Herbsthäuschen

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Herbsthäuschen
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Jetzt ist das neue Ausflugslokal Herbsthäuschen im Naturpark Habichtswald errichtet.

Vom Parkplatz "Ziegenkopf" im Druseltal gegenüber dem Golfplatz am Herkules erreicht man auf einem Spaziergang die Kasseler Waldgaststätte "Herbsthäuschen".

Drei Stämme mit einer Höhe von 4,77 Meter stehen in dem neuen Lokal und tragen die Dachkonstruktion. Ein Lokal, das in den Wald passt. Denn es ist aus Holz gebaut.

Im Sommer können die Besucher die Kühe auf der Weide betrachten. Im Winter ist Action angesagt. Dann hat man bei einem heißen Tee oder Glühwein Blick auf die Rodler und Snowboarder, die den Hügel runterfahren.


Geschichte

Das Kaffeewasser kam aus der Quelle

Das Herbsthäuschen war seit den 20er-Jahren ein beliebtes Ausflugslokal

Wandern zum Herbsthäuschen

Über Generationen war das Herbsthäuschen im Habichtswald eine beliebte Ausflugsadresse. Die Nachricht vom Brand in der Nacht zum 12. Dezember 2005, in der das Herbsthäuschen komplett zerstört wurde, hatte sich in Windeseile verbreitet.

Nie mehr wird es das Herbsthäuschen so geben, wie es viele in Erinnerung haben. „Das tut richtig weh”, sagt Monika Bohrs. Die 63-Jährige ist die Urenkelin des ersten Herbsthäuschen-Betreibers Martin Reuter.

„Dort bin ich geboren und aufgewachsen”, sagt Monika Bohrs, die heute in Großenritte lebt. Vom Waldarbeiter zum Hausmeister habe sich der Urgroßvater hochgearbeitet. Mitte der 20er-Jahre habe er dann mit der Gastronomie angefangen.

Alle vorhandenen Gebäude waren Überbleibsel des Bergbaus im Habichtswald.


Ehemaliges Wiegehaus

Aus den 30er-Jahren stammt diese Aufnahme aus dem Familienalbum von Monika Bohrs. Ganz links im Bild ist der erste Herbsthäuschen-Betreiber, Martin Reuter, zu sehen.
Tag der Arbeit: Die Aufnahme entstand am 1. Mai 1958. Hildegard Siebert hat sie aufbewahrt
Das ehemalige Wiegehaus wurde zum Wohnhaus, die Bürobaracke des Bergrats zum rustikalen Waldlokal. Wie eine Almhütte muss das damals gewesen sein. Die Wanderer bekamen ein Glas frische Milch von den Kühen, die Martin Reuter angeschafft hatte. Dazu gab‘s Brot mit Käse oder Wurst.

Monika Bohrs erinnert sich noch gut an die Situation in den 50er-Jahren. „Im Herbsthäuschen war immer was los”, sagt sie. Damals brachten die Gäste ihr Kaffeepulver noch selbst mit: "Hier können Familien Kaffee kochen". Mit Quellwasser wurde es aufgebrüht. „Die Leute wunderten sich, dass der Kaffee hier oben so viel besser schmeckte”, erinnert sich auch Hildegard Siebert. Sie ist ein Jahr jünger als ihre Kusine und fand nach der Flucht aus der DDR mit ihrer Mutter im Februar 1954 ein neues Zuhause im Herbsthäuschen. In einer kleinen Kammer unter dem Dach.

An den langen Schulweg durch den Wald bis zur Haltestelle der Herkulesbahn erinnert sie sich noch. Und an den Metzger Krummel in der Freiheit, bei dem immer die Ahle Worscht für die Ausflugsgäste bestellt wurde. Nudelsuppe und Gulasch hatte das Herbsthäuschen noch im Angebot. Die Lebensmittel wurden in großen Kisten gekühlt. Das Stangeneis dafür brachte ein Wagen der Herkules-Brauerei.


Neubau 1963

Kaffeehaus zum Firnsbachtal - undatierte Aufnahme

An den Neubau des Herbsthäuschens im Jahr 1963 erinnern sich viele noch, an das Frühstücksbrettchen auf den großen Eimern, damit das Wasser aus der Quelle nicht verschütt ging, an harte Winter und herrliche Sommertage im Wald.

„Abends gingen wir dann mit großen Weidenkörben rum und sammelten das Geschirr ein”, sagt Monika Bohrs. Ebenso wie ihre Kusine hofft sie nun, dass es ein neues Herbsthäuschen geben wird.


