel der Gartenarchitekten. Auch Guerniero hatte das im Sinn, als er das Oktogon und die Kaskaden plante: In der Zone, in der beide Elemente aufeinanderstoßen, ließ der Italiener aus herbeigeschafften Steinen ein Felsmassiv auftürmen. So wollte er den Eindruck erwecken, als sei das Oktogon aus dem Fels herausgewachsen und als würde das Wasser dem Fels entspringen. Das im Oktogon-Innenhof eingelassene Wasserbecken verstärkt diese Wirkung.

18. Mit natürlicher Wasserkraft

Landgraf Karl träumte davon, Tag und Nacht könne das Wasser über die Kaskaden laufen. Der Traum ging nicht in Erfüllung. Aber seinen Baumeistern gelang vor 300 Jahren eine Konstruktion, die bis heute noch funktioniert: Oberhalb (westlich) des Herkules werden Regen und Schmelzwasser aufgefangen und über Kanalleitungen zum Sichelbachteich geführt, in dem 40000 Kubikmeter gespeichert werden können. Das ist bei zwei Wasserspielen pro Woche im Sommer ein Vorrat für etwa zwei Jahre. Die ein Kilometer lange Rohrleitung vom Teich zu den Kaskaden wurde 1710 verlegt. Per Hand betätigte Schieber regeln den Zulauf.

19. Wie ein drittes Bein

Alleine, so haben Statiker ausgerechnet, könnte sich Herkules in der Haltung, in der er auf der Pyramide steht, nicht aufrecht halten. Mit dem Blick wendet er seinen ganzen Körper nach links, sodass sich der Schwerpunkt von seinen Beinen weg verlagert. Der nachdenklich sinnierende Herkules Farnese ruht sich wohl aus. Trotzdem ist er voller Bewegung. Der linke Fuß ist vorgesetzt, der Kopf schräg nach unten geneigt, und er stützt seine linke Schulter und seinen Arm auf die Keule, die zu seinem dritten Bein wird. Die nach hinten gewendete Hand, die die Äpfel der Hesperiden verbirgt, vollendet die Dynamik dieser Ruhestellung.

20. Ein Held ohne Pathos

Übermenschlich groß ist der Herkules Farnese schon in seiner Ursprungsform. Der Kasseler Herkules steigert mit seinen 8,25 Metern Höhe noch einmal diese Größe. Seine Muskeln schwellen, und die Keule ist bedrohlich. Gleichwohl wirkt dieser Held in sich gekehrt und bescheiden. Ganz ohne Pathos steht er da oben. Er triumphiert nicht ob seiner Heldentaten, sondern bringt in Erinnerung, dass er mehr kann, als nur zuzuschlagen. Indem sich Landgraf Karl diesen philosophisch-melancholischen Herkules als Vorbild und Zeichen aussuchte, stellte er sich aller Welt als ein Fürst dar, der es nach seinen militärischen Erfolgen nicht mehr nötig hat, als Sieger zu erscheinen.

21. Weise Voraussicht

Lange bevor Landgraf Karl in Rom den Herkules Farnese besichtigte, hatten Künstler damit begonnen, diese außergewöhnliche Kolossalfigur zu kopieren und abzuzeichnen. Ein Künstler, dem das besonders gut gelang, war der Niederländer Hendrick Goltzius. Der schuf 1592 einen Kupferstich, der Herkules in so erhöhter Positur unter freiem Himmel zeigt, wie wir ihn kennen. Um die Dimensionen zu verdeutlichen, fügte er unten die Köpfe zweier Kunstliebhaber ein, die nach oben blicken und die Statue bewundern. Das Bild wirkt, als hätte Goltzius vorausgesehen, wie 100 Jahre später der Herkules auf der Oktogon-Pyramide erscheinen würde.

22. Ein Bruder im Geiste

Peter Paul Rubens malte 1611 den heiligen Christopherus als ähnlich wilden Kerl wie Herkules. Auch der Heilige ist mit einer Keule unterwegs. Er ist ein Bruder im Geiste des Herkules. Die Kasseler, von denen die meisten im 18. Jahrhundert den Herkules auf dem Oktogon nur aus der Ferne kannten, wussten nicht viel von den griechischen Sagen. Dafür hatten sie die biblischen Geschichten gelernt und von dem hilfreichen Christopherus erfahren, der von riesenhafter Gestalt gewesen sein muss. Also lag es nahe, dass sie sich an das Bekannte hielten und in Herkules einen Christopherus sahen. Christoffel wurde daher der Kasseler Herkules lange genannt.

