Henry Witzel

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Henry Witzel
Henry Witzel gehörte zu den Gründern des Filmladens und war Mitgesellschafter der Bali-Kinos in Kassel. Er hatte sich vor allem der Kinderfilmarbeit verschrieben. Er war eine Säule der Kasseler Kinoszene.

Leben und Wirken

Im englischen Oxford geboren, zog Henry Witzel als Kind mit seiner Familie nach Kassel, wo er am Friedrichsgymnasium Abitur machte. Nach dem Politologie-Studium in Berlin kehrte er nach Nordhessen zurück. Eine Freundesgruppe, auch aus Filmstudenten der Kunsthochschule, wollte die Kasseler Kinoszene vergrößern – hier gab es damals nur die Kinos der Reiss-Gruppe und das Movie in der Jordanstraße. Eine Initiative gründete sich, die Filmnächte an der Kunsthochschule veranstaltete und schließlich 1981 das Kino Filmladen gründete. Nicht zuletzt wegen der damals sehr beliebten Jim-Jarmusch-Filme lief der Start gut.

Die Filmenthusiasten standen nach einigen Jahren vor der Entscheidung, sich andere Berufe zu suchen, oder die Liebe zum Kino weiter zu professionalisieren. Das passte Mitte der 1990er-Jahre zur Umstrukturierung der Deutschen Bahn: Die Kinos im Hauptbahnhof wurden frei. Witzel gründete mit Burkhard Hofmann und Frank Thöner (etwas später kam Gerhard Wissner dazu) eine GmbH und betrieb die dortigen Bali-Kinos.

Von Anfang an kümmerte sich Henry Witzel auch um ein Filmprogramm für Kinder. Mit seiner Frau organisierte er ein viertel Jahrhundert lang das Kinderfilmfest. Sorgfältig suchten die beiden nach Filmen für das junge Publikum, führten immer wieder Regiearbeiten vor, die eigentlich noch gar nicht in Deutschland verfügbar waren, und deren deutsche Texte extra eingesprochen werden mussten. Durch ihr eng geknüpftes Netzwerk konnten sie Regisseure gewinnen, die ihre Filme in Kassel den Kindern selbst vorstellten.

Tod

Witzel starb am 13. Juli 2014 an einer schweren Krebserkrankung. Er wurde 63 Jahre alt und hinterließ seine Frau Ellen.

siehe auch

Weblinks und Quellen

  • Artikel aus der HNA vom 22. Juli 2014: Eine Säule der Kasseler Kinoszene