Helmarshausen - Steinbruch am Carlsplatz

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Hinweistafel

Der Eco-Pfad Archäologie Helmarshausen führt interessierte Besucherinnen und Besucher unter anderem zum Gelände des ehemaligen Klosters Helmarshausen (im Mittelalter ein bedeutendes Kunstzentrum ), zur Krukenburg mit der ehemaligen Krukenburgkirche oder zum Steinbruch am Carlsplatz.

Der ehemalige Steinbruch am Carlsplatz oberhalb von Helmarshausen – in der Nähe der Krukenburg gelegen - wurde bis in die 1950-er Jahre betrieben.

Der Wesersandstein kommt im Bereich der sog. Solling-Folge vor, in dem südlich des Sollings gelegenen Gebiet zwischen Bad Karlshafen und Trendelburg.

Die Vorkommen rechts und links der Weser werden als Karlshafen-Schichten bezeichnet und bergen den Roten Wesersandstein, während Lagen um Trendelburg und im Diemeltal Trendelburg-Schichten (mit dem Grauen Wesersandstein) genannt werden.

Die Entstehungsgeschichte des Wesersandsteins reicht rund 250 Millionen Jahre in eine Periode des frühen Erdmittelalters (Trias) zurück. Weiträumige Flusssysteme schafften aus südlichen Richtungen lockere Sande heran, die im Gebiet des heutigen Weserberglandes abgelagert wurden.

Eco-Pfad Helmarshausen

ehem. Steinbruch am Carlsplatz
ehem. Steinbruch am Carlsplatz

Der Eco-Pfad Helmarshausen führt auch zum ehemaligen Steinbruch, wo Arbeitsgeräte auf einer Hinweistafel erklärt werden, aber auch noch einige Relikte zu besichtigen sind.

Steinbrüche, in denen zielgerichtet bestimmte Steinqualitäten abgebaut werden, gibt es im Bereich des Wesersandsteins erst seit dem 19. Jahrhundert. Dennoch wurden zum Bau von Gebäuden wie dem Kloster in Helmarshausen oder der Krukenburg bereits im Hochmittelalter Sandsteine als Material verwendet. Ihr Abbau erfolgte in Steingruben, die in unmittelbarer Nähe zum Gebäude lagen.

Gruben mit hochwertigen Steinen wurden Ausgangspunkte für spätere Steinbrüche, deren Lage dicht an Weser und Diemelmündung es ermöglichte, die behauenen Steine auf Lastkähne zu verladen und stromauf und -ab zu transportieren.

Diemelaufwärts übernahm dies ab 1848 die Carlsbahn, die erste Eisenbahn im Kurfürstentum Hessen, und entlang der Weser ab 1873 auch die Sollingbahn. Steinbrüche, die diese Transportwege nicht nutzen konnten, wurden aufgegeben.

So entstanden im Laufe der Zeit unzählige aufgelassene Gruben und Abraumhalden, die sich mittlerweile teilweise unter einer dichten Vegetationsdecke verstecken.

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