23. Im Banne des Herkules

Landgraf Karl ist mit Herkules groß geworden. Im Kasseler Landgrafenschloss ist schon aus der Zeit von Moritz dem Gelehrten (1572- 1632) ein Hercules-Gemach bezeugt.Über die Ausstattung ist nichts bekannt, aber es ist anzunehmen, dass das Bildprogramm dem antiken Helden gewidmet war. Als junger Mann wird Karl auf seiner Reise durch Schleswig-Holstein zudem gesehen oder erfahren haben, dass es im Park von Schloss Gottorf Grotten eine kleine Kaskaden-Anlage gab. Die größte Attraktion war ein über fünf Meter großer Herkules, der in einem Teich mit einer Wasser speienden Hydra kämpfte.Vielleicht wurde dort der Keim zu seiner Kasseler Planung gelegt.

24. Herkules und Minerva

Von der Kühnheit seines Entwurfs für das Oktogon und die Kaskaden muss Giovanni Francesco Guerniero überzeugt gewesen sein, denn schon 1705 ließ er seine Zeichnungen in Rom vervielfältigen. Damals gab es noch keine Idee von einer Pyramide und einem Herkules auf dem Oktogon. Das Titelblatt der Druckmappe zeigte das landgräfliche Wappen, das zwei antike Gestalten flankierten; Minerva, die Göttin der Weisheit und des Krieges, und Herkules, der unüberwindliche Tugendheld. Beide Figuren müssen der Landgraf und der Baumeister im Sinn gehabt haben, als sie ihr Bauwerk angingen. Pikant an der Darstellung ist, dass Herkules sein Löwenfell mit dem Kopf dem Wappen übergestülpt hat und so die hessischen Löwen im Wappen beschützt.

25. Anfangs zwei Pyramiden

Guerniero hatte, als er den Entwurf für das Oktogon zeichnete, im Sinn, dass die Balustrade von Statuen gekrönt würde. Als 1713 Landgraf Karl den Wunsch äußerte, der ganzen Anlage eine repräsentative Ausrichtung zu geben, entwickelte Guerniero mehrere Vorschläge. Eine seiner Zeichnungen zeigt zwei Pyramiden, die das Oktogon krönen. Die eine, so ist zu vermuten, hätte eine Herkules-Figur getragen, die andere vielleicht in Anlehnung an frühere Überlegungen eine Statue der Minerva. Zum Symmetriedenken des Barock hätte diese Doppelpyramide gepasst. Wahrscheinlich verwarf der Landgraf solche Überlegungen, weil er nun entschieden hatte, mithilfe der Herkules-Figur sich selbst als Kriegs- und Tugendhelden darzustellen.

26. Ruhmvolle Verewigung

Schon 1705, während der ersten Phase der Bauarbeiten an Oktogon und Kaskaden, ließ Baumeister Guerniero seine Zeichnungen als Drucke vervielfältigen. Landgraf Karl war von seinem Projekt so angetan, dass er 1709 von Johann Henrich Wachter ein 63 Meter langes Holzmodell der Oktogon- und Kaskadenanlage bauen ließ. Für dieses und andere Modelle wurde 1711 ein eigenes Gebäude errichtet. Und schließlich, um die ruhmvolle Verewigung zu vollenden, ließ Karl Hofmaler Jan van Nickelen 1716 acht Gemälde als Idealansichten der fast vollendeten Anlagen schaffen. Die Bilder, die in der Gemäldegalerie hängen, zeigen die Kaskaden in den Dimensionen, die Guerniero und der Landgraf erträumt hatten. Dabei war der Umfang längst reduziert.

27. Scherze mit den Besuchern

Schon auf seiner Italienreise war Landgraf Karl fasziniert von Wasserspielen, bei denen sich überraschend Düsen öffnen und die umherstehenden Besucher durchnässen. Folglich gehörten für ihn Vexier-Wasserspiele zum Programm der Kaskaden. Das vor 300 Jahren entworfene Konzept sah so aus: Mit den Wasserspielen, die unterhalb des Oktogons beginnen, gehen die Besucher parallel zu den kleinen Kaskaden bis zum Vexier-Wasserplateau. Auf dem Plateau stehen die Figuren des Neides und der Vergänglichkeit sowie der Flöte spielende Pan. Durch eine versteckte Wasserorgel kann die Flöte zum Klingen gebracht werden. Dadurch werden die Besucher auf das Plateau gelockt. Nun werden durch Magnetventile verborgene Wasserstrahlen und Fontänen in Gang gesetzt.

