Henschel-Wegmann-Zug

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Henschel-Wegmann-Zug 1936 mit der "61001"

Es war der 31. Mai 1935. An diesem Tag übergaben Vertreter der renommierten Kasseler Firmen Henschel und Wegmann der Reichsbahn einen neuartigen Zug, der den Schnellverkehr zwischen den Großstädten revolutionierte.

Geschichte

Die neue Baureihe 61, trotz ihrer großen Höchstgeschwindigkeit von offiziell 175 Stundenkilometern mit Dampf und nicht etwa mit der gerade aufkommenden Dieseltechnik betrieben, wurde einer der größten Erfolge der beiden Unternehmen.

Schnell war die Lok, das hatte sie auf vielen Testfahrten bewiesen. Der schnellste der beiden Züge brauchte für die 176 Kilometer lange Distanz von Berlin nach Dresden eine Stunde und vierzig Minuten und unterbot damit den bisherigen Rekordhalter um stolze 28 Minuten.

Wirtschaftlich aber war sie auch. Ob die Rechnung, die Wegmann und Henschel aufmachten, nach der "94,8 Reichspfennig pro Kilometer für 100 Sitzplätze für den dieselelektrischen Schnelltriebwagen und (...) 56,9 Reichspfennig pro Kilometer für den Dampfschnellzug" anfielen, so tatsächlich korrekt war, darf bezweifelt werden. Schließlich musste die starke Lobby der Dieselbefürworter aus dem Feld geschlagen werden.

Die erste Lokomotive (eine Zweizylinderlokomotive mit der Betriebsnummer 61001) bekam - wie die Waggons des Henschel-Wegmann-Zugs - eine stromlinienförmige Verkleidung um den Luftwiderstand zu verringern. Am 31.Mai 1935 wurde der erste Henschel-Wegmann-Zug an die Deutsche Reichsbahn übergeben.

1939 stellte die DR die zweite Lokomotive, eine Dreizylinderlokomotive, in Dienst. Die "61002" kam aber vermutlich in Folge des Krieges nicht mehr vor dem Henschel-Wegmann-Zug zum Einsatz.

Nach einem Unfall wurde die "61001" am 14. November 1952 ausgemustert und 1957 verschrottet, die "61002" versah ihren Dienst bis 1962.

Höchstgeschwindigkeit

Die "61002"

In den 1930er-Jahren setzte die Deutsche Reichsbahn nicht nur auf die neue Dieseltechnologie; auch die gute, alte Dampflokomotive, nach wie vor das Rückgrat des Eisenbahnbetriebs, wurde auf Tempo gebracht.

Der Henschel-Wegmann-Zug war, an den sonstigen Tempi von Dampflokomotiven gemessen, sehr schnell. Er erreichte 1936 mit vier leichten Schnellzugwagen im Schlepp eine Höchstgeschwindigkeit von immerhin 185 Stundenkilometern.

Die stromlinienförmig verkleidetete Dampflokomotive der berühmten Baureihe 61 schaffte so fahrplanmäßig die 176 Kilometer lange Strecke von Berlin nach Dresden in 100 Minuten.

siehe auch

Wohlfahrtsbriefmarken 2006

Nach der "Saskia" auf der Marke zum Rembrandt-Jahr ist Kassel auf zwei neuen Briefmarken vertreten. Der Inter-City-Express (ICE) und der legendäre Henschel-Wegmann-Zug prangen ab dem 5. Oktober 2006 auf den 55- und den 145-Cent-Wohlfahrtsmarken.

Bis es so weit war, vergingen eineinhalb Jahre. So lange dauert es, bis ein Markenmotiv vom Bundesfinanzministerium abgesegnet wird. Bei Wohlfahrtsmarken stimmt das Referat für Postwertzeichen zusammen mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege die Motive ab. Vorgegeben war das Thema "70 Jahre Eisenbahngeschichte".

Weblinks