Herbsthäuschen in Flammen

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In der Nacht zum 12. Dezember 2005 brannte das Herbsthäuschen (Ehlener Straße) im Habichtswald bis auf die Grundmauern nieder. Den Sachschaden beziffern Polizei und Feuerwehr auf 300 000 Euro. Verletzt wurde niemand.

Die Gäste, die am Samstagabend im Herbsthäuschen feierten, konnten nicht ahnen, dass dies für lange Zeit das letzte Mal sein würde. Mehrere geschlossene Gesellschaften wurden in der Gaststätte bewirtet. Nach Mitternacht hatten sich die letzten Besucher verabschiedet, das Betreiberehepaar deckte noch die Tische für den nächsten Tag ein und schloss um 1.20 Uhr die Tür ab.

Kurz danach muss das Feuer ausgebrochen sein. Dafür gibt es einen Augenzeugen. Der 41-jährige Betreiber des Herbsthäuschens war nach Angaben der Polizei noch einmal zurückgekehrt. Er habe die Geldbörse im Lokal liegen gelassen und wollte sie noch schnell holen, so die Polizei. Als der 41-Jährige zurückkam, habe er Feuer im hinteren Teil der Gaststätte entdeckt und sofort die Feuerwehr alarmiert.

Dort ging der Notruf um 1.56 Uhr ein. Als die ersten Feuerwehrleute zehn Minuten später am Herbsthäuschen ankamen, stand das zum größten Teil aus Holz gebaute Haus bereits vollständig in Flammen.

Zur Brandursache konnten Polizei und Feuerwehr gestern keine Angaben machen. Wie es mit der Versicherung aussieht, und ob das Herbsthäuschen wieder aufgebaut wird? „Es ist ein unfassbarer Schock“, sagte Besitzerin Heike Röhl. Man wolle die Gäste sobald wie möglich an der Schirmbar weiter bewirten, kündigte sie an.

Von Thomas Siemon (Quelle: HNA Kassel)


Von drei Buchen getragen

Das neue Ausflugslokal Herbsthäuschen soll im Dezember eröffnet werden

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Plötzlich war ein lieb gewordenes Ausflugsziel über Nacht weg. Ein Feuer vernichtete das Herbsthäuschen im Habichtswald im Dezember 2005 bis auf die Grundmauern. Ein Schaden von 300 000 Euro entstand damals. Jetzt wird das neue Herbsthäuschen errichtet, etwa 150 Meter von der alten Stelle entfernt. Die Handwerker arbeiten auf Hochtouren. Denn Herbsthäuschen-Chefin Heike Röhl-Elsner will das neue Lokal im Dezember eröffnen.

Die Gastronomin hat sich allerhand einfallen lassen, um aus dem Herbsthäuschen etwas Besonderes werden zu lassen. Drei Buchenstämme, die am Schotterwerk an der Neuen Drusel standen, hat sich Röhl-Elsner zusammen mit einem Förster ausgesucht. Die drei Stämme mit einer Höhe von 4,77 Meter stehen in dem neuen Lokal und tragen die Dachkonstruktion, erklärt Peter Hellmuth von der gleichnamigen Holzbaufirma in Großenritte.

Ein Lokal, das in den Wald passt. Denn es wird aus Holz gebaut. „Es geht richtig zur Sache”, sagt gestern Polier Torsten Schaffer von der Baufirma Lengemann, als er sich im Außenbereich aufhält. An der Südseite des Herbsthäuschens soll eine große Terrasse entstehen. Im Sommer können die Besucher die Kühe auf der Weide betrachten. Im Winter ist Action angesagt. Dann hat man bei einem heißen Tee oder Glühwein Blick auf die Rodler und Snowboarder, die den Hügel runterfahren.

Herbsthäuschen Juli 2008

In dieser Rohbauphase wirkt das neue Herbsthäuschen großzügiger als das alte Lokal. Der Gastronomiebetrieb, in den ein großer Kamin integriert ist, sei aber genauso groß wie früher. Nur die Wirtschaftsräume seien etwas größer, sagt Röhl-Elsner.

Und was passiert am alten Standort? Der werde der Natur zurückgegeben. Und auch die benachbarte Schirmbar, in der Röhl-Elsner die Ausflugsgäste übergangsweise bewirtete, soll abgebaut werden, sobald das neue Herbsthäuschen fertig ist. Noch vor Weihnachten. Schon jetzt könnten die Gäste Reservierungen für Feiern und Hüttenabende machen, sagt Röhl-Elsner.

Kontakt: Herbsthäuschen, Heike Röhl-Elsner, Tel. 0561/3 88 82.

Von Ulrike Pflüger-Scherb (Quelle: HNA Kassel)


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