28. Der erschlagene Gigant

An welchem Konzept sich das Figurenprogramm für die Kaskaden orientierte, bevor die Entscheidung für den krönenden Herkules fiel, ist unbekannt. In den Grotten gibt es aber einige Figuren, die an Gestalten erinnern, die Herkules überwunden hat. Den Herkules-Sagen könnte jedenfalls unterhalb des Vexier-Wasserplateaus das Riesenkopfbecken zugeordnet werden: Unter einem Felssturz wird ein Riesenkopf, das Haupt des erschlagenen Giganten Enkelados, sichtbar. In seiner letzten Verzweiflung scheint er eine zwölf Meter hohe Fontäne in die Luft zu speien. Flankiert wird der Kopf von den Figuren eines Tritons und Kentauren, die während der Wasserspiele Hörner blasen.

29. Der Herr der Wasser

Die fünfte Heldentat des Herkules war die Reinigung der Ställe des Augias. Um den ganzen Mist hinauszuspülen, leitete Herkules zwei Flüsse ab und lenkte sie durch die Ställe. Damit hatte er sich erfolgreich zum Herrn der Wasser aufgeschwungen. Auch wenn dieser Bezug ursprünglich nicht dem Konzept entsprach, erinnert der Lauf der Kaskaden heute an diesen Teil der Herkules-Sage. Am Fuße der Kaskaden aber herrscht der Gott, dem die Wasser und Meere untertan sind: Neptun. Der in einer Grotte eingebettete Neptun bildet somit die Gegenfigur zu dem über dem Oktogon schwebenden Herkules.

30. Das Tal der Philosophen

Die Herkules-Anlage an der Hangkante des Habichtswaldes endete bis zur zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts abrupt. Weil nur ein Drittel der Anlage verwirklicht werden konnte, gab es keine gestalterische Verbindung bis zum Standort des Schlosses Weißenstein (heute Wilhelmshöhe). Erst Landgraf Friedrich II. ließ ab 1763 den Park mit geschwungenen Wegen, exotischen Gehölzen und naturnahen Szenarien ausgestalten. Während die Rasenfläche vor dem Schloss von Statuen antiker Götter flankiert wurde, stellte man in den Park Holzstatuen griechischer Philosophen. Zum Tal der Philosophen, das von einem Bach gebildet wurde, passten die kleinen antiken Bauwerke Pyramide, Eremitage des Sokrates und Grabmal des Vergil.

31. Die Fontäne als neue Attraktion

Fontäne im Bergpark Wilhelmshöhe

War der Plan für Oktogon und Kaskaden aus dem auf Symmetrie bedachten Denken des Barock geboren, ließ sich Landgraf Friedrich II. bei der Parkgestaltung ab 1763 eher von den englischen Landschaftsvorstellungen leiten. Der Park war demnach nicht nur geformte Natur, sondern Erlebnisraum für Spaziergänge in die Welt des Geistes. Auf kleinstem Raum wurde ein Abbild der Welt geschaffen. Zu den antiken Göttern und Philosophen kamen nun auch eine türkische Moschee und ein chinesisches Dorf Mulang. Zur Krönung wurde zu der Zeit die Anlage der Fontäne auf der Schlossebene, heute Endpunkt der Wasserspiele (Wasserkünste).

32. Vollendung unter Wilhelm

Der hochfliegende Plan von Guerniero für die Kaskaden blieb nur eine Vision. Im späten 18. Jahrhundert wurde die Ausdehnung der Wasserspiele bis zur Schloss-Ebene dennoch erreicht. Allerdings sorgten die Nachfolger von Landgraf Karl dafür, dass die strenge Achse unterbrochen wurde. Landgraf Wilhelm IX. (später Kurfürst Wilhelm I.) ließ ab 1785 den Park nach englisch-romantischen Vorbildern vollenden: Die fünf Teiche unterhalb des Schlosses wurden zum Lac verbunden. Ferner wurden rieselnde Bäche durch das Gelände geführt, die kleineren Wasserfälle zur stärkeren Wirkung verengt und Wege von unterschiedlicher Breite angelegt.

