Helmut Wurr

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Helmut Wurr wurde am 7. Oktober 1933 in Kassel geboren und verstarb am 12. Oktober 1943. Er war der Sohn der Jüdin Martha Wurr. Mutter und Sohn wurden Opfer des Nationalsozialismus. Zwei Solperstein in der Freiheit 15 erinnern an die Beiden.

Leben

Helmut Wurr wurde am 7. Oktober geboren und war das zweite Kind von Martha Wurr und Bertel Johannes Hinrich Wurr. Mit dem Tod des Vaters im Jahre 1934 wurde die Familie als volljüdisch angesehen. In den späten 1930er Jahren folgte die Internierung und spätere Deportation der Mutter. Helmut kam in Auguste-Förster-Haus in der Mombachstraße 40. 1940 übernimmt das Haus offiziell die Obhut für ihn. Bis zu diesem Zeitpunkt besuchte er die Bürgerschule in Wilhelmshöhe. Durch eine Attestierung des Heims endete Helmuts Schullaufbahn. Die Heimleitung schreibt in einem Attest "unaufrichtig und verschlagen", er lüge, "sei unordentlich und unsauber an sich und seiner Bekleidung". Beruhend auf der Ideologie des Nationalsozialismus und dessen vorgegebenen jüdischen Rassemerkmalen überstellt das Amtsgericht Kassel die Fürsorgeerziehung dem Landeserziehungsheim in Homberg. Am 1. Oktober 1943 kommt er in das Erziehungsheim Hadamar, wo dem Zehnjährigen eine Geisteskrankheit diagnostiziert wird. Am 12. Oktober 1943 verstarb er. Als Todesursache wurde in der Sterbeurkunde eine Darmentzündung vermerkt. Mittlerweile weiß man, dass viele sogenannte jüdische Mischlingskinder in Hadamar mittels einer Überdosis von Morphium-Scopolamin ermordet wurden.

Stolpersteine

Am 14. Oktober wurde als Erinnerung für ihn und sein Mutter Martha Wurr zwei Stolpersteine von Gunter Demnig in der Freiheit 14 verlegt.

Weblinks und Quellen

Aus der Hessischen Allgemeinen vom 13. Oktober 2014, "Sie nahmen ihr Kinder, Karriere, Leben"