33. Brücke zur Antike: Das Aqädukt

Das Aqädukt

Je intensiver der Park unter Landgraf Wilhelm IX. romantisch ausgestaltet wurde, desto ferner rückte die antike Welt. Die von Heinrich Christoph Jussow entworfene Teufelsbrücke und die von ihm geplante Löwenburg orientierten sich eher an dem mittelalterlichen Geist. Eine Brücke zur antiken Welt des Herkules schlug jedoch das größte Verbindungsprojekt zwischen Kaskaden und Fontäneteich das ebenfalls von Jussow geplante Aquädukt. Es beginnt wie ein unscheinbarer kanalisierter Wasserlauf und endet theatralisch wie eine zerstörte Brücke, von der das Wasser herabstürzt.

34. Der beleuchtete Herkules

Abends leuchtet dank der Scheinwerfer-Bestrahlung Herkules über dem Berghang. Ähnliches hatte Landgraf Wilhelm IX. im Sinn. An die tägliche Beleuchtung war nicht zu denken. Aber bei besonderen Festen wurden die Kaskaden und das Oktogon illuminiert. Als 1799 der preußische König Friedrich Wilhelm III. nach Kassel kam, ließ der Landgraf die ganze Anlage durch Feuer und Lichter erstrahlen und außerdem ein Feuerwerk veranstalten. Die Planung für die Festbeleuchtung wurde dem Baumeister Heinrich Christoph Jussow übertragen, der dazu sogar eine kolorierte Zeichnung anfertigte.

35. Herkules und Minerva

Das Feuerwerk, das der Landgraf 1799 zu Ehren des Preußenkönigs veranstaltete, fand sogar das Interesse überregionaler Magazine. Links neben dem Oktogon hatte man einen Feuer speienden Vulkan platziert. Aber man griff, wie die erhaltene Zeichnung von Heinrich Christoph Jussow beweist, auch eine alte Idee auf: Schon Guerniero hatte der Druckfolge seiner Zeichnungen zur Kaskaden-Anlage Herkules und Minerva als fürstliche Tugendhelden vorangestellt. Knapp hundert Jahre später wurden für das Fest am Fuß der Kaskaden die Statuen von Herkules und Minerva aufgestellt.

36. Vorbild für Wolfenbüttel

Schon während am Oktogon und an den Kaskaden gebaut wurde, stieß die Anlage außerhalb Hessens auf Bewunderung. 1707 rühmte sich Herzog Anton Ulrich von Braunschweig, bei seinem neuen Schloss in Wolfenbüttel eine kleine Kopie des Oktogons erbaut zu haben. Das dort errichtete zweistöckige Ruinenschloss, das Parnass (Dichterberg) genannt wurde, besaß ebenfalls höhlenartige Räume und war zum Teil mit Tuffsteinen besetzt worden. Außerdem erhielt der Bau 1707 neben Skulpturen der griechischen Götter und Musen auch Wasser speiende Hirsche. Wie das Schloss wurde der Parnass 1811 abgerissen und eingeebnet.

37. Die größte Statue

Anlässlich der Herkules-Ausstellung von 1997 waren frühe Berichte über das Bauwerk zusammengetragen worden. Zu den Bewunderern zählte der Reiseschriftsteller Friedrich Justinian von Gründerode, der 1781 über den Herkules schrieb: "Die größte Statue so mir in Deutschland, ja selbst in Europa bewusst ist." Im Innenraum empfand er eine schreckenvolle Stille. Und schließlich heißt es bei ihm: "Ja! dieses ganze Werk war ein so kostbares und kühnes Unternehmen, dass es, vorausgesetzt da es gar keinen Nutzen hat, und lediglich zum Ansehen und Bewundern aufgerichtet, wenn man so frei reden darf, an Verschwendung und Ideal-Entwürfen grenzet."

38. Die Einzige ihrer Art

Ähnlich wie der Reiseschriftsteller Gründerode pries der Gartentheoretiker Cay Lorenz Hirschfeld 1782 den Bergpark und die Herkules-Anlage in höchsten Tönen. Er war der Meinung, dass diese Konstruktion auch in Zukunft die Einzige ihrer Art bleiben werde, weil eine Nachahmung zu ungeheuere Kosten erforderte. Für ihn wirkte die Anlage wie ein Wunder, das von der Hand einer übernatürlichen Macht entsprungen zu sein scheint. Allerdings waren von ihm wie von Gründerode auch kritische Töne zu hören. Während die monumentale Herkules-Statue sie begeisterte, fanden sie die Wasserspiele im Vergleich dazu zu klein.

39. Streit um die Kosten

Aufklärung und französische Revolution führten dazu, dass die Bauwerke der Landgrafen auch äußerst kritisch betrachtet wurden. Es kam zum öffentlichen Streit um Kosten und Verschwendung. So war in dem anonymen Reisebericht eines Helvetiers von 1800 zu lesen: "Und wie nun, wenn jene Fragen sich dahin entschieden, dass Millionen verschwendet, Menschenkräfte verkauft und tausende von Menschenleben geopfert worden bloß - um die Laune eines Menschen zu vergnügen..." Der Schweizer Autor vergleicht schließlich die Herkules-Anlage mit den Pyramiden, die im Vergleich dazu sinnvoller seien.

40. Den Charakter bestimmt

Uneingeschränkte Bewunderung wurde 1785 der Herkules-Anlage im fünften Band der Theorie der Gartenkunst von Cay Lorenz Hirschfeld zuteil. Es sei sichtbar, dass die riesenmäßige Burg des Hercules den Hauptcharakter des Bauwerks bestimme. Der Besucher werde, so heißt es, durch das Bauwerk in die heroischen Zeiten des Altertums versetzt. Allerdings war Hirschfeld im Gegensatz zu anderen Autoren der Meinung, dass das ganze Figurenprogramm von Oktogon, Kaskaden und Park auf den Herkules abgestimmt werden müsste. Er meinte, Herkules und seine Taten könnten Symbol für den Landgraf und seine tapferen Soldaten sein.

41. Wechsel der Namen

Der Herkules krönt den Bergpark von Wilhelmshöhe. Was wir heute so selbstverständlich dahinsagen, gilt erst seit über 200 Jahren. Da entschloss sich nämlich Landgraf Wilhelm IX., dem Berg seinen Namen zu geben, nachdem er dort das neue Schloss hatte errichten lassen. Zuvor hatte man vom Weißenstein gesprochen - benannt nach dem früheren Schloss und dem Kloster, das ursprünglich dort gestanden hatte. Die Höhe, auf der das Oktogon errichtet wurde, war zu Zeiten von Landgraf Karl Winterkasten genannt worden. Mit dem großartigen barocken Bauwerk wurde allerdings der Name Karlsberg (Carlsberg) eingeführt, wobei die Schlossebene weiterhin Weißenstein hieß.

42. Das achte Weltwunder

Der Dichter Johann Christoph Gottsched hatte bereits 1753 den Herkules in Versen gerühmt: "Dort steht auf dem entlegnen Berge, Dein Herkules gleich einem Zwerge, der in der Nähe doch Kolossen ähnlich war; Wo Wasserfall und Grott und Stein, Das achte Wunderwerk der Erden scheint zu seyn." Während diese Zeilen durchaus ironisch gedacht sind, meinte es Johanna Schopenhauer 1787 sehr ernst, als sie nach einem Besuch Kassels schrieb: "Den Winterkasten auf Weißenstein aber, wie damals die jetzige Wilhelmshöhe genannt wurde, war ich bereit, mitsamt seinem Herkules für das achte Wunder der Welt anzuerkennen."

43. 1714 erste Untermauerung

Ähnlich wie beim Kölner Dom ist die Historie des Kasseler Herkules vor allem eine Baugeschichte. Helmut Sander hat sie in seinem Buch über das Herkules-Bauwerk dokumentiert. Demnach wurden bereits 1714/15 Bauschäden sichtbar. Doch der Anlass für erste Umbauarbeiten (vor der Vollendung) war die nachträgliche Entscheidung, die Pyramide und die Herkules-Figur auf das Oktogon zu setzen. Zu diesem Zweck musste die Pyramide untermauert werden: Die Riesensaalhofwand wurde im 2. Obergeschoss ebenso ausgemauert wie die Pfeilerbündel. Diese Maßnahmen trugen dazu bei, dass das luftig gedachte Oktogon einen Teil seiner Leichtigkeit verlor.

44. Anstrich der Pyramide

Manchmal treibt die Baugeschichte seltsame Blüten: 1718 wurde die Herkules-Pyramide mit grauer und weißer Ölfarbe angestrichen. Der vermeintliche Schutzanstrich war aber eher verderblich. Schon 1723 mussten Reparaturarbeiten an der Pyramide vorgenommen werden. Aber richtig zur Sache ging es sieben Jahre später. Nach dem Tod des Landgrafen Karl wird Bestand aufgenommen. Die Schadensmeldungen sind erschreckend: Der Nordost-Vorbau des Oktogons ist abgesunken, Kaskadenstufen sind zerbrochen, die Plattform, Wasserbecken und Kanalleitungen sind undicht. Hohlraumverstärkungen beginnen, die sich über Jahrzehnte hinziehen.

45. Stollen im Untergrund

Zwischen 1753 und 1756 war das Oktogon, auf dem der Herkules steht, wieder eine Großbaustelle. Nachdem man schon zuvor begonnen hatte, Hohlräume auszumauern, wurde im Ostteil der Nordgrotte ein sieben Meter tiefer Schacht gegraben, von dem aus zwei Stollen vorgetrieben wurden. Die Stollen wurden erst 1957 bei den Sanierungsarbeiten entdeckt. Zuerst vermutete man Geheimgänge. Dann aber erkannte man, dass sie einer verstärkten Fundamentierung dienen sollten. In dieser Zeit wurden am Oktogon auch Gewölbezuganker angebracht, die dem Mauerwerk zusätzliche Stabilität verleihen sollten.

46. Verwüstungen im Krieg

Nicht genug, dass das Oktogon und der Herkules unter Konstruktionsmängeln und anfälligem Baumaterial litten. Gelegentlich gab es auch gewaltsame Zerstörungen. So wurde das Areal rund um das Oktogon im Siebenjährigen Krieg (1756 - 1763) zum Kampfplatz, nachdem 1756 die Sanierungsarbeiten beendet worden waren. Bei den Kämpfen wurden Statuen am Oktogon vernichtet. In einer Auseinandersetzung zwischen Schotten und Franzosen wurden 1761 von den Schotten, die sich auf die Oktogon-Plattform zurückgezogen hatten, die Brüstungen heruntergeworfen. Erst 1957-59 wurden diese Brüstungen wiederhergestellt.

47. Die Achse aufgenommen

Rund acht Jahrzehnte lang standen die Kaskaden und das Herkules-Bauwerk in keiner direkten Beziehung zur Stadt. Erst im späten 18. Jahrhundert wurde von den Landgrafen und Baumeistern die von den Kaskaden vorgegebene Linie aufgenommen: In der Verlängerung wurde die heutige Wilhelmshöher Allee als prägende Achse vom Fuße des Bergparks zur Stadt angelegt. Verstärkt wurde diese planerische Figur dadurch, dass das in den letzten beiden Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts erbaute dreiflügelige Schloss Wilhelmshöhe genau in die Achse gerückt wurde, die somit zur Symmetrieachse für das Bauwerk wurde.

48. Auch mal ein Tagungsort?

Das Oktogon gilt als ein Schloss, das unbewohnbar ist, weil die Räume Wind und Wetter ausgesetzt sind. Arnold Bode, der documenta-Begründer, träumte davon, das Oktogon als Ausstellungsraum im Sommer nutzen zu können. Die Idee ist nicht ganz abwegig. Doch allem Anschein nach gab es bereits 1799 den Plan, das Oktogon als Gebäude in Anspruch zu nehmen. Das Obergeschoss soll jedenfalls damals teilweise möbliert worden sein. Vielleicht war an die Einrichtung eines Baubüros gedacht, da das Oktogon zur Dauerbaustelle geworden war. Es wird aber auch spekuliert, die Geheimgesellschaft der Rosenkreuzer habe dort getagt.

49. Einsturz der Plattform

Heinrich Christoph Jussow, der den Mittelbau von Schloss Wilhelmshöhe errichtete, war auch mit dem Herkules-Bauwerk befasst. Nach seinen Plänen wurde 1802 die freitragende Wendeltreppe im 2. Obergeschoss eingebaut, die sich in den folgenden zwei Jahrhunderten gut bewährte. Doch zehn Jahre später beklagte er den verwahrlosten Zustand des Oktogon-Bauwerks. Nachdem 1803-06 Teile der Tonnengewölbe mit Plattform über dem 2. Obergeschoss abgebrochen und erneuert worden waren, stürzten 1812 Teile der Plattform ein und beschädigten das Gewölbe über dem 1. Obergeschoss. Das erzwang neue Verstärkungsarbeiten und die Erneuerung der Südwest- und Westfassade.

Literatur

siehe auch

Weblinks